Gesundheitslexikon: Skrotum (Hodensack)

29. November 2018 - 15:53 Uhr

Skrotum: Beschützer der Männlichkeit

Das Skrotum, Fachausdruck für den Hodensack, ist ein Hautsack, welcher Teile der männlichen Geschlechtsorgane enthält: die Hoden und Nebenhoden sowie Teile des Samenleiters und des Samenstrangs.

Das Skrotum umschließt und schützt die Hoden

Sperma wird in den Hoden eines Mannes gebildet. Dies macht klar, welch wichtige Aufgabe das Skrotum bei den männlichen Geschlechtsteilen einnimmt, denn dieses umschließt und schützt die Hoden zugleich. Bis heute sind sich Wissenschaftler nicht einig, weshalb sich die für die Fortpflanzung wichtigen Hoden ausgerechnet im Hodensack und somit außerhalb des Körpers befinden. Schließlich weiß jeder Mann aus eigener schmerzhafter Erfahrung, wie empfindlich diese sind. Als plausibelste Erklärung kommt die niedrigere Körpertemperatur infrage, welche außerhalb des Körpers herrscht. Der Hodensack hat eine um durchschnittlich drei Grad Celsius niedrigere Temperatur als die Körpertemperatur des Rumpfes.

Aufbau des Hodensacks

Das Skrotum ist ein Hautbeutel, der mehrere Hautschichten umfasst und in zwei Hälften geteilt ist, was an der nahtartigen Linie an dessen Unterseite erkennbar ist. Es ist außen mit Schamhaar bedeckt und enthält Schweiß- und Kalkdrüsen. Am Hodensack befinden sich außerdem zahlreiche Nervenenden. Darum ist er in der Regel eine der erogensten Zonen des Mannes. Die Unterhaut des Skrotums besteht aus glatter Muskulatur und Fasern, durch die es sich zur Temperaturregelung zusammenziehen und entspannen kann. Hoden und Nebenhoden befinden sich im Inneren des Skrotums, der Hodenhöhle. Diese wird durch den Scheidenhautfortsatz gebildet. Die Hoden sind in der Hodenhöhle relativ beweglich.

Nicht nur erogene Zone: Funktionen des Hodensacks

Der Hodensack ist indirekt bei der Fortpflanzung und beim Geschlechtsverkehr von Bedeutung. In den Nebenhoden wird das Sperma so lange gelagert, bis es bei der Ejakulation über den Penis nach außen befördert wird. Auch beim Geschlechtsverkehr selbst spielt der Hodensack als erogene Zone eine wichtige Rolle. In der Wissenschaft ist das Skrotum ein gewisses Mysterium – man wundert sich vor allem, weshalb sich derart wichtige Organe relativ schutzlos außerhalb des Körpers befinden. In der Evolution des sogenannten Hodenabstiegs, der in der Entwicklung des Hodensacks resultierte, war die niedrigere Temperatur offenbar ein entscheidender Vorteil. Der Nachteil des vergrößerten Verletzungsrisikos der Hoden, wenn diese außerhalb des Rumpfes liegen, scheint hingegen weniger relevant zu sein.

Fehlbildungen und Krankheiten

Beim Hodensack kommen immer wieder Fehlbildungen vor, welche allerdings in den meisten Fällen schon kurz nach der Geburt korrigiert werden. Meist handelt es sich um anatomische Fehlbildungen. Der Hodensack fehlt gänzlich oder wurde nur einseitig gebildet. Immer wieder kommt auch die Verlagerung einer Hälfte in die Leisten- oder Dammregion vor. Bei einem Hodenhochstand befinden sich die Hoden nicht innerhalb des Skrotums. Krankheiten am Hodensack sind recht selten. Zu diesen zählen höchstens hautspezifische Entzündungen oder Krampfadern. Bei einer schweren Sonderform des Leistenbruches kommt es mitunter zu einem Hodensackbruch, bei dem Teile der Eingeweide in den Hodensack einfallen können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.