Gesundheitslexikon: Panaritium

29. November 2018 - 15:50 Uhr

Panaritium: Schmerzhafte Nagelbettentzündung am Finger oder Zeh

Wenn man sich die Nagelhaut am Finger oder an der Zehe einreißt, ist das keine dramatische Verletzung. Jedoch kann sich unter bestimmten Umständen aus dem harmlosen Hautriss eine pochende, schmerzhafte Entzündung entwickeln. Diese nennt man Panaritium.

Was ist ein Panaritium?

Das Panaritium ist eine meist eitrige Entzündung des Nagelbetts an Finger oder Zehe. Man unterscheidet zwei Arten. Wenn sich die Entzündung rund um den Nagel herum in die Nagelhaut ausbreitet, nennt der Mediziner das Panaritium parunguale (von lateinisch "par" = um, herum und "unguis" = der Nagel). Befindet sich die Entzündung unter dem Nagel, so lautet die Bezeichnung Panaritium subunguale (lateinisch "sub" = unter). Die Nagelbettentzündung ist sehr schmerzhaft und sollte sofort behandelt werden, da sie sich sonst weiter ausbreiten und auf den Knochen übergehen kann.

Ursachen

Am häufigsten wird ein Panaritium durch Staphylokokken oder Streptokokken ausgelöst. Diese Bakterien dringen durch kleine Verletzungen der Haut in den Körper ein und rufen eine Entzündung hervor. Die kleinen Risse in der Nagelhaut können bei der Nagelpflege entstehen oder durch einen eingewachsenen Nagel, sowohl am Finger als auch an der Zehe. Wenn man allgemein unter trockener Haut leidet oder häufig mit Wasser und Reinigungsmitteln in Berührung kommt, kann das vermehrt zu kleinen Verletzungen der Nagelhaut führen. Auch bestimmte Erkrankungen wie Neurodermitis oder Diabetes begünstigen das Entstehen von Panaritien.

Symptome

Meist beginnt es mit einer schmerzenden Stelle an der Nagelhaut, die mit der Zeit deutliche Entzündungszeichen zeigt. Sie schwillt an, wird glänzend rot und heiß. Der Schmerz nimmt zu und die Stelle fängt an zu pochen. Oft breitet sich der Schmerz auf den ganzen Finger oder den gesamten Zeh aus. Wird die Entzündung nicht behandelt, so kann sich innerhalb von ein paar Tagen Eiter bilden. Es entsteht ein Abszess, also eine eingekapselte Eiteransammlung. Im weiteren Verlauf kann bei Nichtbehandlung der ganze Nagel abfallen.

Diagnose

Die Diagnose ergibt sich aus den typischen Symptomen und dem deutlichen Bild der Entzündung. Der Arzt wird die Stelle untersuchen, um zu entscheiden, ob medikamentös oder operativ behandelt werden muss. Mit einer bakteriologischen Untersuchung kann er die Art der Bakterien identifizieren. Dies ist nötig, um das passende Antibiotikum wählen zu können. Ein solches Medikament muss stets auf die vorliegenden Bakterien abgestimmt werden, da es sonst wirkungslos ist. Eine Röntgenaufnahme zeigt, wie weit die Entzündung fortgeschritten ist und ob bereits Knochen betroffen sind.

Behandlung

Die Behandlung eines Panaritiums orientiert sich am Ausmaß der Entzündung. Ist die Haut nur oberflächlich betroffen, so genügen meist Bäder mit antiseptischem Zusatz oder ein Verband mit einer antiseptischen Salbe, wie beispielsweise Jodsalbe. Hat sich bereits ein Abszess gebildet, so muss dieser geöffnet werden, damit der Eiter abfließen kann. Danach wird die Wunde gespült und ein desinfizierender Wundverband angelegt. Meist wird begleitend ein Antibiotikum verschrieben. Ist die Entzündung schon in die Tiefe eingedrungen, so wird in einem chirurgischen Eingriff das betroffene Gewebe entfernt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.