Wenn sich eingelagertes Wasser in einer Wellenbewegung hin- und herbewegt

Gesundheitslexikon: Fluktuation

3. September 2019 - 13:02 Uhr

Fluktuation: Wellenbewegung mit doppelter Bedeutung in der Medizin

Fluktuation ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen und stammt vom Verb 'fluctuare' ab. Wörtlich übersetzt bedeutet der Ausdruck 'hin- und herschwanken'. Die Medizin bezieht sich mit dem Begriff auf Wellenbewegungen, so zum Beispiel auf die Bewegungen von Wassereinlagerungen.

Fluktuation von Wassereinlagerungen

Durch verschiedene Krankheitszustände kann sich im Gewebe oder an Körperstellen wie der Bauchhöhle Flüssigkeit ansammeln. Bei Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum ist von Aszites oder einem sogenannten Wasserbauch die Rede. Wassereinlagerungen können durch Lebererkrankungen begünstigt sein. Eine mögliche Ursache sind außerdem Herzerkrankungen wie die Rechtsherzinsuffizienz. Bei dieser Rechtsherzschwäche wird das Blut aus dem Herzen nicht mehr mit voller Kraft in den Lungenkreislauf weiterbefördert und staut im Bereich der Venen zum Teil bis in die Leber zurück. Der erhöhte Druck in den Gefäßen kann Wassereinlagerungen begünstigen. Darüber hinaus kann Eiweißmangel zur Wassereinlagerung führen. Eine sinkende Eiweißkonzentration im Blut kann einen Druckabfall innerhalb der Gefäße zur Folge haben. Manchmal geht der Einlagerung von Wasser in den Geweben auch Medikamenteneinnahme voraus. Speziell für Medikamente wie Cortison gelten die Einlagerungen als typisch. Wassereinlagerungen unter der Haut sind tastbar. Wenn der Arzt sie bei der Palpation betastet oder im Rahmen einer Perkussion beklopft, stellt sich eine Fluktuation ein. Das heißt, dass sich das eingelagerte Wasser charakteristischerweise in einer Wellenbewegung hin- und herbewegt.

Die Bewegungsstörung Fluktuation

Dyskinesen sind Störungen in der charakteristischen Bewegungsabfolge von Organen und Gliedmaßen. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff der Fluktuation auf eine Form von Bewegungsstörung, die der natürlichen Bewegung der Gliedmaßen entgegensteht. In dieser Bedeutung spielt die Fluktuation vor allem für den medizinischen Fachbereich der Neurologie eine Rolle. Zur Behandlung von Patienten des Morbus Parkinson kommen in der Neurologie zum Beispiel früh Medikamente wie das sogenannte L-Dopa-Präparat zum Einsatz. Diese Medikamente können die Blut-Hirn-Schranke überwinden und damit eine direkte Wirkung auf das Gehirn entfalten. L-Dopa-Präparate enthalten eine Vorstufe des Botenstoffes Dopamin. Dieser Wirkstoff hilft Parkinson-Patienten bei der Unterdrückung von Zitterbewegungen. Diese Unterdrückung hält im Frühstadium der Erkrankung bis zu mehreren Stunden vor und kann so zum Beispiel gezielt die Lebensqualität der Patienten verbessern. Allerdings tritt als Nebenwirkung dieser Medikamente bei einer mehrjährigen Einnahme oft Dyskinese ein. Diese Dyskinese macht sich in Fluktuationen der Gliedmaßen bemerkbar. Auch in diesem Zusammenhang ist die Fluktuation mehr oder weniger als Wellenbewegung zu verstehen. Diese Art von Dyskinese begleitet neben den genannten Präparaten auch die langjährige Einnahme vieler weiterer Substanzen, die die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.