Nicht bei allen Anbietern sind Ihre Fotos sicher!

Fotobücher bei Stiftung Warentest: 8 von 12 sind „mangelhaft“

Für Eltern sind persönliche Fotobücher besonders spannend, denn die vielen Baby-Bilder müssen ja irgendwie gesichert werden
© iStockphoto, Andrey Popov

29. Juli 2020 - 14:34 Uhr

Erhebliche Sicherheitslücken bei vielen Anbietern

In erster Linie sollte es beim Fotobuch-Check von Stiftung Warentest um die Online-Abwicklung und die Bildqualität beim Endprodukt gehen. Doch schnell stellte sich heraus: Die größten Probleme gibt's bei der Sicherheit und der Privatsphäre. Zwei Drittel der zwölf getesteten Anbieter machten es Hackern zu leicht, zwei weitere verwechselten eingeschickte Bilder mit denen fremder Personen. Immerhin: Der Testsieger ("gut") ist einer der günstigsten.

Mangelnde Sicherheit bei Passwörtern

Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sollte eine Passwortlänge von acht Zeichen Standard sein. Wie Stiftung Warentest bemängelt, forderten aber diverse Fotobuch-Anbieter deutlich weniger ein: Bei Cewe, FotoInsight und PosterXXL reichte sogar nur ein Zeichen als Passwort aus, bei Tchibo waren es drei. Das Magazin warnt: "Profi-Hacker knacken so etwas in Sekunden."

Was ein sicheres Passwort braucht, können Sie hier nachlesen.

Schutz gegen Hacker-Angriffe nicht ausreichend

Ein weiteres Kriterium, das bei acht Anbietern zur Abwertung führte, war der mangelnde Schutz gegen häufige Anmeldeversuche. Denn Hacker können automatisiert Tausende mögliche Passwörter in sogenannten "Brute-Force-Angriffen" ausprobieren. Dies kann etwa dadurch verhindert werden, ein Konto nach der Eingabe von fünf falschen Passwörtern vorübergehend zu sperren oder den Kunden aufzufordern, per E-Mail ein neues Passwort einzurichten. Solche Sicherheitsmaßnahmen wendeten die getesteten Anbieter aber gar nicht bzw. nicht auf allen Zugangswegen an.

So reagierten die Dienstleister auf die Kritik

Die Fotobuch-Anbieter wurden von Stiftung Warentest über die gefundenen Sicherheitslücken informiert. Sie setzten alle die geforderte Passwortstärke auf acht Zeichen hoch – Tchibo und Myposter versicherten diese Änderung zwar, sie steht allerdings noch aus.

Qualität von Fotobüchern: Das wurde getestet

Pro Anbieter wurden vier Hardcover-Fotobücher in Standard-Ausführung sowie vier in einer teureren Premium-Variante getestet. Bei der Bildqualität wurde auf Farbverlauf und -eindruck, Kontrast, Schärfe und Artefakte (etwa Streifen oder Raster) geachtet, bei der Verarbeitung auf Schäden oder Fehler außen und innen sowie bei der Bindung.

Bei der Gestaltung ging es um Möglichkeiten der Bild- und Seitenbearbeitung, automatisierte Arbeitsschritte sowie die Vielseitigkeit des Angebots. Beim Bestellvorgang wurden unter anderem Speicher- und Zahlungsmöglichkeiten sowie die Einhaltung von Preisen und Lieferzeiten geprüft.

Die Top 3 der Fotobuch-Anbieter

  • Lidl/Picanova: Gut (2,0), Preis für Standard-Fotobuch 14,90 Euro
  • Aldi Foto: Gut (2,1), Preis für Standard-Fotobuch 14,95 Euro
  • Saal Digital Fotoservice: Gut (2,1), nur Premium-Variante erhältlich, Preis 34,99 Euro

Die Flop 3 der Fotobuch-Anbieter

  • Tchibo Foto: Mangelhaft (5,0), Preis für Standard-Fotobuch 19,95 Euro
  • ip.Labs: Mangelhaft (5,5), Preis für Standard-Fotobuch 25,99 Euro
  • Myposter: Mangelhaft (5,5), Preis für Standard-Fotobuch 26,99 Euro

Alle Testergebnisse finden Sie auf der Website von Stiftung Warentest.