Ein Teil des Endhirns

Gesundheitslexikon: Cortex (Hirnrinde)

© iStockphoto

8. Mai 2019 - 13:42 Uhr

Der Cortex : Voraussetzung der Bewusstseinsentwicklung

Die Entwicklung des Bewusstseins ist dem Cortex, der Hirnrinde, zu verdanken. Er umschließt als äußere Schicht sowohl das Groß- als auch das Kleinhirn. Der Cortex setzt sich vornehmlich aus der sprichwörtlichen grauen Substanz zusammen, welche für das Denkvermögen und die Koordinierung der verschiedenen Sinneseindrücke verantwortlich ist. Auffällig ist die Faltung und Furchung der Hirnrinde, wodurch eine große Oberfläche erzeugt wird.

Was ist der Cortex?

Der Cortex besteht aus einer dünnen Schicht von Nervenzellen, die sich an der Oberfläche von Großhirn und Kleinhirn befinden. Diese Schicht wird als graue Substanz bezeichnet, da sie eine graue Farbe hat, wenn sie als Präparat in Formalin fixiert wurde. Lebendes Gewebe ist allerdings eher rosa. Jede Nervenzelle besitzt außerdem noch Nervenfasern, die für die Reizweiterleitung verantwortlich sind. Die Nervenfasern erscheinen weiß und sammeln sich unterhalb der Hirnrinde. Dabei bilden sie die weiße Substanz, das Mark. Innerhalb des Marks, im Marklager, befinden sich noch Kerne der Grauen Substanz. Die Hirnrinde ist außerdem durch eine Vielzahl von Falten, Windungen und Furchen ausgezeichnet. Dadurch ist deren Oberfläche vergrößert.

Wie ist der Cortex aufgebaut?

Der Cortex kann in Cortex cerebri (Großhirnrinde), Cortex cerebelli (Kleinhirnrinde) und Cortex praefontalis eingeteilt werden. Streng genommen gehört der Cortex praefontalis zur Großhirnrinde als Teil des Frontallappens an der Stirnseite des Gehirns. Die Großhirnrinde (Cortex cerebri) besteht aus sechs Lappen, die durch tiefere Furchungen voneinander getrennt sind. Zu diesen Lappen zählen Frontallappen (Stirnlappen), Parietallappen (Scheitellappen), Occipitallappen (Hinterhauptlappen), Temporallappen (Schläfenlappen), Insellappen und limbischer Lappen. Jeder Lappen erfüllt eigene Funktionen. Des Weiteren besteht die Großhirnrinde aus sechs Schichten. Diese bestehen aus Körnerzellen, Pyramidenzellen und Interneuronen. Der Cortex cerebelli um das im Hinterhaupt befindliche Kleinhirn ist prinzipiell ähnlich aufgebaut, ist aber durch eine baumartige Struktur gekennzeichnet.

Funktion des Cortex

Der Cortex cerebri war entscheidend für die Evolution des Menschen. Er ist für die komplexen Reaktionen des Organismus auf die eingehenden Sinneseindrücke verantwortlich. Des Weiteren werden hier Gedächtnisinhalte zur Steuerung der Lernprozesse gespeichert. Wie die Verknüpfung von Sinneseindrücken und bewusste Reaktion darauf funktioniert, ist zwar noch nicht vollständig bekannt. Vermutet wird aber das enge Zusammenwirken der verschiedenen Abschnitte der Großhirnrinde. Der Cortex praefrontalis wiederum korreliert sensorische Signale mit Gedächtnisinhalten und ist daher verantwortlich für emotionale Bewertungen und Handlungsplanung. Schließlich ist der Cortex cerebelli (Kleinhirnrinde) an den Lernprozessen beteiligt. Dort werden lebensnotwendige Bewegungsabläufe automatisiert. Außerdem spielt er eine große Rolle bei kognitiven Prozessen.

Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Cortex

Im höheren Alter treten häufig Abbauprozesse in der Großhirnrinde auf, wobei Nervenzellen unwiederbringlich absterben. Dann kommt es zu einer Demenz mit Gedächtnisverlust, Sprachstörungen und Orientierungslosigkeit. Bei der Alzheimererkrankung sind Eiweißablagerungen - sogenannte Amyloid-Plaques - dafür verantwortlich. Aber auch durch andere krankhafte Prozesse kann es zum Abbau von Nervenzellen kommen. Bei Schädel-Hirn-Traumata durch Unfälle ist oft die präfrontale Rinde betroffen. Das kann zum Frontalhirnsyndrom mit Ausfall des Kurzzeitgedächtnisses und Verhaltensstörungen führen. Bei Verletzungen und Funktionsausfall der Kleinhirnrinde ist oft die Bewegungskoordination gestört.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.