Diese gutartige Zellwucherung sollte regelmäßig kontrolliert werden

Gesundheitslexikon: Fibroadenom

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5. September 2019 - 12:37 Uhr

Fibroadenom: gutartiger Knoten in der Brust

Ein Fibroadenom ist eine gutartige Knotenbildung in der weiblichen Brust. Es handelt sich hierbei um die am häufigsten vorkommende Zellwucherung in diesem Bereich. In einigen Fällen kommt es im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Rückbildung. Trotz seiner Gutartigkeit empfehlen Experten, die Zellwucherung regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Was ist ein Fibroadenom?

Die tumorartige Wucherung bildet sich aus Brustdrüsen- und Bindegewebe, welches eine flexible Konsistenz aufweist. Primär sind Frauen zwischen 20 und 25 Jahren von einem Fibroadenom betroffen. In selteneren Fällen kommt es zu einer Wucherung in den Wechseljahren oder infolge einer hormonellen Therapie. Da es sich um eine gutartige Zellbildung handelt, muss sie nicht zwangsläufig behandelt werden. Allerdings kann es durch den bis zu drei Zentimeter großen Knubbel zu Verformungen der Brust kommen. Aus ästhetischen Beweggründen entscheiden sich viele Betroffene daher für eine operative Entfernung des Fibroadenoms.

Ursachen

Das Fibroadenom resultiert aus einer Zellanregung durch die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene). Wenn die Konzentration der Hormone ansteigt, bilden sich neue Bindegewebs- und Drüsenzellen. Dies kann auch im Rahmen einer Schwangerschaft geschehen. Durch die Anhäufung der Zellen kann es zur Bildung des Knotens kommen. Außer dieser hormonellen Beeinflussung sind die Ursachen der Wucherungen jedoch unklar. Auch durch bereits entfernte Fibroadenome, die in der Vergangenheit vorlagen, kann es nach Jahren zu einer Neubildung kommen. Dies ist auf verbliebene Restzellen, die nicht durch die Operation entfernt wurden, zurückzuführen.

Symptome

In den meisten Fällen verläuft die gutartige Zellwucherung symptom- und schmerzlos. Einige Betroffene beklagen aber ein Spannungsgefühl, das sich insbesondere während der Periode offenbart. Des Weiteren kann es zu einer sichtbaren Verformung der Brust kommen. Das Fibroadenom selbst fühlt sich fest bis derb an und lässt sich unter der Haut verschieben. Es erinnert in seiner Form an eine Murmel. Bei jungen Frauen können Fibroadenome relativ schnell wachsen und recht groß werden. Es ist außerdem möglich, dass sich in einer Brust mehrere Wucherungen bilden.

Diagnose

In den meisten Fällen erfolgt die Feststellung eines Fibroadenoms zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung. Oft sind es auch die Frauen selbst, die beim Abtasten ihrer Brüste die Auswucherung entdecken. Der Arzt führt nun eine ausgiebige Krankenbefragung (Anamnese) durch. Mithilfe einer Mammografie kann anschließend herausgefunden werden, welche Art und welches Stadium des Tumors vorliegt. Bei Frauen unter 30 wird eine Sonografie durchgeführt, da bei ihnen das Brustgewebe dichter ist als bei älteren Frauen und deshalb eine Mammografie weniger Aussagekraft hätte.

Behandlung/Therapie

Aus medizinischer Sicht bedarf es keiner besonderen Therapie eines Fibroadenoms. Allerdings sollten sich die Betroffenen einer regelmäßigen Kontrolluntersuchung unterziehen. Auf Wunsch der Patientin kann auch ein operativer Eingriff erfolgen. Hierbei wird das Fibroadenom vollständig oder partiell entnommen. Viele Ärzte empfehlen diese Maßnahme vor einer Schwangerschaft, da sich während dieser Zeit der Hormonhaushalt drastisch ändern kann. Dadurch wird den Fibroadenomzellen vermittelt, sich schnell zu vermehren. Patientinnen, bei denen Fälle von bösartigem Brustkrebs in der Familie vorliegen, wird ebenfalls häufig zu einer Operation geraten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.