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Gefahr: Drogenschwemme aus Afghanistan

Gefahr: Drogenschwemme aus Afghanistan

Opium für die Welt

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland war in den vergangenen Jahren rückläufig. Nun haben Experten aber große Sorge, dass sich dieser Trend bald ändern könnte, denn billiges Opium und Heroin aus Afghanistan überschwemmen neuerdings den Markt.

Drogen in Deutschland
Knapp 950 Menschen starben 2013 in Deutschland an Drogen, zwei Drittel von ihnen waren heroinabhängig. Foto: Symbolbild.
MEV

Ein ganz normaler Samstagabend in Berlin: 20 bis 30 Euro kostet dort der Schuss. Es ist gestrecktes Heroin mit mieser Qualität. Man braucht nicht lange nach Dealern zu suchen.

Ein Junge kennt die Szene, er will Dennis genannt werden. 18 Jahre ist er alt, nach erfolgreichem Entzug darf er sich jetzt Ex-Junkie nennen. Aber er weiß noch, wie leicht es war, an den Stoff zu kommen: "Mir hat einer eine Telefonnummer gegeben und gemeint: Hier, ruf an, wenn du was brauchst. Und dann hat man sich irgendwo getroffen. Es geht relativ schnell", erinnert er sich.

Knapp 950 Menschen starben 2013 in Deutschland an Drogen

So laufen die Deals: Überwachungsbilder des Berliner LKA zeigen, wie eine Kundin im Rollstuhl sich mit ihren Dealern am U-Bahnhof Schwarzkopfstraße trifft. Sobald der Preis vereinbart ist und das Geld bezahlt, holt der Dealer die Ware als Drogenkugel aus seinem Mund. Das Ganze dauert keine Minute.

Knapp 950 Menschen starben 2013 in Deutschland an Drogen, zwei Drittel von ihnen waren heroinabhängig. Diese Zahl ist zwar leicht rückläufig. Aber den Ermittlern bereitet dennoch zunehmend Sorge, dass der Markt mit billigem Heroin aus Afghanistan überschwemmt wird: "Die Lage in Afghanistan dürfte hinlänglich bekannt sein. Was den Rauschgiftanbau angeht, so gehen wir davon aus, dass seit Jahren weit über den Weltbedarf produziert wird", meint Wolfgang Oegel vom Bundeskriminalamt.

Erst Ende Januar konnte der Zoll am Leipziger Flughafen 45 Kilogramm Heroin sicherstellen, eingewebt in Perser-Teppiche. Über den Iran und die Türkei kommt der Stoff nach Deutschland. Im holländischen Venlo entdeckten Fahnder ebenfalls im Januar gar 1,2 Tonnen Heroin in Tomatendosen versteckt. Sie ist nach wie vor die tödlichste Droge überhaupt.