Enzyme werden auch Biokatalysatoren genannt

Gesundheitslexikon: Amylase

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7. März 2019 - 13:02 Uhr

Amylase ist ein unverzichtbares Enzym

Am Zuckerstoffwechsel beteiligt ist Amylase ein wichtiges Enzym, welches sich im Speichel und auch in der Bauchspeicheldrüse findet. Es gibt zwei Arten der Verdauungsamylase, die es zu unterscheiden gilt. Sie ist nur eines der vielen Enzyme, die den Organismus beherbergen.

Was ist Amylase für ein Enzym?

Der Begriff wird oftmals als Synonym für Enzyme im Allgemeinen verwendet, es handelt sich jedoch um ein spezielles Enzym. Die Amylase ist ein Verdauungsenzym und spaltet Zuckermoleküle auf. Die sogenannte Speichel-Amylase sorgt dafür, dass die Verdauung eigentlich bereits im Mund anfängt. Sie wird in den Mundspeicheldrüsen gebildet und auch Alpha-Amylase genannt. Im Mundraum wird Nahrung eingespeichelt und zur weiteren Behandlung vorbereitet. Am Ende muss die Nahrung in Form eines Nahrungsbreis soweit zerlegt werden, dass die Moleküle durch die Darmwand ins Blut übergehen können.

Funktionen der Enzyme

Enzyme wie die Amylase sind wie Treibstoff für den Körper, ohne käme man nicht weit. Sie verantworten diverse biochemische Reaktionen im Organismus und werden auch Biokatalysatoren genannt. Sie spielen bei allen Vorgängen im Körper eine tragende Rolle, von der Verdauung bis hin zur Atmung. Man unterscheidet folgende Gruppen:

- Peptidasen

- Glykosidasen

- Lipasen

- Nukleasen

- Laktrase

Das Verdauungsenzym Amylase ist für die Zerlegung der Nahrung verantwortlich. Was Sie essen, wird bis zuletzt nicht nur durch beispielsweise Kauen zerkleinert, sondern in seine Grundbausteine zerlegt.

Kohlenhydrate verdauen mit Amylase

Im Speichel befindet sich das Enzym Alpha-Amylase, das Kohlenhydrate, genauer Stärke, in Maltose zerlegt. Je länger Sie die Nahrung kauen, desto mehr wird die Speise im Mund vorverdaut. Experten halten dies für gesund, zumal es die weiteren Verdauungsorgane entlastet. Danach wird die Nahrung über die Speiseröhre in den Magen geleitet Hier wird die Amylase durch die Enzyme Pepsin und Salzsäure deaktiviert. Weitere Amylasen sind im Bauchspeichel enthalten, der die verbliebene Stärke später im Verdauungsprozess noch einmal in Maltose und Glukose spaltet.

Amylase-Überschuss behandeln

Das spezielle Enzym wird nur dann als Laborwert festgestellt, wenn es einen Verdacht auf pathologische Veränderungen der Bauchspeicheldrüse oder ähnliches gibt. Eine Pankreatitis beispielsweise würde den Amylase-Gehalt im Blut stark erhöhen und nach einiger Zeit auch im Urin messbar sein. Der Arzt weiß aufgrund der Laborwerte, wie ein Amylase Überschuss zu werten ist, und muss anschließend die Ursache erforschen. Neben der krankhaften Bauchspeicheldrüse können auch weitere Organe erkrankt sein. Die Normwerte der Speichel-Amylase im Blut liegt bei 100 U/I, bei Nutzung des kinetisch-enzymatischen Farbtests.

Bei Mangel Amylase zuführen

Das Enzym kann bewusst eingenommen werden, um einen Mangel auszugleichen. Hierfür sollte man öfter zu rohem Obst und Gemüse greifen. In Lebensmittel enthaltene Enzyme sind allerdings sehr anfällig und gehen durch Kochen oder ein falsches Milieu schnell verloren. Eine Enzym-Supplementation kann sinnvoll sein, wenn man unter einer akuten Erkrankung leidet. Ansonsten können Sie Enzyme ganz natürlich aufnehmen und müssen keine künstlich hergestellten Kapseln schlucken. Enorm wichtig dabei ist es, auf den Rat zu hören, den Großmütter auf der ganzen Welt immer wieder geben: Kauen Sie das Essen gut durch, um die Arbeit der Enzyme zu erleichtern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.