Eine der vier Klappen des Herzens

Gesundheitslexikon: Mitralklappe

Die Mitralklappe ist das Einlassventil der linken Herzkammer
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27. November 2019 - 10:19 Uhr

Mitralklappe - wichtiges Ventil an der linken Herzkammer

Das menschliche Herz ist ein Muskel, der aus zwei Hälften besteht, dem linken und dem rechten Teil. In jeder Seite befinden sich zwei Hohlräume, die Vorhof und Kammer genannt werden. Zwischen diesen beiden Hohlräumen regelt jeweils eine Klappe den Blutfluss. In der linken Herzseite ist das die Mitralklappe oder auch Bikuspidalklappe, in der rechten die Trikuspidalklappe. Sie sind wichtige Bestandteile des Herzens und wirken wie Ventile. Insgesamt gibt es vier Klappen im Herzen. Ohne sie würde das ganze Herz-Kreislauf-System nicht funktionieren.

Was ist die Mitralklappe?

Die Mitralklappe ist eine der insgesamt vier Herzklappen. Sie alle wirken als Ventile und leiten den Blutstrom in der richtigen Richtung durch das Herz. Die Mitralklappe gehört zu den Segelklappen und besteht aus zwei Segeln, deren Zipfel aussehen wie die Spitzen einer Mitra, einer Bischofsmütze. Daher auch ihr Name. Sie befindet sich in der linken Herzseite, zwischen der Herzkammer und dem Vorhof. Wenn die Mitralklappe nicht mehr richtig funktioniert, bedeutet das für das Herz eine anstrengende Mehrarbeit, die auf Dauer schädigend wirkt. In einer Operation kann die Klappe rekonstruiert oder ersetzt werden.

Aufbau einer Mitralklappe

Die Mitralklappe ist, wie alle anderen Klappen, ein Teil des Endokards, einer dünnen Gewebeschicht, die den kompletten Innenraum des Herzens auskleidet. Von außen wird sie von einer Zellschicht, dem sogenannten Endothel, umhüllt. Die zwei Segel, aus denen sie besteht, sind aus zartem Bindegewebe. Es gibt das vordere, Cuspis anterior, und das hintere Segel, Cuspis posterior. Von diesen beiden Strukturen ist der Name Bikuspidalklappe abgeleitet (bi = zwei, kuspidal von cuspis = Segel). Mit Hilfe von elastischen Sehnenfäden sind die Segel an den Muskeln der linken Herzkammer befestigt. Sie sorgen dafür, dass die Klappe exakt schließt.

Funktion der Mitralklappe

Im linken Vorhof des Herzens kommt das mit Sauerstoff angereicherte Blut aus der Lunge an und fließt in die Kammer. Ohne Mitralklappe würde bei jeder Kontraktion der Herzkammer (Systole) das Blut wieder zurück in den Vorhof gedrückt werden. Die Klappe schließt die Verbindung zwischen den beiden Hohlräumen, damit genau das nicht passiert. So kann das frische Blut von der Kammer in den Körper gepumpt werden, um ihn mit Sauerstoff zu versorgen. Während der Entspannungsphase (Diastole) öffnet sich die Klappe wieder. So kann die nächste Portion Blut aus dem Vorhof in die Kammer fließen und von dort in den Körper.

Häufige Erkrankungen

Eine der häufigsten Fehlfunktionen der Mitralklappe ist die Mitralinsuffizienz, bei der die Klappe nicht mehr in der Lage ist, die Kammer vollständig abzuschließen. Verursacht wird das entweder durch eine angeborene Fehlbildung oder durch Entzündungen oder Verletzungen, wie beispielsweise durch einen Abriss von Sehnenfäden. Wenn die Klappe sich nicht mehr ganz öffnen kann, spricht man von Mitralstenose. Diese Erkrankung ist meistens eine Folge von rheumatischem Fieber. Durch die Verengung fließt nicht mehr ausreichend Blut vom Vorhof in die Kammer, wodurch das rechte Herz stark belastet wird. Unbehandelt führen beide Erkrankungen letztendlich zu einer globalen Herzinsuffizienz.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.