Flug MH370 bleibt verschollen: Iraner kaufte Tickets für Passagiere ohne Pass

22. Juli 2016 - 17:39 Uhr

Polizei identifiziert 19-jährigen Iraner an Bord von Unglücksmaschine

Noch immer kein Durchbruch bei der Suche nach Flug MH370: Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines bleibt weiter wie vom Erdboden verschluckt. Bewegung gibt es dagegen bei den Ermittlungen zu den beiden Männern, die mit gestohlenen Pässen an Bord waren. Bei einem der beiden Männer handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 19-jährigen Iraner.

MH370, Malaysia Airlines, Boeing 777-200
Auch nach vier Tagen gibt es weiter keine Spur von Flug MH370.
© dpa, Luong Thai Linh

"Wir glauben nicht, dass er zu irgendeiner Terrorgruppe gehörte", stellte Polizeichef Khalid Abu Bakar klar. "Wir glauben, dass er nach Deutschland auswandern wollte." Er und ein weiterer Mann seien mit den gestohlenen Pässen eines Italieners und eines Österreichers an Bord gegangen. Die Ermittlungen legen nahe, dass die beiden nur möglichst billig nach Europa gelangen wollten und eher zufällig an Bord des Unglücksflugs waren. Möglicherweise wollte der 19-jährige Iraner zu seiner Mutter fliegen, die in Frankfurt lebt.

"Die Flugtickets wurden von einem Mann namens Ali gebucht, der aus dem Iran anrief", sagte Pattayas Polizeichef Supachai Phuikaewkhum. "Es ist uns bislang nicht gelungen, die Nummer herauszufinden." Eine nicht registrierte Agentur namens 'Grand Horizon' habe den Auftrag entgegengenommen, eine zweite Agentur, 'Six Stars Travel', habe die Buchung dann durchgeführt. Die Tickets seien von einem weiteren Iraner, der in Pattaya ansässig ist, bar bezahlt worden. "Wir haben diesen Mann befragt, aber wir haben nichts Verdächtiges herausgefunden", sagte Supachai.

Thailändische Medien berichteten unter Berufung auf 'Grand Horizon', 'Ali' sei ein Stammkunde. Er habe zunächst Plätze auf Etihad oder Qatar Airlines buchen wollen. Er habe dann China Southern gebucht, weil die Tickets billiger waren. China Southern bot den Unglücksflug im Codesharing mit Malaysia Airlines an.

China unterstützt Suche mit Satelliten

Das malaysische Passagierflugzeug gilt nun mehr seit vier Tagen als verschollen. Da zwei Drittel der 227 Passagiere an Bord Chinesen waren, wächst dort allmählich der Ärger über die ergebnislosen Suchmaßnahmen der malaysischen Behörden. Die Zeitung der chinesischen Volksbefreiungsarmee berichtete laut ARD, dass zehn Satelliten neu ausgerichtet wurden, um die Suche nach der Unglücksmaschine zu unterstützen.

Flug MH370 der Malaysia Airlines mit 239 Menschen an Bord war am Samstagmorgen nach dem Start in Kuala Lumpur vom Radar verschwunden. Seither fehlt von der Maschine jede Spur. Die Suche soll heute ausgeweitet werden.