Gesundheitslexikon: Senna (Sennes, Sennesblätter)

29. November 2018 - 15:51 Uhr

Senna: pflanzliche Hilfe bei Verstopfungen

Wenn im Urlaub oder bei großem Stress der Darm träge wird, fühlen sich vor allem viele Frauen unwohl. Wer dem Stuhlgang kurzfristig auf die Sprünge helfen möchte, greift zu einem Abführmittel. Dass dies nur sporadisch der Fall sein darf, leuchtet ein. Schön ist es dann allemal, wenn das Mittel keine Nebenwirkungen aufweist. Deshalb bevorzugen viele Menschen Senna.

Was ist Senna?

Senna gehört zu den traditionellen Heilpflanzen und wirkt abführend. Überlieferungen zufolge kannte man die Wirkung der Pflanze bereits in der Antike. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem 8. Jahrhundert. Schon damals bezeichnete der Prophet Mohammed die Pflanze als Heilkraut. Vor allem bei Infektionskrankheiten wie beispielsweise Lepra soll die Pflanze eingesetzt worden sein. Paracelsus empfahl im Mittelalter konkret, Senna als Abführmittel zu nehmen. Auch wenn bereits seit Jahrhunderten viele Menschen die Wirkung der Heilpflanze schätzen, bewiesen erst Untersuchungen zur Aufnahme in das Europäische Arzneibuch die exakte pharmakologische Zusammensetzung und Wirksamkeit. Senna wird auch Sen, Sennes oder Sennesblätter genannt.

Vorkommen

Sennes ist eine strauchartige Pflanze. Sie wächst etwas mehr als einen Meter hoch und bringt dichte Laubblätter hervor. Diese sind oval oder länglich, manche laufen auch spitz nach vorne zu. Dazwischen stehen die prägnant gelben Blütenstände. Die Früchte des Sennes sind länglich und flach. Sie enthalten die Samen. Botanisch gehört die Pflanze zu den Johannisbrotgewächsen (Caesalpiniaceae). Es gibt zwei Arten: Vom indischen Subkontinent stammt der Tinnevelly-Sennes (Cassia angustifolia). Aus dem Sudan und Ägypten kommt der Alexandriner-Sennes (Cassia senna). Die Heilpflanze wurde früher wild gesammelt. Heute gibt es große Plantagen, beispielsweise in Äthiopien, Somalia, im Jemen und auf der arabischen Halbinsel.

Verwendung und Wirkung von Senna

Genutzt werden die getrockneten Blätter und die Früchte, um Verstopfungen zu lösen oder weichen Stuhl zu fördern. Dazu setzt man Senna als Tee an. Die Blätter wirken mehrfach auf den Darm. Die enthaltenen Sennoside können vom Organismus nicht aufgespalten werden. Sie gelangen unverändert in den Dickdarm und entfalten dort ihre Wirkung. Einerseits setzen sie Stoffe frei, welche die Darmschleimhäute dazu anregen, vermehrt Flüssigkeit auszuschütten und dem Stuhl keine weitere Flüssigkeit zu entziehen. Andererseits wirken die gelösten Bestandteile auf die Peristaltik und regen somit die Beweglichkeit an. Durch den erhöhten Fülldruck und die Darmbewegungen kommt es zur zügigen und umfangreichen Entleerung.

Das müssen Sie beachten

Senna bringt keine Nebenwirkungen mit sich. Gleichwohl darf die Heilpflanze nur temporär und gezielt eingesetzt werden, denn eine ständige Einnahme (chemischer oder pflanzlicher Abführmittel) würde Verstopfungen eher fördern. Auch Menschen, die unter einer Entzündung der Darmschleimhäute leiden (Morbus Crohn), dürfen keine Abführmittel nehmen. Im Falle eines Darmverschlusses darf Senna ebenfalls nicht eingesetzt werden. Schwangere und stillende Frauen dürfen keine Zubereitung der Heilpflanze konsumieren, da die Wirkung des Sennes (mittels Anthracen-Derivaten) auf das Kind übergehen könnte. Wer den Aufguss der Blätter trinkt, darf sich nicht wundern, wenn im Anschluss der Urin bräunliche Verfärbungen aufweist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.