Gesundheitslexikon: Polyurie

29. November 2018 - 15:52 Uhr

Erhöhter Harndrang: Was Sie über Polyurie wissen sollten

Sofern ein unnatürlich erhöhter Harndrang und das wiederholte Wasserlassen in großen Mengen nicht auf eine umfangreiche Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen sind, spricht man von Polyurie.

Was ist Polyurie?

Polyurie gibt es in mehreren Formen. Der Begriff beschreibt häufiges Urinieren über den Tag verteilt. Ist der erhöhte Harndrang nicht auf eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen und der Patient verliert zwischen 1,5 bis zwei Liter Urin am Tag, liegt der Verdacht einer Polyurie vor. Damit gehen starker Durst und häufige Müdigkeit sowie ungewollter Gewichtsverlust einher. Kommt es trotz gesteigerten Harndrangs lediglich zur Abfuhr geringer Urinmengen, spricht der Mediziner von der "Pollakisurie". Diese ist oft Symptom einer Blasenentzündung und grundsätzlich von der Polyurie zu unterscheiden.

Ursachen

Eine Polyurie kann vielfältige Ursachen haben: Im Normalfall entsteht der Harndrang im Körper aufgrund einer gefüllten Blase. Durch das Urinieren sorgt der Körper für den Abtransport von Giften und sonstigen Abbaustoffen. Aufgrund der erhöhten Flüssigkeitsabgabe bei einer Polyurie besteht die Gefahr der Austrocknung. Ursächlich hierfür können unterschiedliche Erkrankungen oder äußerliche Einflüsse sein. Neben Alkohol und Medikamenten stellt auch Kaffee einen Grund für die Austrocknung dar. Allerdings sind auch Herzinsuffizienz und Diabetes sowie Nierenversagen als mögliche Ursachen nicht auszuschließen. Nicht zuletzt sind psychische Gründe denkbar.

Symptome

Der häufige Harndrang über den Tag verteilt kann bei einer Polyurie nicht nur über Tage, sondern sogar Wochen anhalten. Damit gehen starker Durst und erhöhte, unbegründete Müdigkeit einher. Es ist ebenfalls möglich, dass Schmerzen beim Urinieren entstehen. Des Weiteren können Sie Unterleibsschmerzen verspüren, besonders in der Nähe der Nieren. Ein gesteigertes Angstgefühl, Trauerphasen oder Trennungsschmerz können psychische Ursachen darstellen. Hierbei sollte sich der erhöhte Harndrang im Normalfall nach diesen Phasen wieder legen. Hält die Polyurie darüber hinaus an, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose

Aufgrund der vielfältigen Ursachen einer Polyurie ist besonders das ärztliche Gespräch die beste Grundlage für eine Diagnose. Da es sich vielmehr um ein Syndrom als um eine Krankheit handelt, liegt der Diagnoseschwerpunkt in der Erkennung des Grundes. Durch die Untersuchung von Urin und Blut kann ein erstes Indiz für eine körperliche oder psychische Erkrankung gewonnen werden. Prostata- und Harnwegsuntersuchungen sowie eine Blasenspiegelung können die Eingrenzung der Ursache fortentwickeln. Ein Tagebuch, in der die Häufigkeit des täglichen Harndrangs dokumentiert wird, kann bei der Diagnose zielführend sein.

Therapie und Vorbeugung

Liegen der Polyurie psychische Ursachen zugrunde, sind meditative Behandlungen wie Coaching, Yoga oder Meditation denkbar. Auch ein gezieltes Blasentraining sowie Entspannungstechniken können helfen. Bei stärkeren Fällen kommt zudem eine Therapie in Betracht. Sollte die Ursache beispielsweise mit dem Blutzucker oder anderen körperlichen Ursachen zusammenhängen, ist ebenfalls eine medikamentöse Behandlung möglich. Sind bestimmte Gewohnheiten wie erhöhter Kaffee- und/oder Alkoholkonsum verantwortlich, sollte bereits die Umstellung des Lebensstils Behandlungserfolge zeigen. Dies stellt gleichzeitig prophylaktische Maßnahmen dar: Der Verzicht auf Nikotin und Schmerzmittel, eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht beugen der Polyurie vor.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.