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Feuerdrama in Mannheim: Drei kleine Kinder sterben

Feuerdrama in Mannheim: Drei kleine Kinder sterben

Reanimationsversuche ohne Erfolg

Ein beißender Brandgeruch liegt in der Luft des Hinterhofes, auch noch Stunden nach der Katastrophe. In einem Mehrfamilienhaus in der Mannheimer Innenstadt hatte sich in der Nacht zum Donnerstag eine Tragödie abgespielt. Drei kleine Kinder sterben, nachdem in der Küche einer Zweizimmerwohnung ein Feuer ausgebrochen war. Ihre Mutter steht unter Schock. Eine fehlerhafte Stromversorgung ist nach Einschätzung der Polizei die Ursache für das Brandunglück. "Es könnte eine defekte Leitung gewesen sein, es könnte eine durch die Bewohner falsch verlegte Leitung gewesen sein", sagte Polizeipräsidentin Caren Denner

Erst vor sieben Monaten war die Bulgarin mit ihren Kindern im Alter von zwei, drei und sieben Jahren nach Deutschland gekommen. Mannheim ist eine beliebte Anlaufstelle für Zuwanderer aus Südosteuropa. Viele kommen in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Polizei und Feuerwehr sind in der Nacht schnell vor Ort, doch für die drei Kinder kommt jede Hilfe zu spät. Nachbarn konnten zwei der Kinder aus der Wohnung tragen. Doch Wiederbelebungsversuche scheiterten. Die beiden starben noch am Brandort. Ihr zweijähriger Bruder gelangte später auf dem Arm eines Feuerwehrmannes ins Freie. Er erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die junge Mutter kam mit einem Schock in eine Klinik und konnte zunächst nicht befragt werden.

"Die arme Mutter wird ihr Leben lang damit zu kämpfen haben"

Am Morgen danach herrschen in der Innenstadt Trauer und Fassungslosigkeit. Auf der Straße vor dem Haus versammelten sich Nachbarn. "Alle haben geschrien in der Nacht", sagte ein Anwohner. "Es ist so schrecklich, wenn so etwas passiert." Ein Mann stellt eine rote Kerze vor die Haustür. Ihm versagt fast die Stimme: "Ich habe die Kinder noch vor ein paar Tagen beim Ballspielen gesehen. Das tut sowas von weh. Die arme Mutter - sie wird ihr Leben lang damit zu kämpfen haben."

Die mehr als 30 Bewohner des Mehrfamilienhauses waren in der Nacht vorübergehend bei Bekannten und in Gasthäusern untergekommen. Eine Verkäuferin im benachbarten Kiosk sagt, die Kinder hätten ab und zu Süßigkeiten bei ihr gekauft. Sie blickt nach unten und erzählt stockend, wie sie in der Nacht das Unglück von ihrem Fenster aus beobachtet hat. Die Bilder von dem Feuerwehrmann mit einem Kind auf dem Arm gehen ihr nicht aus dem Kopf.