Reguliert den Blut-Kalzium-Spiegel

Gesundheitslexikon: Calcitonin

Calcitonin ist ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt steuert. Erhöhte Werte können unter anderem auf Schilddrüsenerkrankungen hindeuten
Calcitonin ist ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt steuert. Erhöhte Werte können unter anderem auf Schilddrüsenerkrankungen hindeuten
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07. Mai 2019 - 11:49 Uhr

Das Hormon Calcitonin reguliert den Kalziumspiegel

Calcitonin ist ein Hormon, das den Kalzium- und Phosphathaushalt reguliert. Als Medikament wird es bei diversen Knochen- und Stoffwechselerkrankungen eingesetzt, um den Krankheitsverlauf zu mildern. Wir erklären, was genau Calcitonin ist, wo es produziert wird und wofür der menschliche Körper das Hormon benötigt.

Was ist Calcitonin?

Calcitonin ist ein Hormon, mit dem der Körper seinen Kalziumhaushalt sowie seinen Phosphathaushalt reguliert. Zusammen mit dem Parathormon kann Calcitonin das Fließgleichgewicht von Kalzium im Blut aufrechterhalten. Calcitonin besteht aus 32 Aminosäuren und gehört zur Klasse der Peptidhormone. Dies sind körpereigene Botenstoffe, die aus Proteinen gebildet werden. Das Calcitonin entsteht durch die Proteinbiosynthese im Zytosol spezialisierter Schilddrüsenzellen, die als C-Zellen (Calcitoninzellen) bezeichnet werden. Außerdem werden geringe Mengen des Hormons in der Nebenschilddrüse und dem Thymus gebildet.

Wann wird Calcitonin ausgeschüttet und was bewirkt es im Körper?

Calcitonin ist zusammen mit dem Parathormon für die Aufrechterhaltung der Kalziumhomöostase verantwortlich. Sinkt der Kalziumgehalt im Blut, wird in der Nebenschilddrüse vermehrt das Parathormon produziert. Ist der Calciumgehalt hingegen erhöht, so wird viel Calcitonin ausgeschieden, um eine Senkung des Kalziums zu bewirken und den Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Calcitoninproduktion wird aber nicht nur durch eine erhöhte Kalziumkonzentration, sondern auch durch gastrointestinale Hormone - bestimmte Hormone des Verdauungstraktes wie zum Beispiel Pentagastrin - stimuliert. Seine Wirkung entfaltet Calcitonin im Knochenmark, wo es verhindert, dass zu viel Kalzium aus dem Knochenmark ins Blut gerät. Außerdem wird durch Calcitonin die Resorption von Kalzium im Darm herabgesetzt und die Kalziumausscheidung sowie die Phosphatausscheidung über die Niere gefördert.

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Was passiert bei einem Mangel oder Überschuss an Calcitonin?

Das Calcitonin ist ein Antagonist zum Parathormon und somit ein wichtiger Regulator für den Kalziumhaushalt (Kalziumhomöostase). Verschiebt sich das Gleichgewicht der Hormone, so ist auch das Gleichgewicht des Kalziumhaushalts gestört. Durch eine solche Störung können Krankheitsbilder wie die Hypokalziämie entstehen, bei der es zu Krämpfen in der Skelettmuskulatur kommt. Ein Mangel oder ein Überschuss von Calcitonin kann zudem auf weitere ursächliche Erkrankungen hinweisen. Eine Unterversorgung mit Calcitonin kann durch eine Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst werden. Erhöhte Calcitoninwerte hingegen können auf eine Überfunktion der Schilddrüse hinweisen oder sogar ein Zeichen für ein Schilddrüsenkarzinom sein. Liegt ein Tumor in den C-Zellen der Schilddrüse vor, wird das Calcitonin vermehrt abgegeben.

Wann und wie wird Calcitonin in der Medizin eingesetzt?

Durch Calcitonin lässt sich die Kalziumhomöostase des Körpers regulieren. Der Verlauf diverser Knochenerkrankungen kann daher durch Calcitonin abgeschwächt werden. Bei Erkrankungen wie der Paget-Krankheit, bei denen ein unorganisierter Knochenumbau stattfindet, kann Calcitonin die Symptomatik mildern. Durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche werden mit Calcitonin behandelt, um einen Verlust an Knochenmasse zu verhindern. Bösartige Tumorerkrankungen können ebenfalls einen erhöhten Kalziumspiegel hervorrufen. Hier kann Calcitonin ebenfalls gegenwirken und die Calciumhomöostase wieder herstellen. Neben der nützlichen Wirkung als Regulator werden bei Calcitonin aber auch diverse Nebenwirkungen angezeigt. Unerwünschte Effekte wie leichte Hautrötungen bis hin zu gastrointestinalen Störungen wie Übelkeit und Erbrechen sind bekannt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.