Vergiftung des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen

Gesundheitslexikon: Urämie (Harnvergiftung)

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17. Dezember 2019 - 9:54 Uhr

Urämie: Harnvergiftung durch gestörte Nierenfunktionen

Sind die Nierenfunktionen eingeschränkt oder gestört, besteht die Gefahr einer Urämie und somit der Vergiftung des Körpers.

Was ist Urämie?

Für die Urämie verwendet man auch die Ausdrücke Harnvergiftung und terminale Niereninsuffizienz. Folglich lässt sich der Zusammenhang mit Nierenerkrankungen bzw. Funktionsstörungen der Niere erkennen. Es wird zwischen der akuten und der chronischen Urämie unterschieden. Erstere folgt circa fünf bis zehn Tage nach einem akuten Nierenversagen. Die zweite Form ist durch längerfristige Nierenerkrankungen begründet. Da die Nieren für das Ausscheiden harnpflichtiger Stoffe über den Urin verantwortlich sind, kommt es bei Störungen dieser Funktion nicht zum Ausscheiden der Giftstoffe. Der Körper vergiftet sich folglich selbst. Des Weiteren werden der Säure-Basen- als auch der Flüssigkeitshaushalt gestört.

Ursachen einer Urämie

Die Ursachen für Urämie sind abhängig von deren Form. Eine akute Urämie ist oft Folge einer mangelhaften Nierendurchblutung. Ebenso kommen akute Entzündungen oder Vergiftungen der Nieren in Betracht. Zuletzt ist auch ein Harnstau mögliche Ursache für die akute Urämie. Die chronische Form ist zurückzuführen auf chronische Nierenerkrankungen, welche zumeist fortschreitend sind. Diabetes mellitus oder Bluthochdruck können solch ursächliche Erkrankungen sein. Durch Medikamente geschädigte Nierenblutgefäße oder angeborene Fehlbildungen der Nieren sind weitere mögliche Gründe. Des Weiteren kommen chronische Entzündungen der Nieren selbst oder der Nierenbecken infrage.

Symptome einer Harnvergiftung

Als sehr unangenehmes Symptom kann der Geruch von Atem und Haut nach Urin empfunden werden. Juckreiz und gelblich braune Verfärbungen der Haut weisen ebenfalls auf Urämie hin. Störungen des Nervensystems finden Ausdruck in Müdigkeit, Verwirrtheitszuständen und Konzentrationsschwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit. Aufgrund geringerer Harnausschüttungen kann es im Gewebe zu Flüssigkeitseinlagerungen kommen. Hierdurch können Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen entstehen. Krampfneigungen sind ebenfalls möglich. Ist der Magen-Darm-Bereich beeinflusst, können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall die Folge sein. Wegen Auswirkungen auf das Blut sind Knochenschmerzen und Muskelschwäche mögliche Symptome.

So kann eine Urämie festgestellt werden

Wie bei den meisten Krankheiten erfolgt auch bei der Urämie der Beginn einer Diagnose mittels umfangreicher Anamnese. Besonders Vorerkrankungen und aktuelle Beschwerden des Patienten werden vom Arzt eruiert. Nach einer körperlichen Untersuchung liegen die weiteren Schwerpunkte bei der Ermittlung von Funktionsbeeinträchtigungen der Niere. Dies erfolgt u. a. mittels Nierenclearence. Durch Analysen von Blutwerten und der Untersuchung des Urins lassen sich Nierenwerte und entsprechende Parameter erheben. Weitere Möglichkeiten der Diagnose bieten ein Ultraschall, die Computertomographie und eine Röntgenuntersuchung mithilfe von Kontrastmitteln. Zuletzt bleibt die Möglichkeit der Punktion der Niere.

Behandlung/Therapie einer Harnvergiftung

Es gibt keine speziellen Verfahren zur Vorbeugung der Urämie. Eine geringe Belastung der Niere durch eine gesunde Lebensweise und Ernährung sind Grundbestandteil der Krankheitsprävention. Therapieformen stellen Blutwäschen dar. Zum Entfernen harnpflichtiger Stoffe aus dem Blut und zum Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts kann auch eine körperexterne Dialyse erfolgen. Hierbei muss der Patient allerdings bis zu dreimal wöchentlich für vier bis acht Stunden therapiert werden. Als letztes Mittel ist eine Nierentransplantation möglich. Mit der Behandlung von Urämie geht eine strenge Diät einher, welche die Niere entlasten soll und zu einer geringen Produktion von Harnstoffen führt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.