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FDP-Generalsekretär Djir-Sarai: „Niemand muss in Deutschland frieren“

Djir-Sarai im RTL-Frühstart

FDP: „Niemand muss in Deutschland frieren“

FDP-Generalsekretär Djir-Sarai im Interview RTL - Frühstart
07:15 min
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FDP-Generalsekretär Djir-Sarai im Interview

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von Nina Lammers

Russland setzt Energie als Waffe ein – wir wissen bis zum heutigen Tag nicht, ob uns Putin weiter mit Gas beliefern wird. Trotzdem müsse niemand in Deutschland frieren und niemand müsse Sorge haben, dass der Strom abgestellt werde, beruhigt Bijan Djir-Sarai, Generalsekretär der FDP im RTL-Frühstart.

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Ende der Gasverstromung führt nicht zu Blackouts

Die FDP bekräftigt ihre Forderung nach einem Ende der Gasverstromung in Deutschland, obwohl das Wirtschaftsministerium vor Blackouts warnt, wenn kein Gas mehr verstromt werde. „Das ist nicht richtig“, sagte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai. In einer Situation, in der Russland Energie als Waffe einsetze, sei es außerordentlich unklug, Gas einzusetzen, um Stromenergie zu erzeugen. „Das ist aus meiner Sicht eine völlig falsche Strategie“, sagte Djir-Sarai.

Die Politik könne eine mögliche Energiekrise verhindern. „Niemand muss in Deutschland frieren, niemand muss in Deutschland Sorge haben, dass Strom abgestellt wird“, sagte Djir-Sarai, „hier hat die Politik derzeit genügend Instrumente zur Verfügung. Davon solle die Politik Gebrauch machen.“

Brauchen AKW bis 2024

Neben dem Ende der Gasverstromung fordert die FDP einen Weiterbetrieb der drei am Netz verbliebenen Atomkraftwerke bis 2024 und spricht sich damit gegen einen möglichen Streckbetrieb über die ersten drei Monate des kommenden Jahres aus. „Das ist nicht die Lösung des Problems“, sagt FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai im RTL-Frühstart: „Ich bleibe dabei: Wir werden das (die Atomkraftwerke, Anm. der Redaktion) weiterhin bis 2024 brauchen, um eine ernsthafte Krise und Energielücke in Deutschland zu vermeiden.“ Djir-Sarai wendet sich damit gegen Vorschläge des grünen Koalitionspartners, Kernkraft notfalls bis in den Frühling 2023 weiter zu nutzen.

"Keiner will erneut in die Kerntechnologie einsteigen"

Es entstehe eine große Lücke, wenn auf die Potentiale der drei am Netz verfügbaren Kernkraftwerke verzichtet würde. „Wir haben das durchgerechnet und es ist völlig klar, dass weder Braunkohle, noch Steinkohle noch erneuerbare Energien reichen werden“, sagte Djir-Sarai. In der derzeitigen Situation sei Deutschland auch zu einer gesamteuropäischen Unterstützung verpflichtet. „In Europa versteht niemand, warum Deutschland ein Risiko eingeht“, so Djir-Sarai. Es gehe nicht darum, erneut in die Kerntechnologie einzusteigen. Und es gehe auch nicht um die Debatte, wie sie in Frankreich geführt werde, ob neue Kernkraftwerke – möglicherweise der dritten und vierten Generation – gebraucht werden. „Wir wollen, dass die drei am Netz noch verfügbaren Kernkraftwerke für einen bestimmten Zeitraum weiterhin am Netz bleiben“, so Djir-Sarai.

Die Sicherheitsbedenken des Bundesamtes für Sicherheit der nuklearen Entsorgung wischte Djir-Sarai vom Tisch. Die seien falsch. Beim TÜV sehe man das anders. Auf die Frage, ob die FDP die Deutschen mit einem Weiterbetrieb der AKW in Gefahr bringe, sagte er: „Nein, absolut nicht!“