Gesundheitslexikon: Pollakisurie

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Pollakisurie – der permanente Harndrang

Pollakisurie tritt meist als Begleiterscheinung mit Erkrankungen des Harntraktes auf. Von der Problematik sind meist ältere Menschen und Frauen betroffen.

Was ist Pollakisurie?

Die Pollakisurie definiert den ständigen Harndrang, der mit dem Ausscheiden kleinerer Mengen Urin einhergeht. Die Symptomatik kann auch nachts auftreten. Darüber hinaus äußert sich die Pollakisurie in vielen Fällen durch Schmerzen während des Wasserlassens. Menschen jedes Alters und Geschlechts können von der Symptomatik betroffen sein, die einen chronischen oder temporären Verlauf aufweist. Es handelt sich um kein bedrohliches Krankheitsbild. Viele Betroffene beklagen aber die als lästig wahrgenommenen Harndrangerscheinungen. Eine Linderung oder vollständige Heilung ist möglich.

Ursachen

Oftmals resultiert die Pollakisurie aus Erkrankungen der Harnwege. Zu den häufigsten Ursachen zählen die Blasenentzündung sowie die Nierenbeckenentzündung. Beide sind bakteriellen Infektionen geschuldet. Meist entstammen diese der Analregion. Wenn sie in die Harnröhre hinaufwandern – beispielsweise infolge von Geschlechtsverkehr – können die Blase und das Nierenbecken befallen werden. Frauen sind häufiger betroffen, weil ihre Harnröhre weitaus kürzer ist als die des Mannes. Somit ist auch der Weg, den die Bakterien zurücklegen müssen, deutlich kürzer. Bei Männern kann eine Vergrößerung der Prostata zu einer Pollakisurie führen. Auch schwangere Frauen können die Symptomatik temporär aufweisen – wenn das Baby auf die Blase drückt.

Symptome

Es gibt eine Vielzahl von Begleiteigenschaften, die mit der Pollakisurie Hand in Hand gehen können. Neben der hauptsächlichen Symptomatik – dem ständigen Harndrang, der mit vermindertem Urinausfluss einhergeht – kann es zu Schmerzen beim Urinieren kommen. Viele Patienten beklagen auch eine Druckschwäche beim Wasserlassen. Klar sichtbares Blut im Urin kann sich ebenfalls im Rahmen der Pollakisurie abzeichnen. Des Weiteren sind unspezifische Anzeichen keine Seltenheit. Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen zählen hierzu. Diese klingen mit der Linderung der Erkrankung ab. Zeigen sich einige der Symptome, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose

Die Ermittlung einer Pollakisurie kann in der hausärztlichen Praxis oder stationär erfolgen. Zunächst führt der Arzt eine genaue Patientenbefragung (Anamnese) durch. So können mögliche Vorerkrankungen oder Einflüsse, die die Beschwerden hervorrufen, ein- oder ausgeschlossen werden. Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Hierzu gehört die Analyse eines Blutbilds. Alternativ empfiehlt sich die Entnahme einer Urinprobe. Falls hierbei keine klaren Ergebnisse erzielt werden, bietet sich eine Ultraschalluntersuchung der Blase und des Nierenbeckens an. Als letzter Schritt der Diagnosestellung dient die Blasenspiegelung. Diese Methode wird allerdings nur selten benötigt.

Behandlung

Steht die Diagnose, wird zunächst ein Therapieplan entworfen. Oftmals müssen die Patienten Buch über ihre Toilettengänge führen. Die genaue Behandlung hängt jedoch von der individuellen Sachlage ab. Wenn die Pollakisurie einer bakteriellen Infektion geschuldet ist, empfiehlt sich eine Medikation mithilfe eines Antibiotikums. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, etwa drei bis vier Liter pro Tag, ist generell hilfreich. Des Weiteren empfehlen sich viele Hausmittel, um die Beschwerden zu lindern. Wärmflaschen und Kräutertees sind hierfür ideal. Bei vorliegenden Tumoren, die für die Pollakisurie verantwortlich sind, kann eine Operation oder Chemotherapie erforderlich sein. Die genaue Maßnahme erfolgt in Absprache mit dem Arzt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.