General Motors weitet Rückrufe drastisch aus

18. März 2014 - 11:37 Uhr

Nach harscher Kritik über den Umgang mit gefährlichen Mängeln beordert der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) in den USA weitere gut 1,5 Millionen Wagen in die Werkstätten. "Ich habe unser Team angewiesen, die Bemühungen bei unseren laufenden Produktüberprüfungen zu verstärken", erklärte GM-Chefin Mary Barra am Montag in Detroit. Sie versprach rasche Lösungen.

GM steht im Verdacht, einen Rückruf wegen defekter Zündschlösser ein Jahrzehnt lang verschleppt zu haben. Bei mehr als 1,6 Millionen Wagen weltweit droht der Zündschlüssel während der Fahrt in die "Aus"-Position zurückzuspringen. Das schaltet in der Regel nicht nur den Motor ab, sondern auch Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags. Der Autobauer selbst bringt zwölf Unfalltote mit dem Defekt in Verbindung, Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

Die Detroiter starteten nun drei neue Rückrufe. Bei 1,18 Millionen Geländewagen können die Airbags und Gurtstraffer ausfallen. Bei 303.000 Transportern gibt es Materialprobleme am Armaturenbrett. Und bei knapp 64.000 Cadillac-Limousinen kann ein Kurzschluss im Motorraum zu einem Feuer führen. Opel-Fahrzeuge seien von den neuerlichen Rückrufen nicht betroffen, erklärte ein GM-Sprecher. Während die problematischen Zündschlösser ausschließlich in alten Modellen von 2003 bis 2007 steckten, müssen nun Wagen aus den Jahren 2008 bis 2014 in die Werkstatt. Für aktuelle Modelle gilt ein Verkaufsstopp, bis die Mängel behoben sind. GM schätzt, dass alle Rückrufe zusammengenommen das Unternehmen in diesem Quartal 300 Millionen Dollar (215 Mio Euro) kosten werden.