Akute Stieldrehung von Hoden und Nebenhoden

Gesundheitslexikon: Hodentorsion (Hodenverdrehung)

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16. Oktober 2019 - 9:45 Uhr

Hodentorsion - schmerzhafte Drehung des Hodens

Eine Hodentorsion entsteht, wenn sich der Hoden um den Samenstrang dreht. Dabei kommt es zu starken Schmerzen und zu schweren Durchblutungsstörungen. Die Hodenverdrehung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden.

Was ist eine Hodentorsion?

Eine Hodentorsion ist die Drehung des Hodens um den Samenstrang, der auch Hodenstiel genannt wird. Dabei wickelt sich der Hoden oft mehrmals herum und quetscht die im Hodenstiel befindlichen Gefäße ab. Dies führt zu einer Minderdurchblutung, die, wenn sie über einen längeren Zeitraum besteht, das Gewebe des Hodens dauerhaft schädigt oder gar absterben lässt. Die Hodentorsion ist äußerst schmerzhaft und bedarf sofortiger Behandlung. Eine Hodenverdrehung kann vorgeburtlich vorkommen, tritt aber gehäuft bei Säuglingen und in der Pubertät auf.

Ursachen einer Hodenverdrehnung

Die Ursache der Hodenverdrehung liegt in anatomischen Fehlbildungen. Fehlende Bänder führen zu einer erhöhten Beweglichkeit des Hodens, wodurch er nicht so fixiert ist, wie es normal sein sollte. Manchmal sind auch die Hodenhüllen nicht ausreichend verklebt oder es liegt ein ungünstiger Ansatz des Kremastermuskels vor. Das ist der Muskel, der den Hoden zum Körper zieht. Ein Hodenhochstand kann ebenfalls Auslöser für die Hodenverdrehung sein. Bei diesen angeborenen Veränderungen genügt oft nur eine normale Bewegung, um die Verdrehung auszulösen. Manchmal passiert es auch im Schlaf.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Hodenverdrehung?

Die vorgeburtliche Hodentorsion verursacht keine Schmerzen. Säuglinge dagegen leiden unter Bauchschmerzen, wollen nicht trinken, sind unruhig und manchmal müssen sie erbrechen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kommt es zu plötzlichen starken Schmerzen im Hoden, die bis in die Leistengegend oder in den Bauch ausstrahlen können. Bei Berührung verschlimmert sich der Schmerz. Der betroffene Hoden steht meist etwas höher als der andere und der Hodensack ist geschwollen, manchmal auch gerötet. Zusätzlich sind Übelkeit und Erbrechen möglich. Außerdem kann es zu Herzrasen, Schwitzen und einem schockähnlichen Zustand kommen.

So wird eine Hodentorsion festgestellt

Die Symptome sind bereits ein Hinweis auf die Hodentorsion. Durch eine körperliche Untersuchung, wie das vorsichtige Abtasten des Hodens, werden andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden, wie zum Beispiel eine Nebenhodenentzündung, ausgeschlossen. Des Weiteren kommen verschiedene Test zur Anwendung, deren Ergebnisse einen Verdacht auf die Hodenverdrehung bestätigen können. Zu einer sicheren Diagnose kann man aber nur mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung kommen. Mit der sogenannten farbcodierten Dopplersonografie wird der Blutfluss sichtbar gemacht und der Arzt kann eindeutig sehen, ob der Hoden noch durchblutet ist.

Behandlung einer Hodenverdrehung

Die Hodenverdrehung ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden, da sonst eine irreversible Schädigung des Hodens eintreten kann. Im schlimmsten Fall stirbt der Hoden ab. Eine erfolgversprechende Operation ist nur innerhalb von etwa vier Stunden möglich. Bei dem chirurgischen Eingriff wird der verdrehte Hoden wieder zurückgedreht und danach am Boden des Hodensacks fixiert. Dies verhindert eine erneute Drehung, für die das Risiko extrem hoch wäre. Nach der Behandlung wird der Hoden gekühlt und auf einem speziellen Kissen hochgelagert. Eine Vorbeugung gegen die Hodentorsion ist nicht möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.