Entzündungen der Augenlider

Gesundheitslexikon: Blepharitis

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11. April 2019 - 11:21 Uhr

Blepharitis: Was tun bei entzündeten Augenlidern?

Die Blepharitis fungiert als medizinischer Sammelbegriff für Entzündungen der Augenlider. Menschen jedes Alters können von den verschiedenen Formen der Lidentzündung betroffen sein.

Was ist eine Blepharitis?

Die Blepharitis geht in vielen Fällen mit einer Bindehautentzündung einher. In diesem Fall wird von einer Blepharokonjunktivitis gesprochen. Die Erkrankung erfolgt häufig infolge einer Hauterkrankung. Sie kann jedoch auch im Lid selbst entstehen. Die Blepharitis lässt sich klarer definieren, wenn das Lid nur partiell betroffen oder die Ursache bekannt ist. Zu den bekanntesten und verbreitetsten Formen gehört das Hordeolum, das im Volksmund auch als Gerstenkorn bezeichnet wird. Entzündungen des Lids können allergische, bakterielle oder mechanische Ursachen haben. Auch ein chronischer Verlauf ist möglich.

Ursachen und Symptome

Häufig geht eine Blepharitis aus einer länger bestehenden Hautkrankheit hervor. Des Weiteren kann eine genetische Disposition vorliegen. Hierdurch kann es zu einer pathologischen Fettsekretion an den Drüsen der Lider kommen, wodurch die Blepharitis begünstigt wird. In den meisten Fällen kommt es zu einer Verklebung der Augenlider. Insbesondere nach der Nachtruhe kann sich dieses Symptom bemerkbar machen. Als weiteres Anzeichen für eine Blepharitis gilt eine juckende Schwellung, die sich über das gesamte Lid erstrecken kann. In selteneren Fällen leiden die Betroffenen unter Ausfall der Wimpern. Auch Rötungen im erkrankten Areal sind möglich.

Diagnose einer Blepharitis

Zu Beginn der Untersuchung erfolgt eine umfangreiche Anamnese. Hierbei fragt der Arzt den Patienten nach seinen Gewohnheiten und den bisherigen Beschwerden. Des Weiteren untersucht er das Auge mit einer Spaltlampe. Hierdurch wird dem Arzt ermöglicht, das erkrankte Auge aus einer vergrößerten Perspektive zu betrachten. Besteht der Verdacht auf eine Blepharitis, kann auch ein Abstrich des Lids Aufschluss über eine potenzielle Erkrankung geben. So lässt sich ermitteln, ob etwaige Keime - beispielsweise Staphylokokken -  für die Erkrankung verantwortlich sind.

Therapie einer Lidentzündung

Es gibt diverse Faktoren, die den Heilungsverlauf des Lids unterstützen und beschleunigen können. Die jeweilige Behandlungsmethode hängt auch von der spezifischen Art der Blepharitis ab. Grundsätzlich gilt aber, dass eine akkurate Hygiene des Augenrandes absolute Priorität hat. Das Lid sollte idealerweise dreimal pro Tag gereinigt werden. Für diese Prozedur empfiehlt sich lauwarmes Wasser. So können auch schmerzhafte und störende Verkrustungen entfernt werden. Wärmebrillen und Bestrahlungen durch Rotlicht können ebenfalls zu einer Linderung der Blepharitis beitragen und den Heilungsprozess optimieren. Bei bakteriellen und allergischen Infektionen kann der Arzt zudem eine innere Medikation anordnen. Kortison und Antibiotika zählen in diesen Fällen zu den wirkungsvollsten Arzneien. Als geeignete Alternative können sich auch sanfte Lidmassagen erweisen, die in Richtung der Wimpern durchgeführt werden.

Vorbeugung gegen eine Blepharitis

Das Risiko einer Lidentzündung lässt sich grundsätzlich durch einige Vorsorgemaßnahmen eindämmen. An vorderster Stelle steht der hygienische Aspekt. Die Augenlider sollten nur mit zuvor gewaschenen oder desinfizierten Händen berührt werden. Bei starker Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich, einen Augenschutz - beispielsweise eine Sonnenbrille -  zu tragen. Des Weiteren rät die Schulmedizin zum Verzicht auf Nikotin. Der beißende Rauch stresst das Augenareal. Regelmäßiges Lüften, Staubwischen und Reinigen der Innenräume dient ebenfalls der Prävention einer Blepharitis. Auch der regelmäßige Wechsel der Bettwäsche kann sich als hilfreich erweisen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.