Lese-Rechtschreib-Schwäche

Gesundheitslexikon: Legasthenie

09. September 2019 - 13:33 Uhr

Legasthenie: So erkennen Sie die Lese-Rechtschreib-Schwäche

Unter Legasthenie versteht man eine Lese-Rechtschreib-Schwäche, die mit Problemen beim Erwerb der Schriftsprache einhergeht. Legastheniker haben also Probleme damit, gesprochene Sprache ins Schriftliche umzusetzen. Auch Geschriebenes kann nicht ohne Weiteres gelesen werden, sondern oft nur mit Fehlern. Viele Legastheniker haben zu Beginn Probleme, überhaupt das Lesen zu lernen. Es gelangt oftmals nur mit gezielter Förderung.

Ursachen

Als Ursache von Legasthenie vermutet man eine genetische Disposition. Die Betroffenen zeigen sehr deutlich eine problematische auditive und visuelle Wahrnehmung. Dennoch tritt die Störung spontan und erwartungswidrig auf, das heißt, es gibt keine klaren Vorzeichen, wann ein Mensch zum Legastheniker wird. Tatsächlich plausible Erklärungen zur Entstehung von Legasthenie gibt es bis heute nicht.

Symptome

Legastheniker haben Probleme mit dem Lesen und mit der Rechtschreibung. Das äußert sich häufig darin, dass ein individuell typisches Muster von Rechtschreibfehlern auftritt. Ein Legastheniker hat beispielsweise Probleme mit der korrekten Schreibung von Personalpronomen, allgemein der Groß- und Kleinschreibung, aber auch Buchstabendreher treten gehäuft auf. Auch beim Korrekturlesen eigener Texte werden solche Fehler nicht erkannt. Leider herrscht oftmals die fälschliche Annahme, ein Legastheniker könnte seine eigenen Texte mit den gängigen Rechtschreibprogrammen selbst korrigieren.

Ein weiteres Problem tritt beim Lesen auf. Der Legastheniker hat ernsthafte Probleme mit dem Lesen von Texten. Details werden nicht erfasst. Oft werden Texte eher sinngemäß gelesen. Nicht korrekt erfasste Details werden durch gedacht richtige Wörter ersetzt. Vielfach ergibt sich dennoch ein sinnvoller Text.

Beim Erlernen des Lesens fällt auf, dass der Legastheniker sich zu helfen weiß. Vielfach liegt nämlich eine extrem gute Merkfähigkeit vor. So kann der Betroffene richtig vorgelesene Texte ausgesprochen schnell auswendig lernen, wodurch das Leseproblem oft erst sehr spät auffällt.

Diagnose

Es bedarf schon eines sehr guten Lehrers, um die Legasthenie schnell zu diagnostizieren. Der Schüler muss in die Zwangslage geführt werden, einen neuen Text vorlesen zu müssen. Dabei fällt auf, dass er noch gar nicht selbst lesen kann.

Schließlich muss zunächst für eine sichere Diagnostik eine Überprüfung durch entsprechende Fachärzte erfolgen, um auszuschließen, dass eine Hör- oder Sehstörung vorliegt. Ist das ausgeschlossen, wird die allgemeine Leistungsfähigkeit des Kindes auf den Prüfstand gestellt. Dazu gibt es standardisierte Verfahren, die eine Fehldiagnose ausschließen sollen.

In der neuesten Diagnostik wird die Lese-Rechtschreibschwäche einer sonst allgemein höheren Intelligenzleistung gegenübergestellt. Tatsächlich fällt nämlich auf, dass gerade Legastheniker einen anderen Blick auf ihre Welt haben als andere Menschen. Sie lösen Probleme oftmals kreativer als ihr Umfeld. Das zeigen auch berühmte Betroffene wie Albert Einstein.

Behandlung

Die beste Behandlung von Legasthenie erfolgt frühzeitig. Sie basiert auf dem Ermutigen zum Schreiben und Lesen, gezielter Förderung der entsprechenden Fähigkeiten und darüber hinaus auf dem Erlernen von Entspannungstechniken. Vielfach setzen sich nämlich Betroffene in Unkenntnis ihrer tatsächlichen Situation unter enormen Druck. Dieser muss aber unbedingt vermieden werden.

Vorbeugung

Es ist nicht möglich, Legasthenie vorzubeugen. Man kann lediglich die Folgen daraus abschwächen, indem man das Kind ermutigt, sich mit Sprache auseinanderzusetzen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.