Gesundheitslexikon: Hämaturie (Blut im Urin)

29. November 2018 - 15:52 Uhr

Blut im Urin – die Hämaturie

Hämaturie beschreibt das Vorkommen von Blut im Urin. Für viele Betroffene ergibt sich ein dramatisches Bild, wenn sich der rötliche Ton in der Toilette abzeichnet. Was sich oft als großer Schreck präsentiert, hat aber häufig harmlose Ursachen – denn nicht immer muss sich eine ernsthafte Erkrankung hinter einer Hämaturie verbergen. In einigen Fällen kommt die Verfärbung des Urins nicht durch die vermehrte Anzahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten) zustande, sondern durch Lebensmittel wie Rote Bete. Bei einer häufigen Verfärbung des Blutes sollte ein Arzt konsultiert werden, um zu klären, woraus die Hämaturie resultiert. Unter physiologischen Gesichtspunkten kommt Blut allgemein nämlich nicht im Urin vor. Das Krankheitsbild kann Menschen jedes Alters und Geschlechts ereilen.

Ursachen

Es gibt viele Vorerkrankungen, aus denen eine Hämaturie resultieren kann. Zu den häufigsten Ursachen zählen Erkrankungen unterhalb der Nieren. Entzündungen der Harnröhre oder der Blase können zu einer Hämaturie führen. Zudem kann die Hämaturie ein Indiz für Nierensteine oder beigemischtes Menstruationsblut sein. Neben diesen harmloseren, nicht lebensbedrohlichen Ursachen können aber auch gravierende Ursachen vorliegen. Typische Beispiele hierfür sind Entzündungen des Nierenbeckens oder Blasenkrebs. Des Weiteren kann die Hämaturie durch eine Nierenvenenthrombose ausgelöst werden. Die genaue Ursache kann der Schulmediziner durch verschiedene Untersuchungen ermitteln.

Symptome

Das häufigste Symptom einer vorliegenden Hämaturie äußert sich durch das optische Merkmal – die rötliche Verfärbung des Urins. Zudem kann es für die Betroffenen zu Komplikationen und Schmerzen beim Wasserlassen kommen. In selteneren Fällen verspüren die Patienten einen ständigen Harndrang. Bei der anschließenden Toilette wird dabei aber kaum – oder gar kein – Urin ausgeschieden. In vielen Fällen läuft die Hämaturie auch völlig symptomlos ab. Bei einer sogenannten Mikrohämaturie liegen so geringe Mengen des Bluts im Urin vor, dass es nur mikroskopisch nachgewiesen werden kann.

Diagnose

Um die Diagnose für Blut im Urin zu stellen, findet zunächst eine ausgiebige Befragung des Patienten (Anamnese) durch den Arzt statt. Hierbei werden auch mögliche Vorerkrankungen und eventuelle Medikationen thematisiert. Somit kann die potenzielle Ursache für eine Hämaturie schneller ermittelt werden. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung. Neben dem reinen Abtasten des Bauchs kann eine Sonographie von Blase, Harnleiter und Nieren Aufschluss über die Einblutung geben. Auch eine Urinprobe mit einhergehendem Laborbefund kann der Diagnosestellung dienen. In selteneren Fällen wird eine Biopsie (Gewebeentnahme) der Niere durchgeführt. Röntgenuntersuchungen sind auch möglich.

Therapie

Da es sich bei der Hämaturie primär um ein Symptom und weniger um eine eigenständige Krankheit handelt, ergeben sich die jeweiligen Therapiemaßnahmen aus der individuellen Diagnose. Wenn sie aus einer traumatischen Einwirkung, beispielsweise einer Sportverletzung, resultiert, ist zumeist keine spezielle Behandlung vonnöten. Bei einer bakteriell bedingten Hämaturie (Blasenentzündung) können Antibiotika Abhilfe schaffen. Stoßwellentherapien können sich als sinnvolle Maßnahme erweisen, wenn die Einblutung durch Blasen- oder Nierensteine entstanden ist. In besonders gravierenden Fällen, beispielsweise beim Vorliegen von Nieren- oder Blasenkrebs, kann eine Operation oder Strahlentherapie erforderlich sein. Dabei wird der Tumor entweder vollständig entfernt oder partiell eingedämmt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.