Verkrümmung der Wirbelsäule nach vorn

Gesundheitslexikon: Lordose

Als Lordose bezeichnet man die Krümmung der Wirbelsäule nach vorn
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09. Oktober 2019 - 12:49 Uhr

Eine krankhafte Lordose (Hyperlordose) belastet die Wirbelsäule

Rückenbeschwerden gehören heute zu den Volkskrankheiten. Ihre Hauptursachen liegen in mangelnder Bewegung, sitzenden Tätigkeiten und Fehlhaltungen. Die Wirbelsäule ist nämlich anatomisch gar nicht auf die moderne Lebensweise eingestellt. Allerdings können die Belastungen zu unterschiedlichen krankhaften Verformungen der Wirbelsäule führen. Die krankhafte Lordose (Hyperlordose oder Hohlkreuz) zählt zu diesen Erkrankungen. Sie führt zu Schmerzen sowie zur Abnutzung und Überlastung des Bewegungsapparats.

Was ist eine Lordose?

Als Lordose bezeichnet man die Krümmung der Wirbelsäule nach vorn. Normalerweise ist diese Krümmung physiologisch und keine krankhafte Erscheinung. Um das Körpergewicht zu tragen, muss die Wirbelsäule s-förmig aufgebaut sein. So besteht im Bereich der Hals- und Lendenwirbel eine Krümmung nach vorn (Lordose) und im Bereich der Brust nach hinten (Kyphose). Wenn die Krümmungen durch verschiedene Ursachen jedoch zu stark ausgebildet sind, treten Beschwerden auf. Eine zu starke Lordose im Bereich der Lendenwirbel wird als Hyperlordose oder Hohlkreuz bezeichnet. Damit der Körper dann immer noch im Gleichgewicht bleibt, bildet sich im Brustbereich zusätzlich eine Kyphose bei gleichzeitig dauerhafter Anspannung der Bauchmuskulatur aus.

Ursachen der Lordose

Die natürliche Lordose ist selbstverständlich genetisch veranlagt. Es gibt Völkerstämme, bei denen sogar eine stärkere Lordose als normales anatomisches Merkmal vorkommt. Krankhafte Veränderungen, die zur Hyperlordose führen, werden meist sekundär durch Bewegungsmangel, Fehlhaltungen oder auch Erkrankungen der Wirbelsäule verursacht. Bei Bewegungsmangel kommt es zur Schwächung der Lendenmuskulatur. Das Gleiche gilt auch bei der Überstrapazierung der Hüftbeuger. Des Weiteren bilden Fehlhaltungen beim Sitzen oder Übergewicht ein Risiko für die Hüftstreckung. Auch durch äußere Einwirkungen auf den Körper wie das Tragen von falschem Schuhwerk, dem Heben schwerer Lasten oder durch Unfälle kann sich eine Hyperlordose entwickeln. Schließlich kann die Hyperlordose auch durch verschiedene Wirbelsäulenerkrankungen ausgelöst werden.

Symptome

Eine krankhafte Lordose ruft im Anfangsstadium oft keine Beschwerden hervor. Sie entwickelt sich im Rahmen eines langsamen und schleichenden Prozesses. Bewegungseinschränkungen und Rückenschmerzen treten meist erst bei längerer Fehlstellung der Lendenwirbel auf. Manchmal kommt es zusätzlich auch zu Schwindel und Kopfschmerzen. Neben Rückenschmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit fallen unter anderem auch ausstrahlende Schmerzen in die Oberschenkel, Verspannungen, eine vorgewölbte Bauchpartie, Haltungsprobleme und Empfindungsstörungen auf. Wenn sich Empfindungsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle einstellen, deutet das bereits auf Nervenschädigungen hin. Das Risiko von Bandscheibenvorfällen ist außerdem erhöht.

Hyperlordose – Diagnose, Behandlung, Vorbeugung

Die Feststellung der Hyperlordose erfolgt durch Blickdiagnose und Ermitteln der typischen Beschwerden im Rahmen einer ärztlichen Befragung. Für die Therapie ist zuallererst die Bekämpfung des Schmerzes und der Bewegungseinschränkung notwendig. Bei starken Schmerzen müssen Schmerzmittel verabreicht werden. Zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur wird diese durch Wärmeeinfluss und Entspannung zunächst gelockert. Während einer Physiotherapie werden dann Dehnungsübungen und Krafttrainings durchgeführt. Zusätzlich können in einer Rückenschule Fehlhaltungen korrigiert werden. In schweren Fällen ist manchmal ein chirurgischer Eingriff notwendig, um etwa Spinalstenosen oder Bandscheibenvorfälle zu behandeln. Einer Hyperlordose kann am besten durch ausreichendes Muskeltraining, viel Bewegung sowie einer aufrechten Körperhaltung vorgebeugt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.