Heilsam bei Nervosität, Schlafstörungen und HautproblemenGesundheitslexikon: Klatschmohn

Der Klatschmohn wurde im Volksmund mit vielen Namen gesegnet: Feuermohn, Blutblume, Klatschrose oder Paterblume. Die knallrote Blüte der Pflanze ist schon von Weitem erkennbar und erfreut im Sommer das Auge des Blumenliebhabers. Der Einsatz chemischer Mittel in der Landwirtschaft drängt die Pflanze, aber auch andere Ackerwildpflanzen, allmählich zurück. Um an die Artenvielfalt zu erinnern und die Menschen für den Rückgang der Wildblume zu sensibilisieren, wurde Klatschmohn von der Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres 2017 gekürt. Außerdem birgt sie einige heilmedizinische Geheimnisse.
Was ist Klatschmohn?
Der Klatschmohn, dessen botanischer Name "Papaver rhoeas" lautet, gehört zur Familie der Mohngewächse. Die Pflanze ist sommergrün, wächst krautförmig und wird bis knapp einen Meter hoch. Sie hat einen behaarten Stängel und bildet von Mai bis Juli rote Blütenblätter aus. Klatschmohn blüht nur wenige Tage und seine Millionen von Pollen bilden eine wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten. Um sich zu vermehren, prägt die Pflanze eine Kapselfrucht aus, in der sich tausende kleine schwarze Samen, die Mohnkörner, befinden. Diese werden vom Wind aus der Kapsel gestreut. Übrigens wurde der Salzstreuer auf dem Prinzip der Mohnkapsel vom Botaniker Raoul Heinrich Francé erfunden.
Vorkommen
Es wird vermutet, dass der Klatschmohn ursprünglich aus Eurasien oder Nordafrika stammt. Eine Verbreitung über den gesamten Globus erfolgte wahrscheinlich über die Landwirtschaft. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze allerdings in gemäßigten Klimazonen. Der Klatschmohn wächst in Deutschland wild auf Feldern, Wiesen, bewirtschafteten Äckern, brachen Flächen und an Wegesrändern. Er kann problemlos im heimischen Garten kultiviert werden. Die Pflanze bevorzugt einen lehmigen Untergrund und einen stickstoffreichen sowie nährstoffhaltigen Boden. Aufgrund des vermehrten Einsatzes von chemischen Pflanzenschutz- und Unkrautbekämpfungsmitteln wird der Klatschmohn mehr und mehr verdrängt.
Verwendung und Wirkung von Klatschmohn
Klatschmohn enthält viele Alkaloide in allen Pflanzenteilen, worunter das leicht toxische Hauptalkaloid Rhoeadin am stärksten vertreten ist. Weitere Inhaltsstoffe sind Saponine, Schleim-, Gerb- und Bitterstoffe sowie roter Farbstoff, der auch heute noch in einigen Ländern zur Herstellung roter Tinte verwendet wird. In der Antike sollen die Römer den Milchsaft der Pflanze mit Brei vermischt und diesen den Kindern für einen besseren Schlaf verabreicht haben. Der Pflanze wird eine beruhigende, schmerzlindernde und hustenstillende Wirkung zugesprochen, die von der Schulmedizin allerdings nicht anerkannt wird. Verwendet werden die Blätter für die Herstellung von Tees und Sirups bei Atemwegsbeschwerden sowie für Umschläge bei Hautproblemen.
Das müssen Sie beachten!
Der Giftstoff im Milchsaft und die Samen des Klatschmohns haben zwar nur schwache toxische Effekte, können aber besonders bei Kindern Vergiftungen auslösen. Beim Pflücken der Blumen tritt der Milchsaft aus und kann von Kindern schnell aufgenommen werden. Eine Vergiftung durch Klatschmohn kann sich durch epileptische Krämpfe, Erbrechen, Durchfall und erhöhte Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit äußern. Um die Artenvielfalt zu erhalten und ein Aussterben des Klatschmohns zu verhindern, empfiehlt die Loki-Schmidt-Stiftung, im Garten Klatschmohn auszusäen. Dies kommt auch dem Schutz der Bienen zugute, die die Pollen der Pflanze sammeln.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.