Ein chemischer Schleimlöser

Gesundheitslexikon: Acetylcystein

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1. April 2019 - 11:51 Uhr

Acetylcystein löst festsitzenden Schleim

Wenn Sie schon einmal eine starke Erkältung, eine Grippe oder gar eine Bronchitis hatten, werden Sie sicherlich mit Symptomen wie festsitzendem Schleim oder hartnäckigem Husten zu kämpfen gehabt haben. In einem solchen Fall können unter anderem Medikamente helfen, die den Wirkstoff Acetylcystein beinhalten. Dieser Stoff wirkt schleimlösend, wird in der Medizin aber durchaus auch noch bei anderen Krankheitsbildern eingesetzt. Was Acetylcystein ist, wie es wirkt und ob es sich um einen frei verkäuflichen Wirkstoff handelt, erklären wir Ihnen hier.

Was ist Acetylcystein?

Acetylcystein ist ein chemischer Schleimlöser. Er sorgt dafür, dass sich Schleim in den Bronchien - etwa bei hartnäckigem Husten oder einer Bronchitis - verflüssigt. Acetylcystein löst die sogenannten Brückenverbindungen im Schleim auf, sodass dieser weniger zähflüssig ist. So kann der Schleim leichter abgehustet und vom Körper abtransportiert werden. Darüber hinaus wird Acetylcystein auch die Eigenschaft zugeschrieben, freie Radikale abzufangen und den Körper entgiften zu können. Vor allem in Medikamenten wie ACC ist dieser Wirkstoff enthalten. Unter anderem ist er als Brausetablette erhältlich.

Wann wird Acetylcystein eingesetzt?

Es gibt mehrere Anwendungsgebiete für diesen Wirkstoff. Aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung findet er vor allem bei Erkältungskrankheiten mit festsitzendem Sekret Anwendung. Aber auch Krankheiten wie Bronchitis, Mukoviszidose oder Lungenentzündungen können mit Acetylcystein behandelt werden. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Paracetamolvergiftungen. Paracetamol ist ein sehr gängiges Schmerzmittel. Wird es überdosiert, kann Acetylcystein gegeben werden, um die Produktion von Glutathion wieder anzuregen. Dadurch wird Paracetamol angebaut und eine Schädigung der Leber verhindert. Mögliche Anwendungsgebiete für Acetylcystein im Überblick:

- Erkältungskrankheiten mit Husten

- Bronchitis

- Lungenentzündungen

- Mukoviszidose

- Paracetamolvergiftungen

Ist Acetylcystein verschreibungspflichtig?

Streng genommen lautet die Antwort auf diese Frage  "Jein". Es gibt Medikamente mit Acetylcystein, die frei verkäuflich sind. Es handelt sich dabei aber in der Regel um die bereits erwähnten Brausetabletten, die einfach in Wasser aufgelöst und dann getrunken werden. Allerdings kommt es auf die zugesetzte Menge von Acetylcystein an. Je nach Krankheitsbild kann es nötig sein, dass Acetylcystein in höheren Dosierungen verabreicht werden muss. Dann kann es natürlich passieren, dass diese Medikamente nicht mehr frei verkäuflich sind, sondern lediglich mit einem Rezept des behandelnden Arztes erworben werden können.

Was muss man bei der Einnahme von Acetylcystein beachten?

Wie bei vielen anderen Medikamenten gibt es auch hier Hinweise, die Sie vor und während der Einnahme beachten sollten. So kann es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Ohrensausen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Darüber hinaus ist die Gabe an Kleinkinder bis zu zwei Jahren nicht angezeigt. Bei älteren Kindern kann Acetylcystein allerdings im Rahmen von Mukoviszidose-Behandlungen eingesetzt werden. Behalten Sie die Eigenschaften des Medikaments im Hinterkopf. Die bewirkte Verflüssigung des Sekrets kann zu verstärktem Abhusten führen. Einerseits muss die Fähigkeit, abhusten zu können, gewährleistet sein. Andererseits ist eine Einnahme am Abend zu vermeiden, um die Nachtruhe nicht durch übermäßiges Abhusten zu stören.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.