Corona-Beschränkungen zum Start des Turniers

EM-Fieber steigt: Wo darf ich mit Freunden die Spiele gemeinsam schauen?

10. Juni 2021 - 9:38 Uhr

Endlich wieder gemeinsam Fußball genießen

Pünktlich zum Start der Europameisterschaft passiert in Deutschland das, worauf nicht nur die Fußball-Fans so lange gehofft haben: Die Inzidenzwerte sinken und die Corona-Regeln werden weiter gelockert. Dafür steigt in unserer Fußballnation etwas anderes: das EM-Fieber! Biergärten, Balkone und Supermärkte werden wieder in schwarz-rot-gold geschmückt und machen Lust auf den Start des Turniers. Endlich wieder gemeinsam mit Freunden oder Nachbarn die Spiele genießen? In vielen Regionen ist das nicht nur im heimischen Garten oder auf dem Balkon möglich. Wir geben einen Überblick, wie die Regeln zum Turnierstart für die diesjährige Fußball-Party in Deutschlands Großstädten aussehen – und wie jeder ganz leicht herausfinden kann, welche aktuellen Auflagen in seiner Region beim Rudel-Gucken eingehalten werden müssen. Denn so schnell, wie sich die Pandemie-Lage verändert, können sich auch weiterhin die Corona-Beschränkungen ändern.

So ist die Public-Viewing-Lage in den großen Städten:

Hamburg: In der Hansestadt hat der Senat weitere Lockerungen beschlossen, die mit dem EM-Start am Freitag in Kraft treten. Dabei heißt es, dass sich im Freien wieder bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten treffen können. Gute Voraussetzungen fürs Public Viewing in der Außengastronomie. Das klassische Zusammenkommen auf einer Fanmeile wurde hier allerdings abgesagt – die Party auf dem Heiligengeistfeld bleibt aus. Auch die Innengastronomie hat in Hamburg geöffnet, hier dürfen aber nur fünf Personen zusammen an einem Tisch sitzen und ein negativer Schnelltest ist erforderlich.

Einziger Haken fürs gemeinsame Fußball-Schauen in Biergärten, Kneipen oder Bars: Bisher gilt weiterhin eine Sperrstunde für die Gastronomie – ab 23 Uhr ist hier der Spaß vorbei. Wenn Deutschland in der Gruppenphase um 21 Uhr beginnt, ist das noch kein Problem. Sollte die Beschränkung aber über die nächsten Wochen bestehen bleiben, könnte es in der K.o.-Phase bei Verlängerung und Elfmeterschießen ärgerlich werden.

Berlin: In der Hauptstadt lädt normalerweise die große Fanmeile am Brandenburger Tor zum gemeinsamen Fußballfest ein. Unvergessen sind die Bilder aus Berlin nach dem WM-Gewinn 2014 mit den DFB-Helden aus Brasilien. Doch während der Corona-Pandemie ist eben nichts "normal". Deshalb fällt auch am Brandenburger Tor das Public Viewing aus.

Erlaubt ist aber das gemeinsame Fußballschauen zuhause oder in der Gastronomie. Dabei besteht laut aktueller Verordnung der Stadt eine Abstandspflicht zwischen den Tischen von mindestens 1,5 Metern. Für den Besuch der Außengastronomie gibt es keine Testpflicht mehr, in den Restaurants, Kneipen und Bars darf nur mit negativem Test oder dem Impf-/Genesenen-Nachweis gemeinsam bei der EM mitgefiebert werden.

Düsseldorf/Köln: Public Viewing ist während der EM in der Außengastronomie bis 24 Uhr möglich – sofern die Inzidenzwerte es weiter zulassen. Das erklärte das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz von Nordrhein-Westfalen in einer Pressemeldung. Eigentlich gelte eine Begrenzung bis 22 Uhr, doch diese werde für das Turnier gelockert. Die lokalen Behörden können je nach Pandemie-Entwicklung aber reagieren und die finale Entscheidung über Lockerungen und Begrenzungen treffen.

Nach aktuellen Inzidenzwerten ist das gemeinsame Fußball-Schauen in der Außengastronomie ohne Test möglich, im Innenbereich dürfen zu Beginn des Turniers nur getestete, geimpfte oder genesene Fußball-Begeisterte die Spiele verfolgen – in beiden Städten ist der Inzidenzwert zwar stark gesunken (siehe interaktive Karte), noch müssen aber ein paar weitere Tage vergehen, bis die nächsten Lockerungsschritte für einen stabilen Wert unter 35 eintreten und die Testpflicht für die Innengastronomie aufgehoben werden kann.

Leipzig: Weil der Inzidenzwert schon seit 14 Tagen stabil unter 35 liegt, entfällt in Leipzig pünktlich zum EM-Beginn auch die Testpflicht in der Innengastronomie. Heißt: Fußball-Fans dürfen sich hier egal bei welchem Wetter entspannt darauf freuen, sich in Bars, Kneipen oder Biergärten die Spiele anschauen zu können. Die Hygiene- und Abstandsregeln bleiben aber natürlich – wie auch in den anderen Städten – bestehen.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
Fußballfans sitzen am 16.06.2014 im Stadion "Alte Försterei" des FC Union in Berlin beim WM-Spiel Deutschland gegen Portugal auf ihren mitgebrachten Sofas. Mehrere hundert Sofas waren zuvor von Fans in Stadion gebracht worden, um ein Public Viewing m
DFB-Fans
© dpa, Stephanie Pilick

Stuttgart: In Baden-Württembergs Landeshauptstadt dürfen die Kneipen und Bars seit Dienstag wieder bis 1 Uhr nachts geöffnet bleiben – grundsätzlich eine gute Nachricht für Fußball-Fans. Doch: Weil erst am vergangenen Samstag die Inzidenz unter 35 gefallen ist (34,3), besteht weiterhin die Testpflicht für Außen- und Innengastronomie – vorerst.

Wer in Stuttgart aber nicht nur im Biergarten oder Restaurant dem DFB-Team die Daumen drücken mag, für den könnte die Open-Air-Bühne mit großer Leinwand eine Option sein: Vor der Phoenixhalle werden dort die Spiele der deutschen Mannschaft gezeigt. Verteilt auf kleine Kunstraseninseln (zum Einhalten der Abstandsregeln) wird 99 Fans auf Liege-, Schaukelstühlen und Sofas Platz geboten. Der Eintritt ist kostenlos, Besucher brauchen aufgrund der begrenzten Platzkapazität aber ein Ticket.

München: Als einziger EM-Spielort in Deutschland ist München natürlich ein Fan-Magnet. 14.000 Fans dürfen in der Allianz Arena live dabei sein, wenn Jogi Löws Jungs ums Weiterkommen in die K.o.-Runde kämpfen. Wer in München aber keines der begehrten Tickets ergattert hat, muss auch hier nicht zwangsläufig allein zuhause Fußball gucken, wenngleich in Bayerns Landeshauptstadt ebenfalls gilt: "Ein reines Public Viewing außerhalb der Gastronomie wird es nicht geben", sagte der Chef des Kreisverwaltungsreferats, Thomas Böhle (SPD), der "Bild".

Wie für das Fan-Vergnügen in Restaurants, Bars und Kneipen die genauen Regeln aussehen, soll sich im Laufe des Donnerstags vor dem EM-Beginn entschieden werden. Böhle hat dazu eine Idee: "Unter 1000 Teilnehmern gilt das Hygienekonzept. Über 1000 Teilnehmern wollen wir eine Testpflicht etablieren."

Und wie sehen die Regeln fernab der Großstädte aus?

Für alle Fußball-Fans, die es nicht in die Gastronomie der Großstädte zieht, gibt es aber natürlich ebenfalls Regeln für das gemeinsame Mitfiebern bei der EM. Ein Tipp, um sicher zu gehen, dass beim freundschaftlichen Rudel-Gucken gegen keine Vorgabe verstoßen wird, ist die "Darf ich das?"-App. Hier können User die geltenden Regeln für ihre Region oder ihren Landkreis checken. Ganz einfach nach Ort und Thema die Corona-Beschränkungen filtern und so immer auf dem Laufenden bleiben, was sich während der EM verändert. (ana)