Eindringen von Fremdkörpern in die Atemwege

Gesundheitslexikon: Aspiration (in der Medizin)

© Nagy-Bagoly Arpad

28. März 2019 - 10:47 Uhr

Aspiration: Warum Verschlucken so gefährlich ist

Unter Aspiration versteht man im medizinischen Sinne das Eindringen von Fremdkörpern in die Luftröhre, die Bronchien oder gar in die Lunge. Es gibt typische Erkrankungen, welche die Gefahr einer Aspiration fördern. Zudem sind besonders die Personengruppen gefährdet, die noch nicht oder nicht mehr die ausreichende Kontrolle über ihren Körper bzw. die Schluckreflexe haben. Schnelle Behandlungen sind allerdings oftmals Erfolg versprechend und bieten den Betroffenen eine aussichtsreiche Hilfe. Vor allem Folgebeschwerden einer Aspiration stellen eine besondere Gefahr dar.

Was ist Aspiration?

Allgemein versteht man unter dem Begriff Aspiration eine Form des Verschluckens, im medizinischen Sinne also das Eindringen von Fremdkörpern in die Atemwege. Hierbei kann es sich sowohl um Nahrung und Flüssigkeiten als auch um Gegenstände handeln. Daraus folgt, dass besonders junge Kinder, ältere Menschen und Pflegebedürftige unter diesem Krankheitseffekt leiden. Die fehlende oder wenig ausgeprägte Kontrolle über den Schluckreflex beziehungsweise den Schluckvorgang fördern die Gefahr einer Aspiration. Erst wenn der Hustenreflex zum Auswerfen des Fremdkörpers erfolglos bleibt, stellen sich die Folgegefahren einer Aspiration ein. In der Luftröhre oder den Bronchien verbleibende Fremdkörper können zum Ersticken führen.

Wer ist besonders gefährdet?

Neben Kleinkindern, welche die Kontrolle über den Schluckvorgang noch nicht in Gänze beherrschen, sind besonders ältere Menschen gefährdet. Verstärkt wird das Risiko einer Aspiration auch durch eine verminderte Zungenbeweglichkeit, wie sie beispielsweise bei Parkinson auftritt. Hierdurch wird der Schluckvorgang gestört. Ebenso kann vermehrtes Erbrechen eine Aspiration sowie das Zurückströmen von Magensaft oder Speisebrei in den Mundbereich begünstigen. Personen, die über einen längeren Zeitraum nicht gegessen haben, oder auch ehemals intubierte Patienten können unter Aspiration leiden. Ein Schlaganfall kann die Gefahr ähnlich erhöhen. Bei Kindern sind während der oralen Phase vor allem Spielsachen oder kleine Gegenstände ursächlich für eine Aspiration.

Wie erkennt man eine Aspiration?

Führt der natürliche Hustenreflex nicht zum Auswurf des Fremdkörpers, kann durch diesen ein erheblicher Folgeschaden im Körper angerichtet werden. In der Regel erkennt man fremde Gegenstände in den Atemwegen anhand eines Pfeifens oder untypischen Atemgeräuschen. Dies geht normalerweise damit einher, einen Fremdgegenstand in den Atemwegen zu spüren. Im System der Bronchien wird zumeist ein wiederholter Hustenanfall ausgelöst, ohne dass es zum Auswurf eines Gegenstandes kommt. Eine Behinderung der Atmung geht damit oftmals nicht oder nur in geringer Ausprägung einher. Sicherheit bietet bei der Diagnose eine Thoraxröntgenuntersuchung.

Warum sollte die Aspiration behandelt werden?

Eine Aspiration kann erhebliche Folgeerkrankungen bzw. -gefahren begründen. Verbleiben Fremdkörper in den Atemwegen, können sich Bakterien dort festsetzen und zu Infektionen führen. Abhängig von der Größe des Gegenstandes kann es bis zur Erstickung kommen, wenn der Fremdkörper nicht zeitnah entfernt wird. Besonders quellende Fremdkörper stellen eine Gefahr dar, weil sie in den Atemwegen unausweichlich mit Flüssigkeiten in Berührung kommen. Gelangt der Gegenstand bis in die Lunge, kann er dort sogar die Gewebestruktur beschädigen. Folglich ist besonders die Unmittelbarkeit einer Behandlung ausschlaggebend für deren Erfolg. Infektionen können schnell mittels Antibiotika behandelt werden. Bei chronischer Aspiration schaffen Schlucktherapien Abhilfe.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.