Die 5 Endglieder unserer Hand

Gesundheitslexikon: Finger

6. September 2019 - 11:16 Uhr

Vom Daumen bis zum kleinen Finger

Mit seinen Fingern kann der Mensch Außergewöhnliches leisten. Der Musiker, der auf einem Instrument wunderbare Klänge produziert oder der Freeclimber, der mithilfe der Finger eine Steilwand emporklettert, sind nur zwei Beispiele. Die Finger können kräftig zupacken, aber auch zärtlich streicheln, sie nehmen empfindsam auf und wehren stark ab. Finger sind ein Meisterwerk der Natur.

Was sind Finger?

Die menschliche Hand besteht aus Handwurzel, Mittelhand und den fünf Fingern. Sie sind die Endglieder der Hand. In der medizinischen Terminologie werden sie als Digiti manus bezeichnet und sind wie folgt von I bis V durchnummeriert.

- Digitus manus I: Daumen oder Pollex

- Digitus manus II: Zeigefinger oder Index

- Digitus manus III: Mittelfinger oder Medius

- Digitus manus IV: Ringfinger oder Annularius

- Digitus manus V: kleiner Finger oder Digitus minimus

Eine anatomische Besonderheit stellt der Daumen dar, da er nur zwei Glieder hat und den anderen vier Fingern gegenübersteht. Diese Oppositionsstellung ermöglicht die Greifbewegungen der Hand.

Anatomie

Die Finger II bis V, also Zeigefinger bis Kleinfinger, setzen sich aus jeweils drei Gliedern zusammen, den sogenannten Phalangen (Singular Phalanx). Sie bestehen aus Röhrenknochen.

- Fingergrundglied: Phalanx proximalis

- Fingermittelglied: Phalanx media

- Fingerendglied: Phalanx distalis

Das Mittelglied ist beim Daumen allerdings nicht vorhanden, er hat nur zwei Phalangen. Die Grundglieder von Finger II bis V bilden mit den Mittelhandknochen eine ellipsoide Gelenkverbindung, während der Daumen sich mit einem Sattelgelenk anfügt. Die restlichen Gelenke sind Scharniergelenke. Die Finger werden von Beuge- und Strecksehnen umfasst. Zahlreiche Muskeln und die Nerven Medianus, Radialis und Ulnaris sorgen für die Bewegungs- und Empfindungsfähigkeit der Finger.

Funktion der Finger

Die Finger haben etliche Bewegungsmöglichkeiten. Durch die Art der Gelenke sind indessen die Richtungen, nämlich Beugung und Streckung, weitgehend vorgegeben. Nur in sehr geringem Maß können die Finger sich seitlich abspreizen und rotieren. Dennoch kann der Mensch eine Vielfalt von Gesten, Bewegungen oder Gebärden mit den Fingern durchführen. Durch die Oppositionsstellung des Daumens werden Greifbewegungen möglich. So können die Finger kleinste Gegenstände mit Präzisionsgriffen fassen, beispielsweise mit dem Pinzettengriff. Aber auch zu Kraft- oder Grobgriffen sowie zum Faustschluss sind sie fähig. Finger sind besonders an den Spitzen stark innerviert, sodass dort feinste Wahrnehmungen möglich werden.

Erkrankungen und Verletzungen

Die häufigsten Verletzungen an den Fingern sind Prellungen, Stauchungen, Ver- oder Ausrenkungen und Knochenbrüche. Auch die Gelenke sind von Brüchen betroffen, sehr oft ist es das Fingergrundgelenk, das die Verbindung zwischen Mittelhand und Finger darstellt. Meist passiert ein solcher Bruch bei geballter Faust, daher nennt man ihn auch Boxerfraktur. Stauchungen kommen oft beim Sport vor, beispielsweise bei Ballsportarten wie Volleyball oder Handball. Bei sportlichen Aktivitäten kann es auch zum Riss der Beuge- oder Strecksehnen kommen. Zu den häufigen Erkrankungen am Finger gehören die Arthrose, bei der Gelenke verschleißen, und Rheuma, das durch Gelenkentzündungen gekennzeichnet ist. Bei der Krankheit Morbus Dubuytren fängt das Bindegewebe an zu wuchern, wodurch sich die Finger dauerhaft krümmen.