Betroffen sind meist Unterarm und Handgelenk

Gesundheitslexikon: Tendinitis (Sehnenentzündung)

Tendinitis entsteht häufig durch übermäßige Belastung
© Viktor Cap 2013 (Viktor Cap 2013 (Photographer) - [None], viktorcap@gmail.com

28. Januar 2020 - 12:16 Uhr

Eine Tendinitis entsteht oft durch Überlastung der Sehnen

Eine Tendinitis ist eine Sehnenentzündung. Sie entwickelt sich meist durch eintönige Dauerbelastung, manchmal auch durch degenerative Veränderungen an den Gelenken. Unterarme, Ellenbogen und Handgelenke sind besonders häufig betroffen, aber auch Schultern und Knie sowie die Hüfte leiden oft unter dieser Erkrankung. In der heutigen Zeit sind Sehnenentzündungen am Daumen keine Seltenheit. Hervorgerufen werden sie meist durch die Benutzung von Handys.

Ursachen und Symptome

Die Ursachen einer Sehnenentzündung sind:

  • einseitige, übermäßige Belastung
  • nicht aufgewärmte Muskulatur vor sportlichen Aktivitäten
  • ständige Reibungen, zum Beispiel durch falsches Schuhwerk
  • degenerative Veränderungen an den Gelenken

Zu Beginn einer Tendinitis hat der Betroffene kaum Beschwerden. Nach und nach treten jedoch immer mehr Schmerzen auf, besonders bei Bewegungen. Außerdem werden Schwellungen und Rötungen sichtbar. Tritt eine Sehnenentzündung im Schulter-Bereich auf, kann der Arm nur unter stärksten Schmerzen angehoben werden. Im Knie bemerkt man Schmerzen anfangs nur bei Bewegung. Eine Tendinitis im Bereich des Unterarms verursacht starke Beschwerden bis in die Finger, die oftmals kaum mehr bewegt werden können. Schreitet die Erkrankung weiter voran, lagert sich Kalk ab. Bewegungen sind dann mit einem knirschenden Geräusch verbunden.

Die Diagnose einer Tendinitis

Der Arzt erfragt zu Beginn der Behandlung nach der Dauer und Intensität der Schmerzen und erkundigt sich nach den möglichen Ursachen für die Beschwerden. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung. Ist die Diagnose nicht eindeutig, wird zusätzlich eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) durchgeführt. Damit lassen sich andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen. Auch eine eventuelle Entzündung kann mit Hilfe dieses bildgebenden Verfahrens erkannt werden. Sollte eine Entzündung erkennbar sein, schließt sich meist eine Magnetresonanztomografie (MRT) an. Man sieht dadurch den entzündeten Bereich, aber auch andere mögliche Komplikationen. Eine rheumatische Ursache als Auslöser für die Beschwerden wird durch eine Blutuntersuchung ausgeschlossen.

Die Therapie einer Tendinitis

Die Therapie beginnt mit der Kühlung und Ruhigstellung des betroffenen Körperteils. Ein Stützverband kann zusätzlich entlastend wirken. Wenn sich dadurch eine Besserung der Beschwerden erreichen lässt, können Sie vorsichtig mit Wärmeanwendungen beginnen. Eine infektiöse Tendinitis behandelt man mit Antibiotika. Droht die Sehne zu reißen, muss an einen operativen Eingriff gedacht werden. Die Schulmedizin setzt schmerz- und entzündungshemmende Arzneistoffe zur Behandlung einer Sehnenentzündung ein. Dazu gehören nichtsteroidale Antirheumatika. Sie werden in das betroffene Gewebe injiziert oder oral eingenommen. Begleitend setzt man Krankengymnastik und physikalische Therapien ein. Wird die Tendinitis nicht behandelt, wird sie chronisch. Man erkennt dies an knotigen Verdickungen im betroffenen Bereich. Ein Sehnenriss droht.

Wie lässt sich eine Tendinitis verhindern?

Das Wichtigste ist, die Ursache für die Entstehung einer Tendinitis zu beseitigen, sei es am Arbeitsplatz oder beim Sport. Folgende vorbeugende Maßnahmen sind empfehlenswert.

  • Legen Sie ein Polster vor die Tastatur
  • Tauschen Sie ggf. die vorhandene Tastatur und Computermaus gegen ergonomische Teile
  • Gönnen Sie sich bei langen Arbeitsbelastungen regelmäßig Pausen
  • Optimieren Sie die Technik beim Sport
  • Vermeiden Sie einseitige Bewegungsabläufe
  • Führen Sie ein gutes Warm-up durch
  • Tragen Sie immer qualitativ hochwertiges und geeignetes Schuhwerk

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.