Häufige Sehschwäche bei Kindern

Gesundheitslexikon: Amblyopie (Schwachsichtigkeit)

7. März 2019 - 10:10 Uhr

Die Amblyopie - eine besondere Form der Sehschwäche

Die Amblyopie oder auch Schwachsichtigkeit ist eine besondere Form von Sehstörung, die durch funktionelle Einschränkungen bei der Entwicklung des Sehzentrums entsteht. Daher beginnt die Entstehung der Schwachsichtigkeit immer in den frühkindlichen Entwicklungsphasen. Bei rechtzeitiger Erkennung ist sie noch korrigierbar, jedoch nicht mehr im Erwachsenenalter. In diesem Artikel erklären wir, was eine Amblyopie ist, wie sie sich von anderen Sehstörungen unterscheidet, durch was sie verursacht wird, welche Symptome auftreten, wie sie behandelt werden kann und welche Möglichkeiten es zu dessen Vorbeugung gibt.

Was ist eine Amblyopie?

Die Amblyopie oder Schwachsichtigkeit ist die Folge einer unzureichenden Entwicklung des Sehzentrums durch dessen fehlende Stimulation in den frühkindlichen Entwicklungsphasen. Meist ist nur ein Auge betroffen, in seltenen Fällen auch beide. Allgemein bedeutet Amblyopie, dass die Sehbahn des betroffenen Auges nicht genügend trainiert werden konnte. Die Schwachsichtigkeit ist durch eine Verminderung der Sehschärfe gekennzeichnet, die auch mit Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen nicht korrigierbar ist. Wenn eine Behandlung erst nach Abschluss der Entwicklung des Sehzentrums einsetzt, ist eine Korrektur der Sehschwäche nicht mehr möglich, da die entsprechenden Nervenverbindungen im Gehirn nachträglich nicht mehr hergestellt werden können.

Die häufigste Ursache ist das Schielen (Strabismus)

Eine Amblyopie wird durch fehlende Stimulierung der visuellen Bahnen der betroffenen Augen verursacht. Dafür kann es mehrere Ursachen haben: So können organische Störungen an den Augen die Lichtdurchlässigkeit der Augen beeinträchtigen. Gelangt zu wenig Licht durch eine Linsentrübung (Grauer Star) oder ein herabhängendes Augenlid durch die Augen, erfolgt eine zu geringe Stimulation der Sehbahnen. Auch Brechungsfehler der Augenlinsen, eine stark unterschiedliche Sehschärfe oder Schielen können zur Amblyopie führen. Durch unterschiedliche Brechungsverhältnisse der Augen kann die Stimulation eines Auges oder beider beeinträchtigt werden. Beim Schielen hingegen versucht das Gehirn, ein Auge auszuschalten, um Doppelbilder zu vermeiden.

Symptome

Eine Amblyopie ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

- ein- oder beidseitiges unscharfes Sehen, das Konturen verwischt und Probleme beim Lesen und Schreiben bereitet

- Beeinträchtigungen im räumlichen Sehen

- Lichtempfindlichkeit

- Augenzittern

- Kopfschmerzen

- teilweise Kurz- oder Weitsichtigkeit

- teilweises Schielen

- sonstige Sehstörungen

Je nach Ausmaß der Sehschwäche bereitet eine einäugige Amblyopie anfangs oft keine großen Probleme und wird kaum wahrgenommen. Eine beidäugige Amblyopie hingegen wird bereits zu Beginn als schwere Beeinträchtigung empfunden. Da sich die Probleme mit fortschreitendem Alter verstärken, kann auch ein fast nicht wahrnehmbares Schielen die Sehschärfe eines Auges bis zu einer einseitigen Blindheit verschlechtern.

Diagnose, Behandlung und Vorbeugung

Im Rahmen von Sehtests kann die Sehschärfe geprüft werden. Bei schlechten Testergebnissen erfolgt die Differenzialdiagnose zu anderen möglichen Ursachen. Ist die Amblyopie eindeutig diagnostiziert, muss noch die auslösende Ursache gefunden werden. Im Kleinkindalter kann durch die Behandlung der Ursache wie mangelnde Lichtdurchlässigkeit, Schielen oder Brechungsfehler die Stimulation der Sehbahnen genügend angeregt werden. Das betroffene Auge kann dann besonders durch eine Okklusionstherapie, bei der das gesunde Auge durch ein Pflaster abgedeckt wird, nachtrainiert werden. Im Erwachsenenalter ist eine solche Korrektur in der Regel nicht mehr möglich. Die beste Vorbeugung vor einer Amblyopie ist eine frühkindliche Untersuchung besonders bei familiärer Vorbelastung.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.