Gesundheitslexikon: Splenomegalie (Milzvergrößerung)

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Splenomegalie – krankhafte Vergrößerung der Milz

Bei der Splenomegalie handelt es sich um eine pathologische Veränderung der Milz, sie wird daher auch Milzvergrößerung genannt. Sie kann als Begleiterkrankung oder Folgesymptom auftreten. So kann sie beispielsweise mit Störungen des Blutbildes, Erbkrankheiten, Infektionen oder anderen Schädigungen einhergehen.

Was ist eine Splenomegalie?

Eine Splenomegalie ist ein häufig vorkommendes Symptom, ausgelöst durch verschiedene Erkrankungen. Menschen jedes Alters und Geschlechts können davon betroffen sein. In den meisten Fällen verläuft das unspezifische Krankheitsbild komplikationslos. Es kann jedoch auch Schmerzen hervorrufen und eine lebensbedrohliche Entwicklung annehmen. In drastischeren Fällen kann deshalb eine Entfernung der Milz vonnöten sein – es handelt sich immerhin um kein lebensnotwendiges Organ. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung und dem individuellen Verlauf. Hiervon hängen auch die Heilungsaussichten ab.

Ursachen

Die Krankheiten, die dazu beitragen können, dass sich eine Splenomegalie entwickelt, sind zahlreich. Sie lassen sich in unterschiedliche Gruppierungen unterteilen. Dazu gehören verschiedene Blutkrankheiten und Infektionen, Pfortaderschädigungen sowie Speicher- und Immunkrankheiten. Doch auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel bösartige Tumore können zu einer Vergrößerung der Milz beitragen. Darüber hinaus können Blutkrebs ("Leukämie") sowie eine Vergrößerung oder ein Tumor der Lymphknoten ("Lymphom") dafür verantwortlich sein, dass das Gewebe der Milz infiltriert wird, womit auch sie die Auslöser für eine Splenomegalie sein können.

Symptome einer Milzvergrößerung

Obwohl es sich bei der Splenomegalie selbst um ein Symptom handelt, kann sie eigene Beschwerden hervorrufen. Zu den gängigsten Begleiterscheinungen zählen Lymphknotenschwellungen, Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit und Nachtschweiß. Außerdem kann es zu Durchfall oder Erbrechen kommen. Bei bösartigen Vorerkrankungen tritt in manchen Fällen zudem Nachtschweiß, Blässe und Gewichtsabnahme auf. Bei parallel vorliegenden Leberschädigungen können sich symptomatisch auch sichtbare Bauchwehnen, Gelbsucht oder Ösophagusblutungen, also Blutungen aus der Speiseröhre, abzeichnen. Auch ein Druckgefühl in der betroffenen Bauchgegend kann ein Indiz für eine Milzvergrößerung sein.

Diagnose

Die Untersuchung kann in der hausärztlichen Praxis oder stationär erfolgen. Um eine klare Diagnose für eine mögliche Splenomegalie zu stellen, ist zunächst eine Anamnese vonnöten. Im Anschluss erfolgt das Abtasten der Bauchregion unterhalb des linken Rippenbogens. Eine normal große Milz ist in der Regel nicht zu ertasten – sollte der Arzt diese also erfühlen können, liegt wahrscheinlich eine Splenomegalie vor. Eine anschließende Ultraschalluntersuchung und die Untersuchung des Blutbildes können über die individuelle Milzvergrößerung Auskunft geben. Hierdurch können zudem spezifische Krankheiten als Ursache für die Splenomegalie aus- oder eingeschlossen werden. Des Weiteren können Röntgenuntersuchungen und Knochenmarksbiopsien der Diagnosestellung dienen.

Therapie & Vorbeugung

Damit eine Splenomegalie erfolgreich behandelt werden kann, ist die Therapie der Vorerkrankung notwendig. Wenn diese erfolgreich ist, stellt sich die Milzvergrößerung zumeist von selbst ein. Die Splenomegalie wird also nicht explizit therapiert. Falls jedoch eine Überfunktion der Milz entsteht oder diese aufgrund des zunehmenden Volumens reißt, ist eine Operation nötig. Die Schulmedizin beruft sich jedoch nur in unumgänglichen Fällen auf diese Methode. Eine Entfernung der Milz birgt nämlich das Risiko schwerer Infektionskrankheiten in der Folge, wenngleich das Organ nicht lebensnotwendig ist. Frühzeitige Diagnose- und Therapiemaßnahmen können dazu beitragen, die Milzvergrößerung aufzuhalten oder eine Rückbildung zur eigentlichen Größe anzuregen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.