News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

Gigantische Mülldeponie "Sodom" in Ghana: Das ist der Ort, an dem unsere Handys enden

"Welcome to Sodom" kommt in die deutschen Kinos
"Welcome to Sodom" kommt in die deutschen Kinos Die größte Elektromüllhalde der Welt in Ghana 01:00

Rauch, giftige Dämpfe und überall Müll

Der Ort, wo unsere Handys enden, ist die Hölle auf Erden. In Accra, der Hauptstadt von Ghana, befindet sich eine gigantische Mülldeponie für Elektroschrott. Jedes Jahr kommen dort etwa 250.000 Tonnen von all dem Plunder an, den wir aussortiert haben. Millionen alte Fernseher, Kühlschränke und Mobiltelefone haben den Stadtteil Agbogbloshie nach und nach in eine apokalyptische Müllwüste verwandelt.

Lebenserwartung in "Sodom" beträgt nur 40 Jahre

Zwischen Rauschschwaden, giftigen Dämpfen und brennenden Abfallhaufen leben rund 6.000 Menschen. Das was andere aussortiert und weggeworfen haben, ist ihre Lebensgrundlage. Sie verbrennen Geräte und Kabel, um das Plastik vom Kupfer zu trennen, das sie weiterverkaufen können. Die Filmemacher Florian Weigensamer und Christian Krönes haben eine eindrucksvolle Dokumentation über das Leben auf der riesigen Mülldeponie gedreht. Der Film "Welcome to Sodom" startet am 2. August in den Kinos.

Die Bewohner nennen diesen albtraumhaften Ort "Sodom" – wie die biblische Stadt, die durch göttlichen Zorn mit Feuer vernichtet wurde. Dem Umweltbundesamt zufolge ist die Deponie rund 1.600 Hektar groß und gehört zu den zehn verseuchtesten Orten der Welt. Schadstoffe und Schwermetalle gelangen ungeschützt in den Boden und verpesten die Luft, die Männer, Frauen und Kinder atmen, die zwischen den Müllbergen nach brauchbaren Teilen suchen. Die Lebenserwartung hier beträgt gerade einmal 40 Jahre. In Ghana werden Menschen sonst durchschnittlich 61 Jahre alt.

Wie kommt der Elektroschrott nach Afrika?

Der meiste Müll, der auf der Deponie in Accra landet, dürfte eigentlich gar nicht dort sein. Der Export von Elektroschrott ist in Deutschland eigentlich verboten, trotzdem enden viele Altgeräte in "Sodom". Nur rund 45 Prozent der deutschen Elektrogeräte werden ordnungsgemäß gesammelt und entsorgt. Alles andere verschwindet bei dubiosen Schrotthändlern oder im Hausmüll.

Immer wieder gelangen so ausgemusterte Elektrogeräte Containerweise nach Afrika, wo sie mühsam ausgeschlachtet werden. Was von den leeren Gehäusen übrig ist, bleibt einfach liegen und verseucht die Umgebung. Zwar müssen Händler neuerdings sogar nachweisen, dass die Geräte noch funktionieren, wenn sie aus Deutschland ausgeführt werden sollen, weil es aber zu wenig Kontrollen gibt, gelangt ein Großteil unseres Mülls immer noch über die Grenze.

Hier sind vor allem die Behörden gefragt, aber das Umweltbundesamt fordert jeden Einzelnen von uns auf, etwas zu tun: Benutzen Sie Ihre Elektrogeräte so lange wie möglich, bevor Sie sie entsorgen. Entsorgen Sie alles, was Sie nicht mehr brauchen auf kommunalen Wertstoffhöfen oder lassen Sie alte Geräte vom Händler entsorgen. Geben Sie nichts bei dubiosen Schrottsammlern ab.

Mehr News-Themen