Gesundheitslexikon: Purine

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Purine sind für den DNA-Aufbau notwendig

Purine sind eine Stoffgruppe, die wichtig für den Aufbau der DNA ist. Sie werden auch beim Verzehr bestimmter Lebensmittel aufgenommen. Gelangen zu viele Purine in den Körper, kann es zu hohen Harnsäurewerten im Blut kommen. Dies kann eine Gichterkrankung zur Folge haben.

Was sind Purine?

Mit dem Begriff Purine wird eine Stoffgruppe bezeichnet, deren Grundgerüst vom Molekül Purin gebildet wird. Purine bilden einen Teil der Grundbausteine der DNA und der RNA. Aus diesem Grund findet man sie in jeder Zelle. Sie werden vom Körper selbst gebildet und müssen daher nicht von außen zugeführt werden. Allerdings werden sie mit verschiedenen Nahrungsmitteln aufgenommen. Beim Menschen werden nach der Mahlzeit die Purine zu reiner Harnsäure abgebaut. Der lateinische Name setzt sich daher aus "purus" (rein) und "acidum uricum" (Harnsäure) zusammen.

Welche biologische Bedeutung haben Purine?

Purine übernehmen im Organismus mehrere Funktionen. Sie stellen zwei der vier Stickstoffbasen, die für den DNA- und RNA-Aufbau notwendig sind. Dabei handelt es sich um Adenin und Guanin. Des Weiteren sind einige Nukleotide auch als physiologisch wichtige Moleküle mit zentraler Bedeutung bekannt. Dazu zählen unter anderem ATP, ADP, AMP, NADPH, NADP, FAD oder Koenzym A. Moleküle wie ATP oder ADP steuern den Energiestoffwechsel, während NADPH oder NADP wichtige Funktionen bei der Wasserstoffübertragung im Organismus ausüben.

Wo kommen Purine besonders häufig vor?

Purine kommen vor allem in solchen Lebensmitteln vor, die noch viel Zellsubstanz enthalten. Die Hauptmenge an Purin gelangt durch die DNA der Zellkerne in die Nahrung. Daher sind besonders tierische Produkte purinreich. Darüber hinaus gibt es auch pflanzliche Lebensmittel mit einem hohen Purinanteil. Folgende Lebensmittel enthalten ein hohes Maß an Purinen:

– Fleisch

– Geflügel

– Fisch

– Wild

– Innereien

– Wurst

– Schalen- und Krustentiere

– Hülsenfrüchte

– Sojaprodukte

– Kohl

– Spinat

Alle anderen Lebensmittel sind deutlich ärmer an Purin. Dazu zählen zum Beispiel Eier, Milchprodukte und Getreide.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen können Purine haben?

Beim Abbau von Purinen im Körper entsteht Harnsäure, die mit dem Urin ausgeschieden wird. Wenn der Körper zu viel Purin erhält, kann der Harnsäurewert so hoch werden, dass Harnsäure in Kristallform ausfällt. Das passiert, wenn die Nieren nicht ausreichend in der Lage sind, Harnsäure auszuscheiden. Dann reichert diese sich immer mehr im Urin und Blut an. Schließlich fallen in den Gelenken Harnsäurekristalle aus, was zu starken Schmerzen führen kann. Die betroffenen Patienten leiden dann an Gicht. Verschiedene Erkrankungen wie Diabetes und erbliche Veranlagungen können Gicht begünstigen.

Wie kann man sich schützen?

Um die schmerzhafte Erkrankung zu vermeiden, sollte die tägliche Purinzufuhr von 500 mg nicht überschritten werden. Das kann nur durch eine purinarme Ernährung erreicht werden. Wer besonders gefährdet ist, hohe Harnsäurewerte zu erreichen, sollte auf Fleisch, Wurst, Fisch, Hülsenfrüchte, aber auch Spinat und Brokkoli größtenteils verzichten. Das gilt vor allem für Personen, deren Nierenfunktion durch andere Erkrankungen oder erbliche Veranlagung eingeschränkt ist. Deshalb sollten Diabetiker, Übergewichtige und Personen mit Fettstoffwechsel oder Bluthochdruck besonders purinarme Milchprodukte sowie Eier oder Vollkornprodukte bevorzugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.