Verminderte Fähigkeit zu lesen und das Gelesene zu verstehen

Gesundheitslexikon: Dyslexie

Meistens wird eine Dyslexie in den ersten Schuljahren entdeckt
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28. Mai 2019 - 11:55 Uhr

Dyslexie: Was steckt hinter der Leseschwäche?

Eine Dyslexie kann nicht nur in unterschiedlichen Formen vorliegen, sondern sowohl angeboren als auch erworben sein. Oftmals geht diese Art der Störung mit anderen Einschränkungen wie einer Rechtschreibschwäche einher.

Was ist Dyslexie?

Unter Dyslexie versteht man eine verminderte Lesefähigkeit. Ebenfalls wird unter diese Form der Lesestörung das reduzierte Verstehen gelesener Texte subsumiert. Erwähnenswert ist allerdings, dass dies nicht auf Beeinträchtigungen des Hör- und/oder Sehvermögens zurückgeführt werden kann. Die Dyslexie tritt meist im Rahmen einer Legasthenie oder Lese- und Rechtschreibschwäche auf. Arten der Beeinträchtigung sind die Alexie, phonologische Alexie und semantische Alexie. Teilweise können hierbei zwar einzelne Buchstaben erkannt, aber keine Wortstruktur nachvollzogen werden. Bei den anderen Arten werden ganze Wörter nicht verstanden oder die gesamte Lesefähigkeit geht verloren.

Ursachen der Dyslexie

Bei der angeborenen Dyslexie geht man davon aus, dass genetische Faktoren die Entstehung begünstigen. Das Gehirn verfügt über weniger aktive Bereiche, welche schwerpunktmäßig dort zu finden sind, wo das Lesevermögen gesteuert wird. Hier ist heutzutage von einer vererbten Ursache auszugehen, da es in Familien gehäuft vorkommt. Es konnte allerdings auch eine Veränderung des sechsten Chromosoms erforscht werden. Die häufigere Art der Dyslexie, die erworbene Form, hat ihren Ursprung in Hirnverletzungen durch Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfällen oder Blutungen und Tumoren im Hirnbereich. Dabei sind zumeist nicht nur die für das Lesen und Schreiben zuständigen Hirnteile verletzt und beeinträchtigt.

Symptome der Dyslexie

Grundsätzlich weisen Personen, welche unter dieser Krankheit leiden, eine auffallend langsame Lesegeschwindigkeit auf. Fließendes Vorlesen fällt ihnen schwer bzw. ist nicht möglich. Oft verrutschen die Betroffenen in den Zeilen und vertauschen Buchstaben des Gelesenen. Bei der Alexie geht die Lesefähigkeit komplett verloren. Die phonologische Alexie wird durch das Erkennen einzelner Buchstaben geprägt, welche dann aber zu keiner sinnvollen Wortstruktur zusammengesetzt werden können. Versteht der Patient beim Lesen das Wort bzw. das Gelesene nicht, handelt es sich um eine semantische Alexie.

Diagnose einer Dyslexie

Die angeborene Dyslexie kann grundsätzlich erst im Einschulungsalter und somit durch einen Kinderarzt diagnostiziert werden. Die frühzeitige Erkennung und darauffolgende Behandlung ist wichtig für eine schnelle und erfolgreiche Therapie der Krankheit. Im Rahmen einer Anamnese erhebt der Arzt zuerst relevante Faktoren und fragt, wie sich die Störung äußert, ob andere Familienmitglieder unter dem Krankheitsbild leiden und wie die bisherige Entwicklung des Kindes in Bezug auf Größe und Ähnliches verlief. Auch Lernmotivation und Rechtschreibstörungen gehören zu den zu erhebenden Fragen. Zuletzt können mit einem Elektro-Enzephalogramm andere Ursachen anhand der Hirnströme ausgeschlossen werden.

Behandlung und Therapie der Dyslexie

Das frühzeitige Erkennen der Erkrankung ist ausschlaggebend für den späteren Therapieerfolg. Oftmals führt die Erkrankung zu daraus folgenden psychischen Belastungen, was die Behandlung im Fortgang erschwert. Mittels individueller Förderung soll den Betroffenen der enorme psychische Druck genommen und ihr Selbstvertrauen gefördert werden. Damit soll die Freude am Lesen gestärkt und Enttäuschungen im schulischen Bereich gemindert werden. Förderlich ist die Aufklärung des sozialen Umfelds des betroffenen Kindes. Ein Antrag auf Nachteilsausgleich beim Kultusministerium ist mittels Attest ebenfalls möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.