Können beim Menschen Infektionskrankheiten auslösen

Gesundheitslexikon: Yersinien (Yersinien-Infektion, Yersiniose)

10. Dezember 2019 - 14:49 Uhr

Yersinien - bakterielle Infektionskrankheit

Nahezu alle Menschen infizieren sich im Verlauf ihres Lebens einmal mit Yersinien, deren Name von ihrem Entdecker Alexandre Yersin (1863–1943) stammt. Unbehandelt kann diese Erkrankung schwerwiegende Folgen haben.

Was sind Yersinien?

Die Yersiniose ist eine Infektionskrankheit, die durch eine Ansteckung mit Bakterien der Art Yersinia hervorgerufen wird. Mögliche Erreger sind Yersinia pseudotuberculosis und Yersinia enterocolitica. Die Yersinien-Infektion kann unterschiedliche Verlaufsformen aufweisen. Alle Formen gehen jedoch mit Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Durchfall einher. Auch schmerzhafte Gelenkentzündungen können im Rahmen einer reaktiven Arthritis Zeichen einer Yersiniose sein. Die Stuhlbakterien, die eine Stäbchenform aufweisen, sind in verschiedenen Säugetieren und Vögeln vorzufinden, weshalb eine Massentierhaltung die Vermehrung der Yersinien begünstigt.

Ursachen der Yersinien-Infektion

Haupterreger der Yersiniose ist das Bakterium Yersinia enterocolitica. Es handelt sich dabei um ein gramnegatives und sporenloses Bakterium, das weltweit verbreitet ist. Erregerreservoir sind insbesondere Schweine und damit auch tierische Produkte wie Schweinefleisch. Ebenso können die Bakterien in Milchprodukten oder Trinkwasser vorkommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Erregern können sich Yersinien nicht nur bei Körpertemperatur, sondern auch bei Kühlschranktemperaturen zwischen vier und acht Grad Celsius vermehren. Die meisten Infektionen entstehen durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitzten kontaminierten tierischen Produkten wie Fleisch oder Milch.

Infektion mit Yersinien – die Symptome

Die ersten Symptome treten meist sieben bis zehn Tage nach Aufnahme der Bakterien auf. Zu den typischen Beschwerden der Erkrankung gehören:

Neben der Darmtätigkeit können Yersinien auch die Gelenke der unteren Körperhälfte in ihrer Funktion beeinträchtigen. So kann sich eine sogenannte reaktive Arthritis entwickeln. Diese geht mit einer schmerzhaften Gelenkschwellung und einer Einschränkung der Beweglichkeit einher. In den meisten Fällen sind die Knie- oder Sprunggelenke betroffen, seltener entzünden sich die Gelenke der Wirbelsäule. Eine reaktive Arthritis äußert sich oft zusätzlich durch Augenentzündungen sowie Haut- und Schleimhautveränderungen.

Diagnose und Therapie der Yersiniose

Eine sichere Diagnosestellung ist nur in Form eines Erregernachweises durch das Anlegen einer Bakterienkultur möglich. Dieser kann bei Verdacht auf eine Yersinien-Infektion aus einer Stuhlprobe erfolgen. Bestätigt sich der Verdacht, wird die Yersiniose zunächst symptomatisch durch Flüssigkeitszufuhr behandelt. Um dem Elektrolytverlust entgegenzuwirken, erhalten die Patienten ferner Elektrolytlösungen. Schwerere Verlaufsformen erfordern den Einsatz von Antibiotika. Sollte es im Rahmen der Infektion zu einer reaktiven Arthritis kommen, verordnet der Arzt entzündungshemmende Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen sowie kortisonhaltige Arzneimittel zur Einnahme oder Injektion.

Vorbeugung gegen Yersinien

Die meisten Infektionen entstehen durch den Konsum von verunreinigten Nahrungsmitteln oder kontaminiertem Trinkwasser. Deshalb sollte zur Prävention einer Yersinien-Infektion insbesondere Fleisch ausreichend durchgegart werden. Bei Reisen ins Ausland ist ferner Vorsicht beim Verzehr von Salaten und Obst geboten. Das Trinkwasser sollte in Risikogebieten zudem stets abgekocht werden. Einer Infektion lässt sich ebenfalls durch den Verzicht auf rohe Eier und Milch, die nicht pasteurisiert wurde, vorbeugen. Auch Produkte aus Rohmilch wie Rohmilchkäse, -butter oder -sahne sollten im Privathaushalt keine Verwendung finden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.