Was der deutsche Tierschutzbund dazu sagt

Gesetzesentwurf zu Haustieren empört Spanien! Werden Hamster, Sittiche & Co. verboten?

ARCHIV - Die zehnjährige Leonie streichelt ihr Meerschweinchen Speedy auf dem Bauernhof in Erkelenz (Archivbild vom 18.02.2011). Eine Hobbyzüchterin aus Hadlikon, einem Dorf im Zürcher Oberland in der Schweiz vermietet Miet-Meerschweinchen für verwai
Kinder lieben Meerschweinchen und lernen mit ihnen, was es bedeutet, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen.
dpa, Roland Weihrauch

von Ingo Jacobs

Für viele Menschen sind Haustiere treue Begleiter, vor allem Hamster und Meerschweinchen erfreuen sich bei kleineren Kindern großer Beliebtheit – Eltern erhoffen sich, dass der Nachwuchs so einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebewesen erlernt. Für Kinder in Spanien könnte das bald vorbei sein, befürchten jetzt Kritiker eines neuen Gesetzesentwurfes. Was steckt dahinter?

Spanien: Haltung bestimmter Tiere in Zukunft verboten?

Die linke Regierungskoalition unter Ministerpräsidenten Pedro Sánchez billigte im Sommer dieses Jahres einen Gesetzesentwurf, der die Haltung bestimmter Tiere in Zukunft verbietet. Darin enthalten ist auch der Beschluss, eine Positivliste mit erlaubten Tieren für die Heimtierhaltung zu erstellen. Aber noch ist das Gesetz nicht verabschiedet, noch ist keine Liste erstellt.

Kritiker greifen das Gesetzesvorhaben scharf an

Trotzdem ist die Aufregung in Spanien groß. Das Gesetz will im Kern, dass Arten, die invasiv sind oder die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen können, nicht mehr gehalten werden dürfen. Viele Beobachter glauben, dass diese Liste deswegen sehr kurz ausfallen wird. Tierarzt Manuel Fuentes, Falkner und Mitglied des Vereins Nostra Terra, sagte gegenüber spanischen Medien, dass es – nehme man das Gesetz wörtlich – am Ende verboten wäre, „irgendein Tier zu halten“.

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Hamster, Meerschweinchen & Co - diese Tiere wären dann nicht mehr erlaubt

Kritiker befürchten, dass auch die bei Kindern beliebten Heimnager wie Mäuse, Hamster, Chinchillas oder Meerschweinchen verboten werden könnten. Aber auch Schildkröten, von denen einige Arten gefährdet sind und in freier Wildbahn mit einheimischen Arten um Nahrung konkurrieren, Papageien, Unzertrennliche oder Sittiche, die in Spanien erfolgreich gezüchtet und exportiert werden, könnten demnach auf der Ausschlussliste stehen, daneben exotische Reptilien, Schlangen, Leguane, Eidechsen aller Art, Chamäleons oder Geckos und diverse Spinnenarten.

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Deutscher Tierschutzbund befürwortet Positivliste

In Deutschland gibt es derzeit für die Heimtierhaltung nur Negativlisten und das auch nur in neun Bundesländern. Eine Positivliste würde der Deutsche Tierschutzbund auch hierzulande begrüßen. „Bei einer Negativliste muss ich ja jedes einzelne Tier auflisten, das aus Artenschutz-, aus Naturschutz- oder Gesundheitsgründen problematisch ist“, sagt uns Pressesprecherin Lea Schmitz. „Und das sind natürlich eine ganze Menge Tierarten.“

Populäre Heimnager in Deutschland unproblematisch

Meerschweinchen oder Hamster hätten auf der Positivliste dann aber auf jeden Fall einen Platz. „Ich kann nicht beurteilen, ob diese Tierarten in Spanien ein Problem darstellen, wenn sie ausgesetzt werden“, sagt uns Schmitz, „in Deutschland wäre das nicht der Fall, weil sie in freier Wildbahn einfach nicht lange überleben würden.“ Geplant ist eine solche Positivliste in Deutschland aber nicht, im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition kommt sie nicht vor. In Europa haben acht Länder eine solche Liste, in vielen anderen wird sie diskutiert. Auch die EU-Kommission prüft ein entsprechendes Dokument, nachdem sich 19 Mitgliedsstaaten dafür ausgesprochen hatten.