Blätter-Haufen wegen städtischer BäumeGarten verdreckt: Ehepaar fordert 1.000 Euro Laubrente
Wenn der Herbst kommt, kommt die Wut. Eigentlich besitzt Sonja Luetgens (57) einen schönen Garten. Doch der Dreck städtischer Bäume macht ihn zum Schlachtfeld. Jedes Jahr würden zig Kilo Laub auf ihren Rasen fallen, heißt es. Ärgerlich: nicht die Stadt als Baum-Besitzer kümmert sich um die Beseitigung der Blätter, sondern Frau Luetgens selbst – trotz Hand-OP. Jetzt fordert sie eine Laubrente.
Anwohnerin fordert 1.000 Euro von der Stadt
„Man muss immer wieder von vorne anfangen. Immer wieder. Der Garten ist sauber, am nächsten Morgen guckt man raus -pong“, ärgert sich Sonja Luetgens. Allein seit Anfang Oktober hätten sie und ihr Ehemann zwölf Säcke Laub aufgesammelt. Jetzt reicht es der Mechatronikerin: Sie will eine Entschädigung von der Stadt – die sogenannte Laubrente. Die muss eigentlich von einem Nachbarn gezahlt werden, wenn dessen Baum anliegende Grundstücke übermäßig verschmutzt. Die Forderung: 1.000 Euro im Jahr.

Die Idee dazu findet Sonja Luetgens beim Surfen im Netz. „Ich bin darauf gestoßen im Internet, ne. Ich denke: Was ist das? Eine Laubrente kannte ich gar nicht – und den Paragraphen auch nicht“, so die Laub-Belästigte. Sie habe sich daraufhin schlau gelesen und sei zu dem Schluss gekommen, dass Gesetze, die auf Bürger zuträfen, auch auf die Stadt zutreffen müssten.
Doch ganz so leicht ist es nicht. Das erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. Denn: Dieses Gesetz betrifft eigentlich nur den privaten Bereich. „Meistens ist es ja so, dass die Städte über die Abfallreinigungssatzungen die Pflichten auf die Anwohner übertragen und das ist auch zulässig“, so der Experte. Sprich: Rein rechtlich gesehen könnte die Stadt von Sonja Luetgens verlangen, dass der Baum-Dreck beseitigt wird.
Wirtschaftsbetriebe prüfen den Fall
Kleiner Lichtblick: Die Vlothoer Wirtschaftsbetriebe sind gesprächsbereit. „Natürlich habe ich auch Verständnis für das Begehren der Anwohner. Laubbefall macht mit uns allen viel“, so Geschäftsführer Bernd Adams. Sobald ihm die Beschwerde von Sonja Luetgens schriftlich vorliegen würde, sei er bereit, den Fall prüfen zu lassen.
Vielleicht doch noch ein kleines Happy End, obwohl feststeht: Blätter wegräumen wird die Anwohnerin auch weiterhin müssen – mit oder ohne Laubrente.





























