Gesundheitslexikon: Pleura

29. November 2018 - 15:55 Uhr

Rippenfell & Lungenfell: Die Pleura hält die wichtigen Organe zusammen

Wer tief ein- und ausatmet, bei dem hebt und senkt sich der Brustkorb kräftig. Doch egal wie sehr man auch den Oberkörper mit Luft füllt und damit aufpumpt, die Organe scheinen alle immer fest an ihrem Platz zu bleiben. Nichts rutscht hin oder her, alles scheint sicher verpackt zu sein. Dafür verantwortlich ist eine Art beutelartige Haut, die Pleura. Sie umhüllt die wichtigen Organe und hält sie an Ort und Stelle fest.

Was ist die Pleura?

Die Pleura, die auch Brustfell genannt wird, ist eine dünne Haut, die einerseits den Brustkorb auskleidet und andererseits als Lungenfell die Lungen umhüllt. Sie hält also das Atmungsorgan zusammen und bindet die schwere Lunge stabil in den Brustkorb ein. Die Pleura besteht aus mehreren miteinander verbundenen Schichten, die für eine Flexibilität sorgen, damit selbst extreme Bewegungen des Oberkörpers mühelos ausgeführt werden können. Hebt sich der Brustkorb, so zieht die Pleura die darunterliegenden Organe über das Zwerchfell quasi mit nach oben. Umgekehrt kann die Pleura durch ihre Viskosität auch zur Druckentlastung führen, wenn beispielsweise ruckartige Bewegungen gemacht werden.

Anatomie

Aufgeteilt ist die Pleura in drei Bereiche: Das Rippenfell (Pleura parietalis) kleidet den Brustkorb bis hinab zum Zwerchfell von innen aus. Es ist recht stabil und kann Zugkräfte gut aushalten, was für Stabilität sorgt. Das Lungenfell (Pleura visceralis) liegt darunter. Es bedeckt die beiden Lungenflügel und weist eine elastische, kollagenartige Konsistenz auf. Zwischen diesen beiden Häuten verläuft ein wichtiger Spalt, der Pleuraspalt (Cavitas pleuralis). Er verbindet das Rippen- und Lungenfell fest miteinander und ist mit einer Gewebeflüssigkeit gefüllt, welche unter Druck steht. Durch diesen Unterdruck wird die Lunge einerseits zusammengedrückt, andererseits weitet sie sich im Augenblick des Atemzugs stark aus.

Funktion

Die Pleura sorgt mit ihrem speziellen Aufbau aus zugfestem, faszienartigem Gewebe für die dauerhafte Anordnung der Organe innerhalb des oberen Brustkorbs. Durch ihre beutelartige Form umfasst sie die Lungenflügel und bindet diese an die knöchernen Teile des Oberkörpers an. Außerdem ist sie so flexibel, dass sie sich ausdehnen kann, um die Atmung anzuregen und alle Dreh- und Streckbewegungen des Rumpfes unterstützt. Sie schützt die Lunge davor, bei Erschütterungen (beispielsweise beim Laufen) gequetscht oder gestaucht zu werden. Durch den Unterdruck innerhalb der Schichten der Pleura sind die Lungen gezwungen, sich der Dehnbewegung der Atmung anzuschließen, um das Lungenvolumen zu erhöhen.

Erkrankungen und Verletzungen

Eine Lungen- oder Rippenfellentzündung ist für den Patienten sehr schmerzhaft und langwierig. Dann erst bemerkt man, wie großflächig die Pleura ausgeführt ist, denn die Schmerzen einer solchen Entzündung können von der Schulter bis zum Bauchraum hin ausstrahlen. Da die Pleura ein stark durchblutetes und mit Gewebewasser gefülltes Hautareal ist, können sich in ihr zudem leicht metastasierende Tumore ausbreiten (vor allem bei Brustkrebs). Brenzlig wird es, wenn die Pleura durch eine Stich- oder Schussverletzung perforiert wird. Dann nämlich entweicht der osmotische Druck aus dem Pleuraspalt und die Lungenflügel können die natürliche Atmung nicht mehr durchführen, was zu einem Lungenkollaps führen kann.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.