(Prolongiertes) reversibles ischämisches neurologisches DefizitGesundheitslexikon: RIND (PRIND)

RIND (PRIND) steht für (prolongiertes) reversibles ischämisches neurologisches Defizit. Es handelt sich dabei um eine vorübergehende Ischämie des Gehirns. Eine Ischämie ist eine verminderte oder komplett aufgehobene Durchblutung. Durch die Durchblutungsminderung kommt es kurzzeitig zu einer Unterversorgung der betroffenen Hirnbereiche. Im Gegensatz zum Schlaganfall (Apoplex) ist die dadurch entstehende Schädigung noch umkehrbar (reversibel). Die Symptome können jedoch über mehrere Wochen anhalten. Bei einem prolongierten reversiblen ischämischen neurologischen Defizit ist das Risiko einen richtigen Schlaganfall zu erleiden deutlich erhöht. Die Betroffenen müssen deshalb unverzüglich ins Krankenhaus eingewiesen und überwacht werden.
Ursachen
Die Ursachen für ein RIND ähneln denen des Schlaganfalls. Das reversible ischämische neurologische Defizit wird deshalb auch als Vorbote eines Apoplex angesehen. Ein RIND entsteht durch eine Verminderung der Hirndurchblutung, die durch ein verstopftes oder verlegtes Gehirngefäß hervorgerufen wird. So kann ein Blutgerinnsel eine Embolie in den Arterien des Gehirns auslösen. Auch eine Verlegung der venösen Abflussgefäße des Gehirns durch ein Gerinnsel kann ein PRIND zur Folge haben. Ebenso können Gefäßverkrampfungen zu einer Verengung des Gefäßes und damit zu einer verminderten Blutzufuhr führen. Zudem können Blutungen im Bereich des Gehirns wie die Subarachnoidalblutung die Durchblutung bestimmter Hirnbereiche einschränken.
Symptome
Die Symptome sind mit den Beschwerden vergleichbar, die bei einem Schlaganfall auftreten können. Dazu gehören:
Gleichgewichtsstörungen
Taubheitsgefühle oder Kribbeln an den Armen, an den Beinen oder im Gesicht
Seh- und Hörstörungen
Sprachstörungen oder Störungen des Sprachverständnisses
Die Symptome bilden sich in der Regel von alleine zurück. Der Zeitraum bis zur vollständigen Genesung kann jedoch mehrere Wochen betragen. Sind die Beschwerden nicht reversibel, handelt es sich nicht um ein RIND, sondern um einen richtigen Schlaganfall.
Diagnose
Das prolongierte reversible ischämische neurologische Defizit ist nur schwer vom Schlaganfall abzugrenzen. Da beim Schlaganfall eine Therapie nur in den ersten Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome möglich ist, sollten Menschen mit neurologischen Symptomen umgehend in eine Klinik mit einer sogenannten „Stroke Unit“ gebracht werden. Hier können die Ärzte mittels Magnetresonanz- und Computertomographie das Ausmaß der Schädigung diagnostizieren. In manchen Fällen kann ferner eine Angiographie erforderlich sein. Hier erhält der Patient ein Kontrastmittel. Anschließend werden Röntgenaufnahmen des Kopfes angefertigt. Mithilfe des Dopplerultraschalls lassen sich zudem arteriosklerotische Ablagerungen nachweisen, die zu einer verminderten Durchblutung des Gehirns führen können.
Behandlung
Da bei einem PRIND die Gefahr besteht, dass sich innerhalb der nächsten Wochen ein Schlaganfall entwickelt, müssen die Ursachen des vorübergehenden neurologischen Defizits umgehend behoben werden. Zudem ist das RIND nicht immer genau vom Schlaganfall abzugrenzen, sodass die Durchblutungsstörung in der Regel wie der Gehirnschlag behandelt wird. So wird den Patienten häufig ein Medikament über die Vene verabreicht, das fähig ist, Blutgerinnsel aufzulösen. Man spricht hier auch von einer systemischen Thrombolyse. Bei der mechanischen Thrombektomie wird das Blutgerinnsel hingegen mechanisch entfernt. Diese Methode eignet sich jedoch nur für Verschlüsse der großen Hirngefäße.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.