29. September 2018 - 17:19 Uhr

Arzt aus Halberstadt in Untersuchungshaft

Unglaublicher Verdacht: Ausgerechnet ein Arzt (42) verabreicht einer Frau ohne deren Wissen Drogen, sie stirbt an einer Überdosis Kokain. Die Umstände dieses tödlichen Vorfalls sind pikant, denn das Geschehen ereignete sich beim einvernehmlichen Sex zwischen den beiden. Nun sitzt Andreas N. in Untersuchungshaft in Magdeburg, die Staatsanwaltschaft Halberstadt (Sachsen-Anhalt) ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge gegen ihn.

Das Kokain befand sich an seinem Penis

Der Chefarzt der plastischen Chirurgie eines Klinikums in Halberstadt soll die Frau über ein Dating-Portal kennengelernt haben. Sie wollte Sex mit ihm, von Drogen wusste sie nichts. Es kam zum Oralverkehr, an seinem Penis befand sich Kokain. So viel, dass die Frau an einer Überdosis starb.

Neben der Toten soll der verantwortungslose Mediziner noch mindestens drei weitere Frauen ohne deren Wissen auf diese Art und Weise unter Drogen gesetzt haben. Auch in diesen Fällen laufen Ermittlungen, wegen gefährlicher Körperverletzung.

Kokain soll die sexuelle Lust steigern

Eine junge Frau schnupft Kokain durch einen zusammengerollten Geldschein (gestellte Aufnahme von November 2000). Das Rauschgift, das lange Zeit als Modedroge der Reichen galt, findet immer größere Verbreitung: Dem Suchtbericht Deutschland zufolge hat
Das Schnupfen durch die Nase ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, Kokain zu konsumieren.
© picture-alliance / dpa, Frank May

Dass sich männliche Kokain-Konsumenten die Rauschdroge über den Penis zuführen, ist Experten zufolge nicht ungewöhnlich. Es gebe Menschen, die eine Aufnahme des Stoffes über die Schleimhäute bevorzugen, sagt der Psychologe Dirk Baumeier. Und viele Konsumenten nehmen an, dass Kokain die sexuelle Lust steigert.

Ob Andreas N. seine eigene Lust steigern oder seine Opfer mit Kokain berauschen wollte, ist nicht bekannt. Fest steht: Durch sein unverantwortliches Tun hat der Mann den Tod einer Frau verursacht. Als Mediziner hätte er wissen sollen, dass bereits kleine Mengen der Droge für einen Menschen eine tödliche Überdosis darstellen können.

Sollte Anklage erhoben werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Gefängnis.