Was sind das denn für Geschöpfe?

Es ist nicht, was Sie denken! "Penis-Schlange" in Florida aufgetaucht

Beim genaueren betrachten und mit etwas Phantasie erinnert die Blindwühle an das männliche Geschlechtsteil.
Beim genaueren betrachten und mit etwas Phantasie erinnert die Blindwühle an das männliche Geschlechtsteil.
© Shutterstock

31. Juli 2021 - 18:01 Uhr

Blindwühle in der Nähe des Flughafens von Miami entdeckt

Als wären die in Kalifornien zu tausenden angespülten Penis-Fische Ende 2019 nicht schon phallisch genug - Wissenschaftler der "Florida Fish and Wildlife Conversation Commission" haben nun auch noch Penis-Schlangen entdeckt. Beim genaueren Betrachten erinnern diese kleinen Lurche nämlich an das männliche Genital. Aufgetaucht sind die sechs Exemplare der sogenannten Blindwühlen in der Nähe des Flughafens von Miami. Der Fund ereignete sich bereits Ende vergangenen Jahres, wurde aber erst jetzt publik.

Reptilien-Forscher: "Penis-Schlange" kein Raubtier

"Über diese Tiere in freier Wildbahn ist nur sehr wenig bekannt", erklärt der Herpetologe Coleman Sheehy gegenüber der US-Zeitung "Creative Loafing". Der Reptilien-Forscher aus Florida habe die Kreatur erst vor zwei Jahren das erste Mal im Raum Florida entdeckt. Die Forscher hatten seinerzeit ein anderthalb Meter langes Exemplar in der Nähe des Flughafens von Miami gefangen, wo sie aus dem Tamiami-Kanal gefischt wurden. Ursprünglich kommen die beinlosen Amphibien aus Kolumbien und Venezuela. Wie die Blindmühlen in die USA gekommen sind, will Sheehy noch herausfinden. Eins steht schon mal fest: "Es gibt nichts besonders Gefährliches an ihnen und sie scheinen keine ernsthaften Raubtiere zu sein". Der Wissenschaftler glaubt, dass sich das Tier von kleinen Fischen und Würmer ernährt. Gefährlich ist die Blindwühle also nicht.

Im Video: Tausende Penis-Fische an den Strand von Kalifornien angespült

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Penis-Schlange" atmet über die Haut

Blindwühlen werden auch Schleichenlurche genannt und sind Wirbeltiere. Genau so wie Frösche oder Kröten gehören sie zu der Klasse der Lurche (Amphibien). Kleine Schleichenlurche (rund 10 Zentimeter lang) können leicht mit Regenwürmern verwechselt werden, große Arten (etwa 1 bis 1,6 Meter lang) erscheinen schlangenartig. Schlangen sind es aber nicht – diese sind Reptilien, die anders als Lurche nie über die Haut, sondern über die Lungen atmen. Ihre Augen sind übrigens von Haut überwachsen und nehmen höchstens Licht und Schatten wahr, daher kommt auch der Name "Blindwühle".

Tier in Miami von unvorsichtigen Besitzern ausgesetzt?

Reptilien-Forscher Coleman Sheehy vermutet, dass die Typhlonectes natans, wie die Tiere in der Fachewelt heißen, von unvorsichtigen Besitzern ausgesetzt wurden. Diese Erklärung scheint am naheliegendsten, kommen die Blindwühlen doch ursprünglich aus Südamerika. Außerdem seien die Amphibien im Heimtierhandel weit verbreitet. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet lebt das Wirbeltier in warmen, langsam fließenden, flachen Gewässern mit Wasservegetation. "Teile des Kanals, aus welchem die Tiere gefischt wurden, sind genau so", erklärt Sheehy. "Dies könnte eine Umgebung sein, in der sich diese Art am wohlsten fühlt." (kra)

Auch interessant