Gesundheitslexikon: Strabismus (Schielen)

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Was ist Strabismus?

Beim Strabismus handelt es sich um eine mechanische Fehlfunktion der Augenstellung. Der krankhafte Zustand, der im Volksmund als Schielen bekannt ist, entsteht durch eine Abweichung der Sehachsen beim Fokussieren eines Gegenstandes. Insbesondere im Kindesalter kann der Strabismus die Hirnreifung stark beeinflussen. Ohne Gegenmaßnahmen kann es zu einer lebenslänglich stark reduzierten Sehfähigkeit kommen. Die Schulmedizin unterscheidet zwischen verschiedenen Varianten. So bestehen Unterschiede zwischen zeitweiligem (latentem) und dauerhaftem (manifestem) Strabismus. Prinzipiell gibt es zahlreiche Methoden, um die Fehlstellung der Augen zu korrigieren. Die jeweilige Form der Behandlung liegt im Ermessen des behandelnden Arztes. Je früher diese erfolgt, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Ursachen

Die Auslöser für Strabismus variieren stark. Das Krankheitsbild ist angeboren oder erworben. Menschen jedes Geschlechts und Alters können vom Schielen betroffen sein. Typische Ursachen für plötzliches Schielen sind Nervenschädigungen, innere Blutungen, Krebserkrankungen oder (bakterielle) Infektionen. Auch Verletzungen der Horn- oder Netzhaut können die Symptomatik hervorrufen. Zudem kann eine Minderung der Sehkraft zur Fehlstellung der Augen führen. Bei Kindern zählt dies zu den häufigsten (angeborenen) Auslösern. Besonders gefährdet sind Frühgeburten. Eine weitere potenzielle Ursache für Strabismus ist die Gehirnhautentzündung (Meningitis). Hierdurch kann es zur Lähmung einzelner Gesichtsmuskeln kommen, was das Schielen begünstigt. Letztendlich können – primär bei Neugeborenen – Linsenstörungen das Krankheitsbild hervorrufen.

Symptome

Der Strabismus als solcher ist das primäre Symptom. Neben der optisch klar erkennbaren Fehlstellung äußert sich die Erkrankung auch durch andere Anzeichen. Die Betroffenen verfügen oftmals über ein eingeschränktes räumliches Sehvermögen. Häufig nehmen sie die Dopplung von Bildern wahr. Auch der Verlust der Sehkraft ist ein mögliches Indiz für einen Strabismus. Viele Patienten beklagen eine eingeschränkte Beweglichkeit des Augapfels. Dies ist auf einen Abbau oder eine Dysfunktion der Augenmuskulatur zurückzuführen, aus der auch der Strabismus resultiert. In selteneren Fällen weisen die Erkrankten eine schräge Kopfhaltung auf. Sie haben das Bedürfnis, ein Auge zuzukneifen.

Diagnose

In vielen Fällen wird der Strabismus nicht vom Betroffenen selbst, sondern von seinem Umfeld bemerkt. Die oberflächliche Diagnose lässt sich also auch durch einen Laien feststellen. Die genauere Untersuchung erfolgt durch den Augenarzt. Neben einer ausgiebigen Patientenbefragung (Anamnese) kommen klinische Untersuchungen hinzu. Prinzipiell lässt sich das Schielen durch zwei Methoden erkennen. Beim sogenannten Abdeck-Test fixiert der Patient den Mittelpunkt eines Kreuzes an einer Wand. Anschließend wird ein Auge abgedeckt und beobachtet. Durch die Einstellbewegung in Richtung des Fixpunktes offenbart sich das schielende Auge. Bei der Hirschberg-Methode wird die Diagnose mithilfe von Lichtreflexen gestellt.

Therapie

Die Behandlung von Strabismus orientiert sich an der vorliegenden Grunderkrankung. Somit ist sie individuell verschieden. Kleinkinder erhalten eine spezielle Brille, die den Blickwinkel neu ausrichten soll. Auch das Zukleben des stärkeren Auges (Okklusionsbehandlung) kann zur Linderung des Krankheitsbildes beitragen. Das Gehirn wird dabei dazu angehalten, das schwächere Auge zu trainieren. Die Therapie kann mehrere Jahre andauern. Bei Erwachsenen kann der Strabismus auch durch einen operativen Eingriff gelindert oder vollständig behoben werden. Eine Prismenbrille kann sich ebenfalls als sinnvolle Therapieform erweisen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.