Gesundheitslexikon: Bilharziose (Schistomiasis)

15. April 2019 - 12:05 Uhr

Die Tropenkrankheit Bilharziose

Bilharziose ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten in tropischen Ländern. Verursacht wird die Erkrankung durch Parasiten, die in vielen warmen Binnengewässern in Afrika, Südamerika und Asien vorkommen.

Was ist Bilharziose?

Reisende können sich in tropischen Gewässern mit Bilharziose infizieren. Dabei befallen Parasiten Darm und Harnwege.
Bilharziose (Schistosomiasis) ist eine tropische Infektionskrankheit. Die Erreger sind Pärchenegel.
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Die Bilharziose, nach ihrem Erreger auch Schistosomiasis genannt, wurde vom deutschen Tropenarzt Thomas Bilharz im Jahr 1851 in Ägypten erstmals wissenschaftlich dokumentiert. Durch die Untersuchung von Mumien konnte nachgewiesen werden, dass die Krankheit bereits im alten Ägypten verbreitet war. Überträger des Erregers sind Süßwasserschnecken, die als Zwischenwirt ihre Larven im stehenden Süßwasser tropischer Länder ablegen. Von dort gelangen sie über die Haut in den Körper des Menschen oder anderer Säugetiere. Die Parasiten können verschiedene Organsysteme befallen und eine Reihe von Beschwerden verursachen.

Ursachen einer Bilharziose

Erreger der Bilharziose sind Pärchenegel (Schistosoma) aus der Familie der Saugwürmer. Die Larven (Zerkarien) durchdringen beim Kontakt mit infiziertem Wasser die Haut. Über die Blutbahn gelangen sie in die Lunge und schließlich in die Leber, wo sie zu erwachsenen Saugwürmern heranreifen. Je nach Art der Schistosomen können die geschlechtsreifen Pärchenegel in der Leber verbleiben oder sich in Milz, Harnblase, Darm oder anderen Organen einnisten. Dort legen sie pro Tag 300 bis 3.000 Eier ins Gewebe ab, was Entzündungsreaktionen und in der Folge Organschäden verursacht.

Symptome einer Bilharziose

Erste Symptome einer Bilharziose können sich bereits kurz nach dem Eindringen der Larven in die Haut als Hautausschlag mit Juckreiz zeigen. Drei bis zehn Wochen nach der Infektion beginnt die akute Phase der Erkrankung mit Fieber, Kopfschmerzen und allgemeinem Krankheitsgefühl, auch allergische Reaktionen und Lymphknotenschwellungen können auftreten. Ohne Behandlung geht die Schistosomiasis in die chronische Form über, die sich je nach dem befallenen Organ mit blutigem Urin, Blasenentzündungen, schleimig-blutigen Durchfällen oder einer Vergrößerung von Leber und Milz bemerkbar machen kann. Manchmal verursacht die Erkrankung kaum Beschwerden, sie kann aber auch einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Diagnose einer Bilharziose

Der Hinweis auf einen vorangegangenen Aufenthalt in den Tropen gibt dem Arzt einen ersten Anhaltspunkt für das Vorliegen einer Bilharziose. Weitere Aufschlüsse geben ein Blutbild und die Untersuchung von Stuhl und Urin auf Wurmeier, die allerdings erst etwa fünf Wochen nach der Ansteckung aussagekräftig ist. Auch Antikörper gegen den Erreger können im Blut erst zu diesem Zeitpunkt nachgewiesen werden. Im frühen Stadium der Infektion kann eine molekulargenetische Untersuchung Klarheit bringen. Ultraschalluntersuchungen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie helfen, bereits vorhandene Organschädigungen frühzeitig zu erkennen.

Behandlung/Vorbeugung

Zur Behandlung der Bilharziose wird der Wirkstoff Praziquantel eingesetzt. Das Wurmmittel tötet die Saugwürmer ab oder schädigt sie so stark, dass das Immunsystem sie effektiv bekämpfen kann. Setzt die Therapie bereits im frühen Stadium der Krankheit ein, heilt sie mit großer Wahrscheinlichkeit folgenlos aus. Sechs bis zwölf Monate nach der Behandlung zeigt eine Kontrolluntersuchung, ob sie erfolgreich war - in manchen Fällen ist eine Wiederholung notwendig. Die beste Vorbeugung besteht darin, in Bilharziose-Risikogebieten nicht in Süßwasser zu baden und den Kontakt mit möglicherweise infiziertem Wasser generell zu meiden. Nachträgliches Waschen schützt nicht vor einer Ansteckung!

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.