Wer bin ich wirklich?

Gesunde Selbstreflexion: Diese 15 Fragen sollten Sie sich heute stellen

Junge blonde Frau steht gedankenversunken am Fenster und schaut hinaus.
Selbstreflexion kann uns helfen, uns selbst und unsere Umwelt besser zu verstehen – und unser Leben in die Hand zu nehmen.
redhorst - Fotolia, Klaus Thumser

von Leonie Zimmermann

Unsere Persönlichkeit ist im ständigen Veränderungsprozess. Umso schwerer fällt es uns manchmal, unser Handeln und Denken nachzuvollziehen. Dabei ist Selbstreflexion ein echter Gamechanger.

Bessere Entscheidungen durch regelmäßige Selbstreflexion

Was will ich wirklich? Eine Frage, die sich bestimmt jeder und jede von uns schon einmal gestellt hat. Nur ist es alles andere als einfach, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Das liegt auf der einen Seite daran, dass wir uns im Laufe unseres Lebens ständig verändern – und damit eben auch das, was wir vom Leben wollen. Und dann fällt es uns dank Dauerbeschäftigung durch Arbeitsalltag, Internet und Freizeitstress oftmals schwer, uns wirklich selbst zu hinterfragen.

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Dabei kann regelmäßige Selbstreflexion unser Leben nachweislich bereichern. Wer sich selbst, seine Gedanken und Gefühle und sein Handeln regelmäßig hinterfragt, der trifft nicht nur bessere Entscheidungen, sondern kann seine Werte, Grenzen und Bedürfnisse auch klarer kommunizieren und durchsetzen und verfolgt seine Ziele und Träume gezielter – weil er sie kennt.

Selbstreflexion kann unsere Produktivität steigern

"Man sollte vor allem in sich selbst investieren. Das ist die einzige Investition, die sich tausendfach auszahlt", sagte der Milliardär Warren Buffett vor einigen Jahren. Er sprach damals vor allem von einer Investition in Erfolg. Eine Wirkung von Selbstreflexion, die mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt ist.

So konnten die Forschenden Francesca Gino und Gary Pisano an der Harvard Universität mit einer Studie beweisen, dass tägliche Reflexion über den beruflichen und persönlichen Erfolg unsere Produktivität steigern kann. Uns regelmäßig selbst zu hinterfragen kann also dazu führen, dass wir unser Verhalten ändern – und zwar zum Positiven.

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Selbstreflexion braucht vor allem eins: Zeit

Eine ähnliche Wirkung ist auch bei negativen Gefühlen möglich: Wenn wir es gewohnt sind, uns selbst zu reflektieren, dann nehmen wir auch Ängste und Sorgen nicht so einfach hin und können besser damit umgehen. Langfristig macht Selbstreflexion es uns möglich, unsere Impulse besser zu kontrollieren und aus unseren Fehlern auch wirklich zu lernen, statt sie wieder und wieder zu wiederholen.

Wichtig für die Selbstreflexion ist allerdings, sich die richtigen Fragen zu stellen und sich wirklich Zeit zu nehmen, um intensiv darüber nachzudenken. Und es gibt Fragen, die sich wirklich jeder von uns einmal stellen sollte, um sich selbst besser kennenzulernen. Die folgenden 15 Stück gehören auf jeden Fall dazu.

15 Fragen, die sich jeder von uns stellen sollte

  1. Wer bin ich, wenn niemand zusieht?
  2. Was für ein Mensch will ich gewesen sein?
  3. Welche Menschen sind mir im Leben wirklich wichtig?
  4. Wofür stehe ich jeden Morgen auf?
  5. Was bedeutet Erfolg für mich?
  6. Was ist mein größter Traum?
  7. Was hält mich davon ab, ihn mir zu erfüllen?
  8. Welche Werte sind mir wichtig – und warum?
  9. Was kann ich gut und was nicht?
  10. Bin ich ein gute:r Freund:in?
  11. Wie finde ich mich eigentlich selbst?
  12. Habe ich Angst vor dem Tod?
  13. Welchen Stellenwert hat Geld, Liebe und Freundschaft in meinem Leben?
  14. Was war der schönste Moment meines Lebens?
  15. Könnte ich von vorne beginnen – was würde ich anders machen?

Das Idealbild der Persönlichkeit vergessen

Natürlich ist das nur eine Inspiration an Fragen, die wir uns selbst stellen können, um uns etwas besser zu verstehen. Wichtig ist es, mit einer offenen Haltung an Selbstreflexion heranzugehen und zu versuchen, ehrlich mit sich selbst zu sein. Häufig beantworten wir die entsprechenden Fragen so, wie wir gerne wären, statt so, wie wir wirklich denken.

Versuchen Sie also, Ihr Idealbild Ihrer Persönlichkeit bei Seite zu schieben und sich darauf einzulassen, wer Sie wirklich sind. Nur so können Sie auch herausfinden, was Ihnen wirklich gut tut und was Sie vom Leben wollen. Denn es ist so, wie schon der große Philosoph Seneca einst sagte: "Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige."

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de.