Herzklappe zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer

Gesundheitslexikon: Trikuspidalklappe

Die Trikuspidalklappe ist das Einlassventil der rechten Herzkammer
© iStockphoto

25. Februar 2020 - 9:32 Uhr

Trikuspidalklappe - ein komplexes Gebilde im rechten Herzen

Zwischen Vorhof und Kammer des rechten Herzteils liegt die Trikuspidalklappe mit ihren drei Segeln. Genauso wie die Mitralklappe im linken Herzteil ist auch sie der Pförtner zwischen den beiden Hohlräumen und wirkt wie ein Ventil, das die Richtung des Blutflusses steuert. Funktioniert sie nicht richtig, können Erkrankungen und krankhafte Veränderungen des Herzens die Folge sein.

Was ist die Trikuspidalklappe?

Die Trikuspidalklappe ist eine der zwei Segelklappen im Herzen. Sie befindet sich im rechten Herzteil, zwischen Kammer und Vorhof. Insgesamt gibt es vier Klappen, zwei Taschenklappen und zwei Segelklappen, die ihren Namen von ihrer Form haben. Die Mitral- oder Bikuspidalklappe besteht aus zwei, die Trikuspidalklappe aus drei Segeln. Diese können sich öffnen und schließen, wodurch die Herzklappen wie Ventile wirken. Sie sorgen dafür, dass das Blut in der richtigen Richtung durch das Herz geleitet wird, um danach, angereichert mit Sauerstoff, zurück in den Körper gepumpt zu werden. An der Trikuspidalklappe können angeborene oder durch Krankheit verursachte Fehler vorkommen, die ihre Funktion beeinträchtigen.

Aufbau einer Trikuspidalklappe

Die Trikuspidalklappe besteht aus drei bindegewebigen Segeln. Ihr Name kommt von dem lateinischen Wort cuspis für Segel und tri für drei. Die drei Bestandteile sind das vordere (Cuspis angularis), das hintere (Cuspis parietalis) und das untere Segel (Cuspis septalis). Die Klappe besteht aus Endokard, dem gleichen Gewebe, welches das Innere des Herzens auskleidet. Ihre Oberflächen sind aus einer dünnen Zellschicht, dem Endothel. Genauso wie die Mitralklappe ist auch die Trikuspidalklappe mit Sehnenfäden an der Herzinnenwand, am Papillarmuskel, befestigt. Diese elastischen Fäden bestehen aus Kollagen. Sie verhindern, dass die Klappe in den Vorhof zurückschlägt, wenn das Herz sich in der Kontraktionsphase anspannt.

Funktion einer Trikuspidalklappe

Im Blutkreislauf strömt das verbrauchte Blut aus dem Körper in den rechten Vorhof des Herzens und fließt von dort in die rechte Kammer. In der Kontraktionsphase (Systole) würde das Blut durch den Druck wieder zurück in den Vorhof gepresst werden. Um das zu verhindern, befindet sich die Trikuspidalklappe zwischen diesen beiden Hohlräumen. Sie verschließt die Öffnung zum Vorhof, sobald das Blut in die Kammer eingeströmt ist. Von dort wird es mit der nächsten Kontraktion zur Lunge transportiert, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. In der folgenden Entspannungsphase (Diastole) öffnet sich die Klappe wieder, damit ein neuer Blutstrom einfließen kann.

Häufige Erkrankungen an der Trikuspidalklappe

Die häufigsten Erkrankungen an der Trikuspidalklappe sind die Stenose und die Insuffizienz. Die Trikuspidalinsuffizienz ist ein mangelhafter Schluss der Klappe, sodass Blut in den Vorhof zurücksickern kann. Meist wird diese Störung durch Lungenerkrankungen, durch rheumatisches Fieber oder einen angeborenen Fehler der Klappe verursacht. Seltener ist auch eine Entzündung der Herzklappen der Auslöser. Die Trikuspidalstenose dagegen ist eine krankhafte Verengung der Öffnung, sodass zu wenig Blut vom Vorhof in die Kammer fließen kann. Auch für diese Erkrankung ist oft rheumatisches Fieber verantwortlich. Die Trikuspidalklappe wird nur selten operiert, die Behandlung besteht meist in der Beseitigung der auslösenden Faktoren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.