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Formel 1: Abschiedsinterview mit Florian König - "Niki Lauda war mein Lieblingsexperte"

F1-Abschiedsinterview mit Florian König

"Niki Lauda war mein Lieblingsfahrer und Lieblingsexperte"

Formel 1: Florian König über die emotionalsten Momente in 25 Jahren F1 bei RTL

25 Jahre begleitete Moderator Florian König für RTL die Königsklasse des Motorsports. Im Interview vor der letzten Live-Übertragung der Formel 1 bei RTL spricht der 53-Jährige über die emotionalste Momente in den zurückliegenden Jahren und seine besondere Beziehung zu Niki Lauda.

Florian König im Fragenhagel

Das Lieblingsrennen in all den Jahren F1 bei RTL war:
Abu Dhabi 2010 mit dem ersten Titel von Sebastian Vettel.

Die schönste Strecke ist:
Australien. Immer. Nach dem grauen Winter in Deutschland mit der Sonne in Melbourne.

Dein persönlicher Lieblingsfahrer aus der Zeit ist:
Puuh. Schwierig – aber ich sag mal Kimi Räikkönen. Den kenne ich zwar persönlich nicht so gut, aber er ist für mich so authentisch und einzigartig. Solche Typen fehlen mir heutzutage.

Der beste Interviewpartner aus der F1-Welt ist:
Niki Lauda. Selbstverständlich. Sowieso, er ist eigentlich auch mein Lieblingsfahrer und Lieblingsexperte. Die Beziehung zu Niki war sehr, sehr schön und sehr wichtig für mich.

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"Mach keinen Scheiß!"

Dein emotionalster Moment als F1-Moderator war:
Als Niki mir vor laufender Kamera gesagt hat, dass er aufhören wird als F1-Experte für RTL. Es hat mich einerseits kalt erwischt, auf der anderen Seite hatte ich aber schon geahnt, dass da was zu Ende gehen könnte. Das war schon emotional.

Als Niki Lauda damals seinen Abschied verkündete, dachte ich im ersten Moment …
Ach du Scheiße! Was ist denn jetzt los? Wie reagiere ich denn jetzt? Und ich glaube ich habe gesagt: „Mach keinen Scheiß!“

Aus meiner Zeit mit Niki Lauda nehme ich fürs Leben mit …
… dass es sich lohnt, Konflikte auszutragen, Meinungsunterschiede zu verbalisieren und nicht wegen vermeintlicher Harmonie solchen Dingen aus dem Weg zu gehen. Niki hat nie drum herumgeredet, keine diplomatischen Floskeln verwendet. Das habe ich mir hinter die Ohren geschrieben, dass ich das auch so versuchen will umzusetzen.

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Eine unvergessliche Badehose

Dein peinlichster Moment vor der Kamera war:
2006 als Michael Schumacher seine Karriere beendete, da habe ich in Monza nicht mehr weitermoderieren können, weil mir die Stimme wegblieb. Kai musste dann für mich einspringen. Das war mir unglaublich peinlich in dem Moment. Mittlerweile finde ich es überhaupt nicht mehr peinlich, weil ich es nur peinlich finde, wenn man so tut, als wäre man perfekt.

Das durfte nie im Koffer auf dem Weg zu einem F1-Rennen fehlen:
Gute Frage, hmm ... eigentlich meine Badehose. Die habe ich aber oft vergessen. Zur großen Freude von Heiko habe ich mir dann mal in Monaco eine nachgekauft. Das war aber eigentlich zu teuer für meinen Geldbeutel. Das war die teuerste Badehose und als ich sie dann zuhause vorgeführt habe, fand sie meine Frau auch noch richtig hässlich. Das war ein reiner Fehlkauf.

Wenn die letzte F1-Sendung vorbei ist werde ich …
… durchatmen. Möglicherweise die eine und den anderen Kollegen feste drücken. Und vorher hoffen, dass wir das bis zur letzten Sendeminute gut machen. Das haben wir uns vorgenommen – aber das ist gar nicht so einfach. Ich merke das jetzt auch, dass das einem irgendwie doch näher geht, als man das gerne hätte. Und dann freue ich mich auf Weihnachten. Und dann werde ich nächstes Jahr mal schauen, wie sich meine Einstellung zur Formel 1 entwickelt und wie nah ich an der Sportart dranbleibe.

Das Gespräch führte Alessa-Luisa Naujoks

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