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Gesundheitslexikon: Melisse (Zitronenmelisse)

Beliebte Heil– und Gewürzpflanze

Gesundheitslexikon: Melisse (Zitronenmelisse)

Gesundheitslexikon: Melisse
Melisse kann Schlaflosigkeit und depressive Verstimmung lindern.
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Die Zitronenmelisse und ihre heilende Wirkung

Die Melisse ist eine Pflanze und gehört zur Familie der Lippenblütler. Davon gibt es vier verschiedene Arten, deren bekannteste die Zitronenmelisse ist. Ihren Namen verdankt sie dem griechischen Wort für Honigbiene, Melissa. Die Pflanze lockt mit ihrem intensiven Zitronenduft Bienen an und wird oft von Imkern als Bienenfutter genutzt. Deshalb wird sie auch Bienenkraut oder Honigblume genannt. Die Melisse ist eine krautige Pflanze, die bis zu 90 cm hoch werden kann. Sie blüht zwischen den Monaten Juni und August. Ihre Blüten haben eine gelblich weiße bis hellblaue Farbe.

Vorkommen der Melisse

Ursprünglich war die Melisse im Mittelmeerraum und in Westasien verbreitet. Die in freier Natur wachsende Pflanze kommt heute in China wie im Kaukasus, im Iran, Irak und in Pakistan vor. Darüber hinaus finden sich auch in Mitteleuropa einzelne Bestände. Die Zitronenmelisse war bereits in der Antike als Naturheilmittel bekannt und geschätzt. Auch in Europa nahm sie in der Klostermedizin des Mittelalters einen wichtigen Platz ein. Bereits die Gelehrte Hildegard von Bingen nutzte die Heilpflanze als Beruhigungsmittel, bei Verdauungsbeschwerden und bei Frauenleiden.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Die Blätter der Zitronenmelisse enthalten ätherische Öle, die sich aus den Substraten Citral, Geranial, Neral sowie Citronellal zusammensetzen. Diese Bestandteile sind für das angenehme, zitronenartige Aroma der Heilpflanze verantwortlich. Weiterhin enthält die Melisse Beta-Caryophyllene, die entzündungshemmend wirken. Darüber hinaus kommen Lamiaceengerbstoffe vor. Diese Substanzen wirken antibakteriell und antiviral und hemmen ebenfalls Entzündungen. Weitere Wirkstoffe sind:

  • Triterpensäure
  • Phenolcarbonsäure
  • Urolsäure
  • Flavonoide

Medizinisch wirksam sind die ätherischen Öle der Melisse. Sie wirken beruhigend und krampflösend. Die in der Heilpflanze enthaltenen Bitterstoffe steigern den Appetit und regen die Produktion von Magen- und Gallensaft an.

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Melisse zur inneren Anwendung

Zitronenmelisse ist ein vielseitiges pflanzliches Heilmittel und kommt zum Einsatz bei:

Es werden vor allem die getrockneten Blätter der Melisse verwendet. Traditionell kann daraus Melissentee hergestellt werden. Falls Sie den Tee selbst herstellen möchten, benötigen Sie hierzu einen bis drei Teelöffel Melissenblätter sowie 150 ml heißes Wasser. Sie übergießen die Teeblätter mit dem Wasser und lassen den Tee etwa zehn Minuten ziehen. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse frisch zubereiteten Tee.

Melisse zur äußeren Anwendung

Hier hilft die Heilpflanze vor allem bei:

Zur äußeren Anwendung stehen Ihnen unterschiedliche Salben, Cremes und ätherische Öle zur Verfügung. Sehr beliebt sind auch Melissenbäder. Für ein Vollbad brauchen Sie 50 bis 60 g Melissenblätter und einen Liter kochendes Wasser. Übergießen Sie die Blätter mit dem Wasser und lassen Sie den daraus entstandenen Sud zehn Minuten ziehen. Danach seihen Sie den Sud ab und geben den Aufguss in ein Vollbad. Ideal ist eine Temperatur des Badewassers zwischen 34 und 36 Grad Celsius. Die Dauer des Bades sollte 15 Minuten nicht überschreiten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.