Was macht einen Wassersprudler ökologisch?Nachhaltig Wasser sprudeln: Mysoda Wassersprudler Woody und Ruby im Alltagstest

Wassersprudler Ruby und Woody von MySoda
Wassersprudler Woody (links) und Ruby von Mysoda
Mireilla Zirpins, RTL News
von Mireilla Zirpins

Ein nachhaltiger Wassersprudler? Ist das nicht umweltfreundlich genug, wenn wir unser Wasser selbst aufsprudeln, statt Getränkekisten zu kaufen, die auf ihrem Weg zu uns zig Mal Auto fahren? Nun, man kann noch weiter gehen und auch bei der Produktion und dem Material der Sprudel-Maschinen auf Nachhaltigkeit setzen. Der finnische Hersteller Mysoda hat sich das auf die Fahnen geschrieben. Wir haben sein Öko-Vorzeigegerät Woody unter die Lupe genommen und das teurere Aluminium-Modell Ruby gleich dazu.

Die Testgeräte Woody und Ruby von Mysoda: Was gibt's fürs Geld?

  • Mysoda Woody* (rund 80 Euro mit einer 1-Liter-Kunststoffflasche für 0,85 Liter Sprudel)

  • Mysoda Ruby* (rund 180 Euro mit zwei Kunststoffflaschen – eine à 1 Liter (für 0,85 l Sprudel) und einer mit 0,5 Litern Fassungsvermögen

Warum der Preisunterschied? Begründung des Herstellers: Ruby sei mit einem Aluminiumgehäuse teurer in der Herstellung als Woody aus dem Recycling-Stoff Holzkomposit. Weiterer Unterschied in der Ausführung: etwas teurere Flasche plus eine zweitere kleinere. Zudem hat die Karbonisierungsdüse des Ruby einen Aufsatz, der die Bildung von Eiskristallen beim Sprudeln kalten Wassers unterbinden soll.

Pro- und Kontra-Punkte im Überblick:

Für beide Geräte

✔️ Hochwertige stylische Optik

✔️ Durch schmales Design äußerst platzsparend

✔️ Einfache Handhabung- Flaschen aus Plastik – leider mit Verfallsdatum und maximal bei 40 Grad zu spülen

❌ Das Entfernen der Flasche mit gesprudeltem Wasser – man muss sie schräg stellen, um Druck abzulassen

Woody:

✔️ Recycling-Material bei Korpus und Flaschenbasis bzw. -deckel

✔️ Karbonisierungsdüse besonders einfach zu reinigen

✔️ Sympathisches Preis-Leistungs-Verhältnis

Ruby:

✔️ Gute Standfestigkeit durch hohes Eigengewicht (knapp 2 Kilo)

✔️ Matte Oberfläche mit Fingerabdruckschutz – einfach abwischbar

❌ Zwischenzeitlic löste sich die Flasche und Wasser austrat – Dichtungsproblem konnten wir mit Hilfe des Kundenservices aber selbst beheben

❌ Preislich eher im oberen Segment

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Wassersprudler-Unboxing: Der ausführliche Erfahrungsbericht

Mysoda bemüht sich, schon bei der Produktion den CO2-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten, zum Beispiel durch Nutzung von Ökostrom bei der Befüllung der Kohlensäurezylinder. Konsequenterweise kommen die beiden Testgeräte ganz plastikfrei verpackt an. Die Sprudler selbst und die Flaschen sind im Karton noch mal gegen Kratzer geschützt durch Mikrofleece-Säckchen, die man noch gut als Schuhbeutel fürs Urlaubsgepäck weiterverwenden kann. Lediglich die Sprudlerpatronen sind wie alle Konkurrenzprodukte von Plastik umhüllt.

Die Plastikflaschen von Woody und Ruby

Die Flaschen selbst bestehen aus Plastik. Das ist laut Herstellerangaben BPA-frei. Weichmacher wurden von Öko-Test im Juli 2022 nur in Spuren nachgewiesen – wie bei anderen Geräten auch. Das betrachten die Tester als harmlos und werten nicht ab. Der Hersteller dazu: „Mysoda erfüllt die EU-Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit und testet regelmäßig alle seine Produkte auch nach nationalen Normen. Leider haben wir Informationen über die im Ökö-Test gefundenen Weichmacherspuren nicht von Öko-Test erhalten.“

Die Kunststoffflaschen haben wie alle ihrer Art eine begrenzte Lebensdauer. Die wird von Mysoda mit drei Jahren angegeben. Wenn die Flaschen hart werden, können sie sich beim Zufügen der Kohlensäure nicht mehr genug ausdehnen.

In unserem Fall standen als Ablaufdaten 10/2023 auf den Flaschen bzw. 04/2024 – in dem einen Fall kaum mehr als ein Jahr Haltbarkeit, in dem anderen knapp anderthalb. Wir haben offenbar Geräte aus einem älteren Marketingbestand bekommen, wofür sich der Hersteller entschuldigt. TIPP: Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Flaschen eine lange Lebensdauer haben.

Fast alle Teile der Flasche lassen sich recylen. Schön ist, dass bei Ruby noch eine kleine Flasche dabei ist, die eine gute Größe für unterwegs hat. Man kann sie für Woody nachkaufen.

Look: gleiches Prinzip, unterschiedliche Optik bei Woody und Ruby von Mysoda

Wassersprudler komplett aus Recycling-Holzkomposit
Woodys "Holzoptik" im Detail
Mireilla Zirpins, RTL News

Stylish sehen sie auf den ersten Blick beide aus und sind auch etwa gleich groß und beide angenehm schmal. Die glatte Optik des Ruby gefällt uns besser. Da hätten wir das Ablaufgitter und die Flaschen lieber auch in Schwarz als in Silber gehabt, aber das ist natürlich Geschmackssache. Aber Ruby ist eben nicht aus Recyclingmaterial hergestellt.

Der Woody hingegen ist komplett schwarz und hat mit dem kompakteren Sockel die hübschere Form. Allerdings finden wir ausgerechnet den „Holzlook“ gewöhnungsbedürftig. Man sieht nämlich deutlich, dass er aus einem Komposit gefertigt ist – im Grunde so etwas wie feinere Recycling-Spanplatte aus klitzekleinen Holzhackschnitzeln und Biokunststoff auf Basis von Roh-Tallöl – beides Abfallprodukte der Zellstoff- und Holzindustrie. Da verzeihen wir, dass das Holzgemisch nicht komplett durchgefärbt ist und ein paar hellere Fusseln aufweist.

Aufbau: Stecken, schrauben und los geht‘s

Man braucht im Grunde keine Anleitung, obwohl ein verständlich gehaltenes Heftchen mit zahlreichen Piktogrammen beiliegt. Mit einem Rechtsschwenk dreht man das Oberteil vom Sockel ab. Transportsicherung herausdrehen, CO2-Zylinder rein und in den hohlen Sockel stecken. Oberteil festdrehen – betriebsbereit sind Woody und Ruby.

Sprudeln auf Knopfdruck, aber Druckausgleich nötig

Wassersprudler: Detailaufnahme
Sprudelvorgang im Detail
Mireilla Zirpins, RTL News

Die mit Wasser gefüllte Plastikflasche wird einfach eingehängt. Den Knopf obendrauf 2-3 Mal drücken – fertig. Schaffen unsere Kinder (8 und 11) mit links. Wir sind erstaunt, wie schnell eine große Flasche Leitungswasser mit Kohlensäure versetzt ist. Das dauert bei anderen Geräten gern länger und ist oft auch lauter. Nicht wirklich intuitiv ist die Entnahme der Flasche: Man kann sie direkt nach dem Sprudeln nicht wieder abdrehen, sondern muss sie leicht zu sich ziehen und „Druck“ ablassen. Laut Hersteller senkt diese Technik den CO2-Verbrauch.

Bei Woody läuft das super. Allerdings finden wir das Ergebnis deutlich sprudeliger, wenn das Wasser leicht vorgekühlt ist. Bei unserem eigenen Gerät sprudeln wir sonst problemlos auch zimmerwarmes Leitungswasser. Wer lieber medium trinkt, ist bei MySoda auch ohne Kühlung happy. Bei Ruby hatten wir nach ein paar Wochen Testbetrieb zunehmend Probleme mit der großen Flasche. Das Wasser perlte nicht so richtig, manchmal blieb der Schraubkopf beim Entnehmen vorn hängen. Am Ende war dann die Gasflasche im Korpus lose und es lief unten etwas Wasser aus. Edit: Nach Rücksprache mit dem Kundenservice haben wir das Problem gefunden: Es lag an der Dichtung und ließ sich ganz easy mit einem Fingerdruck beheben – wenn man’s weiß!

Blind-Verkostung mit Ruby und Woody

Wir sprudeln Wasser auf, und zwar so stark es irgendwie geht mit dem jeweiligen Gerät – als Vergleichsgröße dient der Glasflaschen-Sprudler eines anderen Herstellers, der seit Jahren in unserer Küche steht. Wir gießen das Wasser in je drei gleich aussehende Gläser, unter die wir vorher Aufkleber mit dem Namen des jeweiligen Geräts geklebt haben. Nach dem Sprudeln werden die drei Gläser pro Person lustig gemischt – Sie wissen schon, das können wir gut bei RTL („Rosso, giallo, blu!“).

Keiner weiß bei unserem Versuch, was er da trinkt. Anschließend bewerten alle getrennt voneinander den Inhalt jedes Glases nach Geschmack und Blubberstärke und vergeben ein Ranking von 1 bis 3. Bei allen Testpersonen unserer absolut nicht repräsentativen Family-Jury mitsamt Gastkind kommt jeweils ein Mysoda-Sprudel am besten weg, aber lustigerweise mal der aus dem Woody und mal der aus dem Ruby. Dann wiederholen wir den Versuch nochmal mit etwas kälterem Wasser. Interessanterweise kommen wir zu genau dem gleichem Ergebnis. Wasser ist offenbar Geschmackssache!

TIPP: Kühlen Sie das Wasser vorher, auch im Winter. Denn ein richtiger Knaller-Sprudel wird’s mit Wasser in Zimmertemperatur nicht – aber das ist bei den meisten Soda-Makern so. Wer’s medium oder leicht mehr mag, wird aber auch ohne vorheriges Kühlen bedient. Billiger als das Blubberwasser ist das Selbstgesprudelte auch nicht. Aber dafür fällt das lästige Flaschen- und Leergut-Schleppen weg.

Reinigung der Flaschen und der Wassersprudler

Beide Geräte lassen sich gut mit einem feuchten Tuch abwischen. Fingerabdrücke sieht man auf den Geräten wirklich nicht, nur auf den Flaschen. Der finnische Sprudelfabrikant empfiehlt eine Reinigung der Plastikflaschen nur mit Wasser bzw. maximal mit einer Flaschenbürste und mildem Spülmittel. Wer nur Leitungswasser aufsprudelt, wird das sehr selten machen müssen. Aber ganz wichtig: Niemals aus den Flaschen trinken, sondern immer umfüllen und Geschmackszusätze auch erst im Glas zufügen.

Lese-Tipp: Wassersprudler und -flaschen fix reinigen – so geht’s

Generell hätten wir Glasflaschen bevorzugt oder solche, die auch in die Spülmaschine dürfen. Der Hersteller versichert uns, beides sei bereits in Entwicklung.

Weitere Informationen zu unserem Alltags-Test:

Wir haben die Geräte im Alltagsbetrieb in einer Familie subjektiv getestet und nicht im vergleichenden Produkttest unter Laborbedingungen. Dafür gibt es spezialisierte Testredaktionen. Hier finden Sie den letzten Wassersprudler-Check des Magazins Öko-test.

Die Geräte wurden uns vom Hersteller kostenfrei zu Testzwecken überlassen.

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