Reifenplatzer bei über 300 km/h

Pirelli erklärt das Debakel von Baku

Trauriger Reifen
Trauriger Reifen
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16. Juni 2021 - 10:42 Uhr

Keine Anzeichen von Materialermüdung

Die Ursache für die Reifenschäden von WM-Spitzenreiter Max Verstappen (Red Bull) und Sebastian Vettels Aston-Martin-Kollegen Lance Stroll beim Formel-1-Rennen in Baku ist offenbar geklärt. Hersteller Pirelli erklärte, bei einer eingehenden Untersuchung habe man bei keinem der betroffenen Pneus einen "Produktions- oder Qualitätsdefekt" festgestellt und auch keine Anzeichen von Materialermüdung gefunden.

"Umlaufender Bruch an der inneren Seitenwand"

Ein "umlaufender Bruch an der inneren Seitenwand" sei Auslöser für die Explosion der beiden Reifen bei mehr als 300 km/h gewesen. Red Bull und Aston Martin hätten sich an die vorgeschriebenen Parameter vor Rennstart gehalten, trotzdem müssten laut Pirelli Prozesse eingeführt werden, um die "Einhaltung der Mindestdrücke in Zukunft besser sicherzustellen".

Red Bull reagierte auf diese Erklärung mit einem eigenen Statement, in dem der Verstappen-Rennstall ausrichten ließ, dass "kein autobezogener Fehler gefunden werden konnte. Wir haben die von Pirelli vorgegebenen Reifenparamater zu jeder Zeit befolgt und werden uns weiterhin an ihre Empfehlungen halten." Man sei "dankbar, dass bei den Hochgeschwindigkeitsunfällen niemand verletzt wurde."

Im exklusiven Interview mit RTL/ntv sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko zur Walzen-Thematik: "Wir können davon ausgehen, dass es ein Reifenproblem war. Der Reifendruck wird jetzt erhöht." Ein generelles Problem sieht der Österreicher derweil nicht. Pirelli habe das eigentlich im Griff, nur "bei uns gingen Temperatur und Druck runter nach dem Safety Car. Vielleicht war das der Auslöser, obwohl wir immer regelkonform waren. Von Pirelli kommt jetzt die Ansage mit mehr Luftdruck zu fahren. Damit ist das Problem hoffentlich gelöst." (tno/sid)

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