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Gerichtsurteil über Lebenserhaltung: Hollie gibt den Kampf um ihren Sohn Archie (12) nicht auf

"Er hat meinen Finger gedrückt"

Gericht entscheidet über lebenserhaltende Geräte - Mutter kämpft für Archie (12) im Koma

Es geht um die Frage, wann Menschen wirklich tot sind. Hollie Dance kämpft dafür vor Gericht um das Leben ihres Sohnes Archie.
Es geht um die Frage, wann Menschen wirklich tot sind. Hollie Dance kämpft dafür vor Gericht um das Leben ihres Sohnes Archie.
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Hollie Dance kämpft vor Gericht um das Leben ihres Sohnes. Der 12-jährige Archie Battersbee liegt im Koma auf der Intensivstation, ob er weiter um sein Leben kämpfen darf, hat jetzt eine Richterin entschieden.

Ein Kampf um Leben und Tod

Während der 12-jährige Archie verkabelt im Koma liegt, entbrennt um ihn herum ein Kampf auf Leben und Tod. Die Ärzte des „Royal London Hospital“ sagen, es sei „sehr wahrscheinlich“, dass der Junge Hirntod sei und wollen die Maschinen abstellen, die ihn am Leben halten. Seine Mutter Hollie Dance will das nicht zulassen. Sie glaubt, ihr Sohn brauche „mehr Zeit“, wie sie der „Daily Mail“ sagt. „Er hat meinen Finger leicht gedrückt“, sagt sie und ergänzt, dass er die Augen geöffnet habe, als ein Atemschlauch ausgetauscht wurde. Laut der Klinik, können aber sogar hirntote Patienten noch körperliche Reflexe haben.

Über das Leben des Jungen hat am Freitag ein Gericht entschieden. Die Spezialisten des Krankenhauses baten vor Gericht, einen medizinischen Test durchzuführen, der zeigen soll, ob Archies Hirnstamm tot sei. Seine Mutter Hollie hat vor Gericht Zweifel an der Behandlung ihres Sohnes geäußert und will, dass die Ärzte die Behandlung des 12-Jährigen fortführen.

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Archie wurde bewusstlos zuhause gefunden

Warum genau Archie überhaupt ins Koma gefallen ist, weiß niemand genau. Am 7. April fand ihn seine Mutter mit einer Binde um den Hals. Sie vermutet, dass er an einer trendenden Online-Challenge teilgenommen und sich – vielleicht unbewusst – selbst verletzt habe.

Seitdem er ins Krankenhaus gebracht wurde, ist er nicht erwacht. Für Mutter Hollie sind die seither vergangenen fünf Wochen nicht lang genug, um das Leben ihres Sohnes aufzugeben. „Ich habe länger gebraucht, um mich von der Grippe zu erholen“, sagt sie laut „Daily Mail“ vor Gericht.

Die Familie hat sich Beistand des „Christian Legal Centres“ geholt, eine Organisation, die die Familie im Kampf um Archies Leben unterstützt. „Wir möchten ihm jede Chance auf Leben geben“, so ein Sprecher der Organisation.

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Seine Familie versucht ihn zurückzuholen

Am 13. Mai hat das Gericht nach den Anhörungen über Archies weiteres Leben entschieden. Es sei in Archies „bestem Interesse“, dass die Ärzte seinen Hirnstamm auf mögliche Hirnaktivitäten untersuchen. Infolgedessen sei auch das Abschalten der lebenserhaltenden Maschinen eine Option.

Aktuell versuchen seine Mutter Hollie und ihre Familie Archie zu unterstützen. Täglich besuchen sie ihn, reden mit ihm und spielen ihm seine Lieblingsmusik vor. Ob ihn das erreicht, weiß niemand. Ob sie weiterhin versuchen dürfen, ihn zurückzuholen, wird das Ergebnis der ärztlichen Tests zeigen. (lra)